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Abduzensparese

Schädigung des äußeren Augenmuskelnervs Nervus abducens Läsion; 6. Hirnnerv Lähmung; Abduzensparese

Der Nervus abducens ist der VI. Hirnnerv und führt motorische Fasern zum Musculus rectus lateralis, jenem Muskel, der für die Abduktionsbewegung des Auges verantwortlich ist. Entsprechend führt eine Abduzensparese zur partiellen Ophthalmoplegie, nämlich zur Unfähigkeit, den Blick nach temporal zu richten. Eine Abduzensparese kann durch eine Vielzahl infektiöser und entzündlicher, raumgreifender und traumatischer Prozesse ausgelöst werden, die sich entlang des Nerven abspielen. Therapie und Prognose hängen stark von der Ätiologie der Hirnnervenlähmung ab.


Symptome

Der Nervus abducens führt somatoefferente Fasern zum Musculus rectus lateralis, der vom Anulus tendineus communis zur Sklera über dem lateralen Bereich des Bulbus oculi zieht und bei Kontraktion eine Abduktion des Augapfels auslöst. Entsprechend ist das Leitsymptom der Abduzensparese eine eingeschränkte Abduktion des ipsilateralen Auges. Wird versucht, ein Objekt im ipsilateral-temporalen Sichtfeld zu fokussieren, so kann das nur durch das kontralaterale Auge geschehen, dass nach nasal gelenkt wird. Das ipsilaterale Auge bleibt dagegen zurück und es entstehen Doppelbilder. Durch Neigung des Kopfes zur kranken Seite kann die Diplopie reduziert werden. Bei einer unilateralen Abduzensparese bestehen keinerlei Probleme, Objekte im ipsilateral-nasalen oder kontralateral-temporalen Sichtfeld anzusehen. Eine bilaterale Abduzensparese ist selten, kommt aber vor, wenn der kausale pathologische Prozess beide Hirnhälften betrifft [1].

Eine Abduzensparese tritt selten als isoliertes Symptom auf. Weitere klinische Befunde geben wichtige Hinweise auf die Art und die Lokalisation des pathologischen Geschehens. Von besonderer Bedeutung sind hierbei weitere Anzeichen für eine Augenmuskellähmung: Die übrigen geraden und schrägen Augenmuskeln sowie die Musculi sphincter et dilatator pupillae und der Musculus ciliaris werden vom Nervus oculomotorius (III) und Nervus trochlearis (IV) innerviert, sodass bei Läsionen dieser Hirnnerven eine komplexere Ophthalmoplegie zu erwarten ist. Systemische Leiden wie die multiple Sklerose [2] oder der Diabetes mellitus [3] rufen in den allermeisten Fällen weitere Beschwerden hervor, die nicht auf die Funktion der Augenmuskeln beschränkt sind. Das gilt auch für raumfordernde Prozesse im Hirn, z.B. Aneurysmen, Thrombosen [4], Granulome und Neoplasien, einen erhöhten intrakraniellen Druck oder einen zerebralen Infarkt sowie Traumata.

Diplopie
  • Wir berichten über eine 34-jährige Patientin mit zunehmender Diplopie aufgrund einer linksseitigen Abduzensparese bei Ecchordosis physaliphora.[egms.de]
  • Durch Neigung des Kopfes zur kranken Seite kann die Diplopie reduziert werden. Bei einer unilateralen Abduzensparese bestehen keinerlei Probleme, Objekte im ipsilateral-nasalen oder kontralateral-temporalen Sichtfeld anzusehen.[symptoma.com]
  • Visusverluste im lateralen Gesichtsfeld und Diplopie waren bei den drei Patienten im Alter zwischen 24 und 35 Jahren die einzigen Beschwerden.[neuro-depesche.de]
Esotropie
  • In der ophthalmologischen Untersuchung zeigten sich mit einseitig schnellen Sakkaden, einseitigen Verlangsamungen der abduzierenden Augenbewegung und / oder einer ausgeprägten Esotropie (Einwärtsschielen) Zeichen einer Aduzenslähmung.[neuro-depesche.de]
  • Ein Abweichen nach außen wird als Exotropie (Strabismus divergens) bezeichnet, ein Abweichen nach innen als Esotropie (Strabismus convergens).[portal-der-augenmedizin.de]

Diagnostik

Eine Lähmung des Musculus rectus lateralis kann diagnostiziert werden, wenn der Patient nicht in der Lage ist, auf Aufforderung den Blick nach temporal zu richten. Es ist klinisch jedoch nicht immer möglich, zu differenzieren, ob diese Lähmung auf einer intrinsischen Fehlfunktion des Muskels beruht, auf einer defizienten Erregungsleitung über den Nervus abducens oder auf Störungen in übergeordneten Zentren. Hierzu sind in der Regel weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich, die in Abhängigkeit von demographischen Daten, der medizinischen Vorgeschichte, einer eventuellen familiären Vorbelastung und dem klinischen Gesamtbild auszuwählen sind. Infrage kommen:

  • Sonographie, Computertomographie und Magnetresonanztomographie zur Darstellung des Nervus abducens und umgebender Gewebe entlang des Verlaufs des Hirnnerven von seinem Ursprung im Sulcus bulbopontinus, durch den Dorello-Kanal und Sinus cavernosus bis zum Eintritt in die Orbita über die Fissura orbitalis superior. Wird eine Magnetresonanztomographie durchgeführt, so ist unbedingt Gadolinium zu verwenden, um die Sensitivität zur Detektion von Läsionen einzelner Nerven und des Sinus cavernosus zu erhöhen [5].
  • Untersuchungen von Blutproben, um Hinweise auf Infektionen, Entzündungen und systemische Leiden zu erhalten.
  • Unter Umständen ist auch die Gewinnung einer Liquorprobe indiziert, um auf zentralnervöse Infektionen und Entzündungen hin untersuchen zu können [6].

Therapie

  • Denn die Abduzensparese infektiöser Ursache hat eine sehr gute Heilungschance bei entsprechender Therapie. Hier ist die Behandlung der Infektion und die Gabe von Cortison die Therapie der Wahl.[eltern.de]
  • Durch die Drehung wird die normalerweise durch den Musculus rectus lateralis vermittelte Abduktion des Bulbus oculi kompensiert und die Doppelbilder reduziert. 4 Therapie Die Therapie richtet sich nach der auslösenden Ursache.[flexikon.doccheck.com]
  • Die Diagnostik und Therapie wird von Ophthalmologen, Neurologen, Pädiatern und Internisten durchgeührt. Hochauflösende bildgebende Verfahren wie Computertomogramm und Kernspinn erlauben eine schnelle und genaue Diagnostik.[medhost.de]
  • Therapie Wie bei allen neurologischen Störungen liegt die Behandlung nach Klärung der Ursache zunächst in erster Linie in der Hand eines Neurologen. [1] Hat sich nach etwa 6–9 Monaten keine wesentliche Besserung der Situation eingestellt, kann eine Schieloperation[biologie-seite.de]

Prognose

  • Hier ist aber keine genaue zeitliche Prognose möglich. Die Zeit spricht aber für sie, d.h. es wird vermutlich noch wesentlich besser werden bzw. komplett zurück gehen.[justanswer.de]
  • Miller Fisher Syndrom/Guillain-Barré-Syndrom Hirndruck (Pseudotumor cerebri) Subarachnoidalblutungen Wernicke Enzephalopathie Infektionen: Borreliose , Lues , Tuberkulose (basale Meningitis) Okuläre Myositiden und Myopathien Nach Liquorpunktion (gute Prognose[neurologienetz.de]
  • Miller Fisher Syndrom/Guillain-Barré-Syndrom Hirndruck (Pseudotumor cerebri) Subarachnoidalblutungen Wernicke Enzephalopathie Infektionen: Borreliose, Lues, Tuberkulose (basale Meningitis) Okuläre Myositiden und Myopathien Nach Liquorpunktion (gute Prognose[neurologienetz.de]
  • Therapie und Prognose hängen stark von der Ätiologie der Hirnnervenlähmung ab.[symptoma.com]

Epidemiologie

  • Guillain-Barré-Syndrom Hirndruck (Pseudotumor cerebri) Subarachnoidalblutungen Wernicke Enzephalopathie Infektionen: Borreliose, Lues, Tuberkulose (basale Meningitis) Okuläre Myositiden und Myopathien Nach Liquorpunktion (gute Prognose) Toxisch, medikamentös Epidemiologie[neurologienetz.de]
  • Guillain-Barré-Syndrom Hirndruck (Pseudotumor cerebri) Subarachnoidalblutungen Wernicke Enzephalopathie Infektionen: Borreliose , Lues , Tuberkulose (basale Meningitis) Okuläre Myositiden und Myopathien Nach Liquorpunktion (gute Prognose) Toxisch, medikamentös Epidemiologie[neurologienetz.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Katsuyama E, Sada KE, Tatebe N, et al. Bilateral Abducens Nerve Palsy due to Idiopathic Intracranial Hypertension as an Initial Manifestation of Systemic Lupus Erythematosus. Intern Med. 2016; 55(8):991-994.
  2. Hassen GW, Bhardwaj N. Images in clinical medicine. Bilateral internuclear ophthalmoplegia in multiple sclerosis. N Engl J Med. 2013; 368(3):e3.
  3. Greco D, Gambina F, Maggio F. Ophthalmoplegia in diabetes mellitus: a retrospective study. Acta Diabetol. 2009; 46(1):23-26.
  4. Behrendt MH, Lohmann CP, Klopfer M. [Bilateral papilledema, unilateral loss of vision and abducens nerve palsy]. Ophthalmologe. 2014; 111(6):560-564.
  5. Elder C, Hainline C, Galetta SL, Balcer LJ, Rucker JC. Isolated Abducens Nerve Palsy: Update on Evaluation and Diagnosis. Curr Neurol Neurosci Rep. 2016; 16(8):69.
  6. Moy WL, Ooi ST. Abducens nerve palsy and meningitis by Rickettsia typhi. Am J Trop Med Hyg. 2015; 92(3):620-624.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 09:02