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Acanthamöbenkeratitis

Augenhornhautentzündung (Keratitis) durch Akanthamöben

Bei der Acanthamöbenkeratitis (AK) handelt es sich um eine seltene, durch Parasiten verursachte Augenerkrankung. Kausale Pathogene sind einzellige Parasiten, die der Gattung Acanthamoebae angehören. Die Erkrankung ist praktisch immer an die Verwendung von Kontaktlinsen gebunden, wobei die Pathogene im Raum zwischen der Kontaktlinse und Hornhaut überleben und von hier die Kornea invadieren. Betroffene leiden an Schmerzen und mitunter schweren Sehstörungen und können schließlich erblinden. Die Behandlung erfolgt durch die langfristige, frequente Applikation von antimikrobiell wirksamen Pharmaka wie Chlorhexidine und Polyhexamethylenbiguanid. Vor dem Beginn einer solchen Therapie empfiehlt sich ein Debridement der Kornea. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose meist sehr gut.


Symptome

AK-Patienten zeigen keinerlei pathognomonische Symptome. In der Regel klagen sie über Schmerzen, erhöhte Lichtempfindlichkeit, verschwommene Sicht und das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Das betroffene Auge ist zumeist gerötet. Die Kornea erscheint mitunter getrübt, aber in frühen Stadien der Erkrankung sind oft nur Unregelmäßigkeiten im Epithel zu erkennen. Neben der Keratitis wird in manchen Fällen auch eine Skleritis und anteriore Uveitis diagnostiziert. Falls keine adäquate Behandlung eingeleitet wird, nehmen die Schmerzen und Sehstörungen weiter zu, bis es schließlich zur Perforation der Hornhaut kommt. Das Krankheitsgeschehen kann sich über Monate hinziehen und in der Erblindung des betroffenen Auges enden [1]. Das Übergreifen der Erkrankung auf extraokuläre Strukturen, beispielsweise im Sinne einer Acanthamöbenenzephalitis, ist extrem selten. Systemische Komplikationen sind bei AK-Patienten daher nicht zu erwarten.

Da die Symptome, die sich im Rahmen einer AK entwickeln, anderen, durch bakterielle oder virale Pathogene verursachten Formen der Keratitis ähneln, kommt es nicht selten zur Fehldiagnose. Patienten, bei denen kürzlich eine bakterielle oder virale Keratitis diagnostiziert wurde und die nicht auf eine entsprechende Behandlung ansprechen, sind daher grundsätzlich verdächtig auf eine AK.

Sehstörung
  • Betroffene leiden an Schmerzen und mitunter schweren Sehstörungen und können schließlich erblinden.[symptoma.de]

Diagnostik

Es sind zunächst detaillierte Informationen zur Entwicklung der Symptome, einer möglicherweise bereits gestellten Diagnose und einer daraufhin eingeleiteten Behandlung einzuholen. Patienten sollten weiterhin bezüglich angewandter Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Kontaktlinsen befragt werden. Dabei gilt besondere Aufmerksamkeit dem Zeitraum, über den ein Paar Kontaktlinsen getragen wird, der Häufigkeit des Wechsels, der verwendeten Reinigungslösung und den Konditionen, unter denen die Kontaktlinsen und die Reinigungslösung aufbewahrt werden. Als Risikofaktoren für eine AK gelten die unzureichende Desinfektion der Kontaktlinsen, die Verwendung hausgemachter Reinigungslösung und die Abweichung von den Empfehlungen des Herstellers, was die maximale Tragezeit betrifft. Auch die Verwendung von Kontaktlinsen beim Schwimmen wurde in einen Zusammenhang mit der AK gebracht. In der westlichen Welt gilt eine AK bei Personen, die keine Kontaktlinsen verwenden, als sehr unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich ausgeschlossen [2] [3]. In anderen Ländern ist die Assoziation zwischen der AK und der Verwendung von Kontaktlinsen weniger deutlich [4] [5].

Die Bestätigung einer AK ist nur möglich, wenn die Amöben als Trophozoiten und/oder Zysten im Rahmen einer histologischen Untersuchung oder in Korneakulturen identifiziert werden [1]. Derartige Befunde gelten als hochspezifisch, aber die genannten Untersuchungsmethoden sind wenig sensitiv. Daher gilt, dass negative histologische oder Kulturbefunde die Präsenz der Parasiten nicht ausschließen. Besteht ein solcher Verdacht weiterhin, empfiehlt sich die Realisierung sensitiverer Maßnahmen wie Konfokalmikroskopie und molekularbiologische Analysen.

Therapie

  • Vor dem Beginn einer solchen Therapie empfiehlt sich ein Debridement der Kornea. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose meist sehr gut. AK-Patienten zeigen keinerlei pathognomonische Symptome.[symptoma.de]

Prognose

  • Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose meist sehr gut. AK-Patienten zeigen keinerlei pathognomonische Symptome.[symptoma.de]

Quellen

Artikel

  1. Lorenzo-Morales J, Khan NA, Walochnik J. An update on Acanthamoeba keratitis: diagnosis, pathogenesis and treatment. Parasite. 2015; 22:10.
  2. Auran JD, Starr MB, Jakobiec FA. Acanthamoeba keratitis. A review of the literature. Cornea. 1987; 6(1):2-26.
  3. Badenoch PR, Adams M, Coster DJ. Corneal virulence, cytopathic effect on human keratocytes and genetic characterization of Acanthamoeba. Int J Parasitol. 1995; 25(2):229-239.
  4. Bharathi JM, Srinivasan M, Ramakrishnan R, Meenakshi R, Padmavathy S, Lalitha PN. A study of the spectrum of Acanthamoeba keratitis: a three-year study at a tertiary eye care referral center in South India. Indian J Ophthalmol. 2007; 55(1):37-42.
  5. Lorenzo-Morales J, Martin-Navarro CM, Lopez-Arencibia A, Arnalich-Montiel F, Pinero JE, Valladares B. Acanthamoeba keratitis: an emerging disease gathering importance worldwide? Trends Parasitol. 2013; 29(4):181-187.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:39