Symptome
Man unterscheidet vier wesentliche Formen der Aspergillose, die jeweils ein anderes klinisches Bild aufweisen: die allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA), das Aspergillom, die chronisch nekrotisierende pulmonale Aspergillose (CNPA) und die invasive Aspergillose.
Die ABPA tritt besonders häufig bei Asthmatikern und Patienten mit zystischer Fibrose auf, bei denen es nach einer gewissen Zeit zu einer Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber der Pilzbesiedlung kommt. Zu den typischen Symptomen gehören Fieber, Husten, die Bildung von Schleimpfropfen und Lungeninfiltraten, die auf eine antibakterielle Therapie nicht anzusprechen scheinen. ABPA tritt häufig in Verbindung mit einer allergischen Pilzsinusitis auf, wobei der Patient die typischen Symptome einer chronischen Sinusitis, insbesondere eitrigen Nasenausfluss, aufweist.
Das wichtigste Symptom des Aspergilloms ist zweifellos die Hämopotyse, die bei 40-60 % der von dieser Form der Aspergillose betroffenen Patienten auftritt und mitunter lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Weniger häufig, aber dennoch typisch für das Aspergillom, sind Husten und Fieber.
Die CNPA hingegen manifestiert sich in der Regel in einer subakuten Lungenentzündung, die gleichfalls nicht auf Antibiotika anspricht. Die Pneumonie schreitet in den folgenden Wochen langsam voran und wird bald von den klassischen Symptomen der Erkrankung, nämlich Fieber, Husten, manchmal auch Nachtschweiß und Gewichtsverlust, begleitet. Darüber hinaus bestehen in den allermeisten Fällen die Symptome der Grunderkrankung, die den Patienten erst anfällig für die CNPA gemacht haben: Oft sind das die steroidabhängige chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder der Alkoholismus.
Die invasive Aspergillose schließlich betrifft in der Regel Patienten, die längerfristig immunsupprimiert sind und/oder bei denen eine signifikante Neutropenie besteht. Dazu gehören insbesondere Empfänger solider Organtransplantate und hierunter vor allem jene, die sich einer Lungentransplantation unterzogen haben. Des Weiteren prädisponiert die chronisch obstruktive Lungenerkrankung zur invasiven Aspergillose. Auch im Fall dieser Form der Aspergillose entwickeln die Betroffenen Fieber und Husten sowie Hämoptyse, dazu pleuritischen Brustschmerz und Dyspnoe.
Diagnostik
Das wichtigste Instrument in der Aspergillosediagnostik ist die Lichtmikroskopie. In der Silberfärbung stellen sich Aspergillosepilze als längliche Hyphen mit klar definierten, grau-schwarzen Wänden dar [16]. Die Hyphen erscheinen septiert und haben einen Durchmesser von 2,5 bis 4,5 µm. Diese Strukturen sind nicht immer klar und deutlich zu erkennen und werden zuweilen mit Vertretern der Zygomyzeten verwechselt [16], einem anderen Stamm terrestrischer Pilze, die hauptsächlich als Parasiten von Tieren und Pflanzen und manchmal in symbiotischen Beziehungen mit ihnen leben. Das besondere Merkmal dieser Hyphen ist ihr progressives Verzweigungsmuster, das zur Bildung spitzer Winkel von etwa 45° neigt [16].
Die Diagnose einer pulmonalen Aspergillose lässt sich auch durch Röntgenaufnahmen und CT-Scans des Thorax untermauern, in denen die Kolonien der Hyphen zunächst als Halo-Zeichen erscheinen und später Luftsichelzeichen zu erkennen sind [17].
Therapie
Die Behandlung der Aspergillose hängt von der Form und Schwere der Erkrankung ab. Antimykotische Medikamente wie Voriconazol sind die Hauptstütze der Therapie bei invasiver Aspergillose. Bei der allergischen Form können Kortikosteroide eingesetzt werden, um die Entzündungsreaktion zu reduzieren. In einigen Fällen, insbesondere bei Aspergillomen, kann eine chirurgische Entfernung erforderlich sein.
Prognose
Die Prognose der Aspergillose variiert stark. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung ist die Prognose in der Regel gut, insbesondere bei der allergischen Form. Die invasive Aspergillose hat jedoch eine höhere Sterblichkeitsrate, insbesondere bei Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem. Eine rechtzeitige und angemessene Behandlung ist entscheidend für den Krankheitsverlauf.
Ätiologie
Aspergillose wird durch Inhalation von Aspergillus-Sporen verursacht, die in der Luft vorhanden sind. Die meisten Menschen atmen diese Sporen täglich ein, ohne krank zu werden. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder bestehenden Lungenerkrankungen können die Sporen jedoch Infektionen verursachen. Risikofaktoren sind unter anderem Chemotherapie, Organtransplantationen und chronische Lungenerkrankungen.
Epidemiologie
Aspergillose ist weltweit verbreitet, wobei die Häufigkeit je nach Region und Umweltbedingungen variiert. In Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen kann es zu Ausbrüchen kommen, insbesondere in Bereichen mit Bauarbeiten, die die Sporenkonzentration in der Luft erhöhen. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind am stärksten gefährdet.
Pathophysiologie
Die Pathophysiologie der Aspergillose hängt von der Form der Erkrankung ab. Bei der allergischen Form führt die Inhalation von Sporen zu einer Überreaktion des Immunsystems, was zu Entzündungen und Atemwegsverengungen führt. Bei der invasiven Form dringen die Sporen in das Gewebe ein und verursachen Gewebeschäden und Entzündungen, die sich auf andere Organe ausbreiten können.
Prävention
Die Prävention der Aspergillose konzentriert sich auf die Minimierung der Exposition gegenüber Aspergillus-Sporen. In Krankenhäusern können spezielle Luftfiltersysteme und Schutzmaßnahmen das Risiko einer Infektion verringern. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten den Kontakt mit potenziellen Quellen wie Komposthaufen oder Baustellen vermeiden.
Zusammenfassung
Aspergillose ist eine ernstzunehmende Infektionskrankheit, die durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus verursacht wird. Sie betrifft vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem und kann in verschiedenen Formen auftreten, von allergischen Reaktionen bis hin zu invasiven Infektionen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine gute Prognose.
Patientenhinweise
Patienten, die an Aspergillose leiden oder ein Risiko für die Erkrankung haben, sollten sich über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Bei Verdacht auf eine Aspergillose sollte umgehend medizinischer Rat eingeholt werden.
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