Digitaler Gesundheitsassistent & Symptom Checker | Symptoma
0%
Neustart

Sind Sie sicher, dass Sie die Konversation neu starten und die eingegebenen Daten zurücksetzen wollen?

Über COVID-19 Jobs Presse Nutzungsbedingungen Datenschutz Impressum Medizinprodukt Sprache
Sprachen
Vorgeschlagene Sprachen
Deutsch (German) de
Andere Sprachen 0
2.1
Alkoholbedingte Demenz
Demenz durch Alkoholkonsum
Der langfristige, übermäßige Konsum von Alkohol kann zur Schädigung neuronalen Gewebes führen. Eine mögliche Folge dessen ist die alkoholbedingte Demenz (AD). Betroffene zeigen zudem häufig eine veränderte Persönlichkeit, kognitive Beeinträchtigungen und Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit ihren Mitmenschen.

Symptome

Die alkoholbedingte Schädigung des Gehirns geht mit Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens, mit kognitiven Beeinträchtigungen sowie mit einer Demenz im engeren Sinne einher:

  • Die Betroffenen sind leicht reizbar, oft eifersüchtig, neidisch, frustriert und schnell verärgert. Da die Hemmschwelle insgesamt herabgesetzt wird, werden die genannten Emotionen offen zum Ausdruck gebracht und unangemessene Verhaltensweisen gezeigt [1]. Familienmitglieder und Freunde beschreiben den AD-Patienten nicht selten als emotional labil, geben an, er leide an Stimmungsschwankungen und hätte sein Einfühlungsvermögen verloren. Gleichzeitig haben die Patienten jedoch Angst, allein zu sein.
  • Die kognitive Beeinträchtigung zeigt sich in der Unfähigkeit, den Alltag allein zu meistern [2]. Der Patient tut sich schwer, Entscheidungen zu treffen, Ereignisse einander zuzuordnen und Probleme zu lösen. Weiterhin können Betroffene an Wortfindungsstörungen leiden, können Konversationen nur mit Mühe folgen und erkennen bekannte Gesichter zuweilen nicht. Ihre räumliche und zeitliche Orientierung ist regelmäßig eingeschränkt.
  • Die Demenz manifestiert sich als anterograde oder retrograde Amnesie [3]. Der Terminus anterograde Amnesie bezieht sich auf das Unvermögen des Patienten, neue Erinnerungen zu erschaffen, d.h. zu lernen. Im Gegensatz dazu bedeutet eine retrograde Amnesie, dass er sich nicht mehr an bereits Erfahrenes erinnern kann. Diese Kondition verstärkt die Disorientierung und die Probleme beim Erkennen seiner Mitmenschen. Der Patient ist verwirrt, frustriert und zeigt dann umso stärker die oben genannten Verhaltensauffälligkeiten.

Diagnostik

Die Diagnose der AD basiert auf der medizinischen Vorgeschichte und den Ergebnissen der klinischen Untersuchung. Für gewöhnlich kann hier ein Zusammenhang zwischen einem langfristigen Alkoholmissbrauch und physischen und mentalen Konsequenzen der Sucht hergestellt werden. Dieser Zusammenhang ist essenziell für die Diagnosestellung, da die klinischen Symptome der AD nur wenig spezifisch sind und auch bei anderen Formen der Demenz auftreten können [4]. Es ist außerdem wichtig, die Symptome weiterer alkoholbedingter, organischer Leiden und eventuell die Komplikationen eines Alkoholentzugs nicht mit denen der neurologischen Problematik zu verwechseln [2] [3]. Deshalb wird generell empfohlen, eine AD nicht früher als 60 Tage nach absoluter Abstinenz zu stellen, wenn die Entzugssymptome bereits abgeklungen sind.

Der Mini-Mental-Status-Test ist ein wenig aufwendiger Test zur Einschätzung des geistigen Zustandes des Patienten. Die Resultate, die mit Hilfe dieses Tests erhoben werden können, unterstützen den Verdacht auf eine Demenz. Zur Bestätigung der Diagnose AD sollten entsprechend dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Kognitive Beeinträchtigung einschließlich anterograder oder retrograder Amnesie sowie Aphasie, Apraxie, Agnosie oder Probleme beim abstrakten Denken und Planen. Im Rahmen einer AD treten immer kognitive Beeinträchtigungen und Gedächtnisstörungen auf.
  • Die kognitiven und Gedächtnisprobleme beeinträchtigen das soziale und/oder berufliche Leben des Patienten. Es ist wichtig, die kognitiven Fähigkeiten zu denen ins Verhältnis zu setzen, die die Person früher gezeigt hat; es muss ein Verlust kognitiver Funktionen erkennbar sein.
  • Die festgestellten Symptome sind von Dauer und klingen auch nach der Phase des Alkoholentzugs nicht ab.
  • Die medizinische Vorgeschichte, Resultate der klinischen Untersuchung und Ergebnisse von Laboranalysen befürworten einen Zusammenhang zwischen der Symptomatik und dem Alkoholmissbrauch.

Es wurde wiederholt vorgeschlagen, diese diagnostischen Kriterien zu ergänzen. So wird empfohlen, eine AD erst nach mindestens fünfjährigem Alkoholmissbrauch zu diagnostizieren und nur dann, wenn erste Symptome der Demenz innerhalb von drei Jahren der Abstinenz auftreten. Eine derart lange Periode des übermäßigen Alkoholkonsums führt zu weiteren organischen Schäden, sodass der AD-Patient im Normalfall auch über hepatische, kardiovaskuläre, gastrointestinale oder andere alkoholbedingte Beschwerden klagt.

Bis heute liegt keine universell akzeptierte Definition der AD vor. Insbesondere die Abgrenzung vom Wernicke-Korsakow-Syndrom bereitet immer wieder Probleme [5].

Therapie

Die Behandlung der alkoholbedingten Demenz konzentriert sich auf die Reduzierung des Alkoholkonsums und die Unterstützung der kognitiven Funktionen. Zu den Maßnahmen gehören:

  • Alkoholentzug und Rehabilitation
  • Ernährungsunterstützung, insbesondere die Ergänzung von Vitamin B1 (Thiamin)
  • Kognitive Rehabilitationstherapien
  • Medikamente zur Behandlung von Begleitsymptomen wie Depressionen oder Angstzuständen

Prognose

Die Prognose bei alkoholbedingter Demenz hängt stark von der Abstinenz und der frühzeitigen Behandlung ab. Bei einigen Patienten kann es zu einer teilweisen Erholung der kognitiven Funktionen kommen, wenn der Alkoholkonsum gestoppt wird. In fortgeschrittenen Fällen kann die Schädigung jedoch irreversibel sein.

Ätiologie

Die Hauptursache der alkoholbedingten Demenz ist der chronische Missbrauch von Alkohol. Alkohol wirkt neurotoxisch und kann zu einer Schädigung der Gehirnzellen führen. Zudem kann Alkohol die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen, was zu Mangelzuständen führt, die die Gehirnfunktion weiter verschlechtern.

Epidemiologie

Alkoholbedingte Demenz ist weltweit verbreitet, wobei die Prävalenz in Regionen mit hohem Alkoholkonsum höher ist. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, was auf unterschiedliche Trinkgewohnheiten zurückzuführen sein könnte.

Pathophysiologie

Die Pathophysiologie der alkoholbedingten Demenz umfasst direkte neurotoxische Effekte von Alkohol auf das Gehirn sowie sekundäre Effekte durch Nährstoffmängel. Besonders betroffen sind die Bereiche des Gehirns, die für Gedächtnis und Lernen verantwortlich sind, wie der Hippocampus.

Prävention

Die wirksamste Prävention gegen alkoholbedingte Demenz ist die Vermeidung von übermäßigem Alkoholkonsum. Aufklärung über die Risiken von Alkoholmissbrauch und die Förderung eines gesunden Lebensstils sind entscheidend. Regelmäßige medizinische Untersuchungen können helfen, frühe Anzeichen zu erkennen.

Zusammenfassung

  1. Bonnet U, Taazimi B, Borda T, Grabbe HD. Improvement of a woman's alcohol-related dementia via off-label memantine treatment: a 16-month clinical observation. Ann Pharmacother. 2014; 48(10):1371-1375.
  2. Marksteiner J, Bodner T, Gurka P. [Alcohol-induced cognitive disorder: alcohol dementia]. Wien Med Wochenschr. 2002; 152(3-4):98-101.
  3. Vetreno RP, Hall JM, Savage LM. Alcohol-related amnesia and dementia: animal models have revealed the contributions of different etiological factors on neuropathology, neurochemical dysfunction and cognitive impairment. Neurobiol Learn Mem. 2011; 96(4):596-608.
  4. Berlit P, Hennerici M, Vetter P. [The differential diagnosis of Alzheimer's dementia from the neurological viewpoint]. Dtsch Med Wochenschr. 1990; 115(45):1724-1728.
  5. Ridley NJ, Draper B, Withall A. Alcohol-related dementia: an update of the evidence. Alzheimers Res Ther. 2013; 5(1):3.

Patientenhinweise

Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, übermäßigen Alkohol konsumiert und Anzeichen von Gedächtnisverlust oder anderen kognitiven Problemen zeigt, ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Reduzierung des Alkoholkonsums und eine gesunde Ernährung können helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Sprachen
Vorgeschlagene Sprachen
Deutsch (German) de
Andere Sprachen 0
Sitemap: 1-200 201-500 -1k -2k -3k -4k -5k -6k -7k -8k -9k -10k -15k -20k -30k -50k -100k 2.1
Über Symptoma.ch COVID-19 Jobs Presse
Kontakt Nutzungsbedingungen Datenschutz Impressum Medizinprodukt