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Chronische Lebererkrankung

Eine chronische Lebererkrankung (CLE) mag vielerlei Ursachen haben, z.B. Autoimmunerkrankungen, Virusinfektionen, Neoplasien oder eine Exposition gegenüber hepatotoxischen Substanzen. Weil die Leber eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielt, ruft die CLE unterschiedlichste Symptome hervor. Diese ergeben sich unter anderem aus Einschränkungen der Synthese von Koagulationsfaktoren und anderen Proteinen sowie aus einem verminderten Abbau von Bilirubin und neurotoxischen Substanzen.


Symptome

Im Gegensatz zu Individuen mit akuten Erkrankungen der Leber leiden CLE-Patienten meist nicht an Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen. Häufigstes Symptom der CLE ist unabhängig von der Ursache der Hepatopathie eine vermehrte Müdigkeit, aber gleichzeitig klagen Betroffene oft über Schlafstörungen. Zu den systemischen Beschwerden, die durch eine CLE hervorgerufen werden, zählen außerdem vegetative Defizite, die sich beispielsweise in einer gestörten Blutdruckregulation zeigen [1] [2]. Aufgrund einer andauernden Vasodilatation ist der Blutdruck Betroffenener meist reduziert und bei Patienten, die zugleich an einer Hypertonie leiden, kann gar eine gewisse Kompensation stattfinden, die eine diagnostische Herausforderung darstellt [3]. Ein verminderter Blutdruck trägt zur CLE-assoziierten Müdigkeit bei, ist aber wohl nicht deren einziger Auslöser.

Klassisches Symptom einer Hepatopathie ist der Ikterus, der sich einstellt, weil die Konjugation des indirekten Bilirubins nur noch eingeschränkt erfolgt bzw. weil die Sekretion des direkten Bilirubins in die Gallenkanälchen gestört ist. Da die Ausscheidung des Bilirubins dann renal und nicht über den Darm erfolgt, färbt sich der Urin dunkel, der Stuhl dagegen bleibt hell. Beim Ikterus handelt es sich um ein wichtiges Symptom der CLE, aber nicht alle Formen der CLE führen zur charakteristischen Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten. So ruft die primäre biliäre Zirrhose oft erst in fortgeschrittenen Stadien einen Ikterus hervor [4].

Eine der wichtigsten Funktionen der Leber ist die Synthese von Proteinen wie Koagulationsfaktoren und Albumin. Es sollte daher nicht überraschen, dass eine CLE zur Koagulopathie prädisponiert. Allerdings ist sowohl die Synthese prokoagulatorischer Faktoren als auch die der Koagulationshemmer reduziert und klinisch lässt sich nicht notwendigerweise eine Thrombophilie oder hämorrhagische Diathese feststellen [5]. Beide Konditionen können jedoch im Rahmen einer CLE auftreten. Bezüglich der reduzierten Albuminsynthese ist die wohl auffälligste Konsequenz eine Verminderung der Osmolarität des Blutes, was zur Bildung einer Aszites, möglicherweise auch eines Pleuraergusses und peripherer Ödeme führt.

Schließlich kann eine CLE auch motorische und sensorische Ausfälle sowie zentralnervöse Symptome provozieren, weil die Entgiftungsfunktion der Leber eingeschränkt ist [6].

Anämie
  • Lebersynthesestörung ( Albumin, Quick-Wert, CHE ) Ammoniak Anämie Bildgebung wie Steatosis hepatis Alkoholische Leberzirrhose Siehe Leberzirrhose Bioptische Sicherung der Diagnose Pathologie Differentialdiagnosen Therapie Komplikationen Kodierung nach[amboss.miamed.de]
  • , perniziöse Anämie, Colitis ulcerosa) in bis zu 50 %, Zirrhose in 45 % der Fälle.[de.wikibooks.org]
  • Die Ferritinbestimmung dient häufig als einziger Wert zur Abgrenzung einer Eisenmangelanämie (Blutarmut) zu anderen Erkrankungen mit Anämie.[docmed.tv.vitanet.de]
Nierenversagen
  • Die Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen ist häufig eine weitere Folge der komplexen Störungen. Die Folgen und Komplikationen lassen sich durch inzwischen verfügbare medizinische Maßnahmen teilweise beherrschen.[gbe-bund.de]
  • Diagnostik [ Bearbeiten ] Die Diagnose des hepatorenalen Syndrom beruht auf dem Ausschluss anderer Ursachen des Nierenversagens und richtet sich (beim Vorliegen einer dekompensierten Leberzirrhose plus Verschlechterung der Nierenfunktion) nach folgenden[de.wikibooks.org]

Diagnostik

Diagnostische Maßnahmen sollten so gewählt werden, dass nicht nur eine Bestätigung der Diagnose CLE erfolgen kann, sondern dass nach Möglichkeit auch deren Ursache identifiziert wird. Dazu stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung [7]:

  • Zu Anfang wird in der Regel eine Blutuntersuchung durchgeführt. Während erhöhte Serumkonzentrationen klassischer Leberparameter (Alanin-Aminotransferase, Aspartat-Aminotransferase, γ-Glutamyltransferase) eine Leberschädigung anzeigen, sind weitere Alterationen zu erwarten, die sich aus der eingeschränkten Leberfunktion ergeben, z.B. Hyperbilirubinämie, reduzierte Proteinkonzentration, Mangel an Koagulationsfaktoren (außer von-Willebrand-Faktor und Faktor VIII, [5]).
  • Die Leber lässt sich sonographisch gut darstellen, für viele Erkrankungen haben die Computer- und Magnetresonanztomographie allerdings eine höhere Sensitivität und Spezifität.
  • Eine direkte Evaluation des Lebergewebes ist durch die pathohistologische und gegebenenfalls immunhistochemische Aufarbeitung einer Biopsieprobe möglich.
  • Spezielle Untersuchungen sind je nach anamnestischen Angaben und klinischem Bild zu veranlassen und umfassen beispielsweise den Nachweis von Autoantikörpern oder die Detektion von Pathogenen bzw. Antikörpern gegen Erreger von Hepatitiden.

Therapie

  • Alle Artikel zum Thema "Therapieren"[dr-g-herold.de]
  • Anhand der im MRT ermittelten Eisenlast kann entweder die Diagnose gestellt werden, ggf. eine Therapie eingeleitet werden oder eine bereits begonnene Therapie überwacht werden ( 4 ).[radiologie.usz.ch]
  • 127 Chronische Hepatitis 131 Praktische Folgerungen 319 Praktische Folgerungen 336 Leber und Gravidität 368 Praktische Folgerungen 374 Weiterführende Literatur 388 Bibliografische Informationen Titel Hepatitis - Hepatitisfolgen: Praxis der Diagnostik, Therapie[books.google.de]
  • Jahrg. 3/03] Zink in der Therapie von chronischen Lebererkrankungen [Journal Pharmakol. u. Ther. 1/2003 · 12. Jahrgang] Neue Richtlinien zur Ernährung von Diabetikern - Diät im Wandel [Pharmazie in unserer Zeit, 31. Jahrgang 2002, Nr. 3][svendavidmueller.de]
  • Ziel ist es, neue wirkungsvollere nichtinvasive Therapien gegen chronische Lebererkrankungen zu etablieren und Behandlungsansätze zu optimieren, um die Progression zum HCC zu unterdrücken.[experimentelle-chirurgie.med.uni-rostock.de]

Prognose

  • Chronische Leberkrankheiten sind von besonderer Bedeutung für die Diagnostik, Therapie, Überwachung und Prognose, als sie die Tendenz zur Bildung einer Leberfibrose (beginnende Narbenbildung im Leberparenchym) und schließlich einer Leberzirrhose (ausgebildete[medicoconsult.de]
  • Bei der Hepatitis-C-Virusinfektion sind die Symptome wie bei anderen Lebererkrankungen unspezifisch, Die Prognose bei später Erkennung umso schlechter.[radiologie-uni-frankfurt.de]
  • Die Prognose des HRS ist schlecht. Die Überlebenszeit beim Typ 1 beträgt ohne Therapie in der Regel unter einem Monat, bei Typ 2 liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei etwa 20 % nach zwei Jahren.[de.wikibooks.org]
  • Abstinenz verbessert auch bei einer Leberzirrhose im Anfangsstadium die Prognose deutlich. Von Zirrhotikern, die weiter trinken, versterben ungefähr 60 bis 80% innerhalb von fünf Jahren.[gbe-bund.de]
  • Hepatitis: Krankheitsverlauf und Prognose Eine akute Hepatitis heilt meist von selbst wieder aus. Wird sie durch Medikamente oder Alkohol verursacht, hilft ein Verzicht auf diese Stoffe der Leber, sich zu erholen.[netdoktor.de]

Epidemiologie

  • Epidemiologie Ätiologie Klassifikation Symptome/Klinik Diagnostik Frühstadium ( Steatosis hepatis ) Anamnese und körperliche Untersuchung Weiche Vergrößerung der Leber Labor Unspezifische, aber typische Veränderungen γ-GT und Ferritin im Serum MCV CDT[amboss.miamed.de]
  • Die histologische Einteilung ist wie folgt: Bezeichnung Durchmesser der Regeneratknötchen Mikronoduläre Leberzirrhose bis 3 mm Makronoduläre Leberzirrhose 3 mm bis 3 cm Gemischtknotige Leberzirrhose variabel 3 Epidemiologie Die Inzidenz in westlichen[flexikon.doccheck.com]
  • Vertiefende Literatur Bode, J.C. [ 1984 ]: Epidemiologie und sozioökonomische Bedeutung der chronischen Lebererkrankungen. In: Goebell, H.; Hotz, J.; Farthmann, E.H. ( Hrsg. ) [ 1984 ]: Der chronisch Kranke in der Gastroenterologie.[gbe-bund.de]
  • Epidemiologie [ Bearbeiten ] Das Hepatozelluläre Karzinom ist weltweit einer der häufigsten bösartigen Tumoren. Etwa 6 % aller Krebserkrankungen beim Mann und circa 3 % bei der Frau sind Leberzellkarzinome.[de.wikibooks.org]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Pathophysiologie [ Bearbeiten ] Am Beginn einer Hepatitis steht immer die Schädigung und Zerstörung der Leberzellen.[de.wikibooks.org]

Quellen

Artikel

  1. Chaudhry V, Corse AM, O'Brian R, Cornblath DR, Klein AS, Thuluvath PJ. Autonomic and peripheral (sensorimotor) neuropathy in chronic liver disease: a clinical and electrophysiologic study. Hepatology. 1999; 29(6):1698-1703.
  2. Newton JL, Jones DE. Managing systemic symptoms in chronic liver disease. J Hepatol. 2012;56(1):S46-55.
  3. Henriksen JH, Moller S. Hypertension and liver disease. Curr Hypertens Rep. 2004; 6(6):453-461.
  4. Leuschner U. Primary biliary cirrhosis--presentation and diagnosis. Clin Liver Dis. 2003; 7(4):741-758.
  5. Tripodi A. Hemostasis in Acute and Chronic Liver Disease. Semin Liver Dis. 2017; 37(1):28-32.
  6. Sureka B, Bansal K, Patidar Y, Rajesh S, Mukund A, Arora A. Neurologic Manifestations of Chronic Liver Disease and Liver Cirrhosis. Curr Probl Diagn Radiol. 2015; 44(5):449-461.
  7. Blum HE. [Chronic liver disease--diagnostic work-up]. Praxis (Bern 1994). 2006; 95(34):1271-1274.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:37