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Chronische Niereninsuffizienz

Chronisches Nierenversagen

Die chronische Niereninsuffizienz betrifft eine signifikante Anzahl von Personen in entwickelten Ländern, speziell in den Vereinigten Staaten. Die progressive Natur der Erkrankung zusammen mit einer markanten Verringerung der Lebensqualität sind ein Hauptgrund für die Notwendigkeit einer möglichst frühen Diagnose. Langfristige Komplikationen einer chronischen Niereninsuffizienz sind unter anderem Anämie, progressiver Knochenschwund, kardiovaskuläre Erkrankungen wie Hypertonie und Herzversagen und Dyslipidämien. Für eine optimale Behandlung und gute Prognose sind umfassende Laboruntersuchungen und die Bewertung des Stadiums der chronischen Niereninsuffizienz nötig.


Symptome

Personen mit chronischer Niereninsuffizienz haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre und metabolische Komplikationen wie Sekundärerkrankungen des Skelettsystems. Im Verlauf der Jahre nimmt die Lebensqualität der Patienten allmählich ab [1] [2] [3] [4]. Ein Leitsymptom der chronischen Niereninsuffizienz ist Anämie, die in bis zu 50% der Fälle auftritt [1] [4]. Die Anämie manifestiert infolge der eingeschränkten Fähigkeit der geschädigten Nieren Erythropoietin zu produzieren, was zu verschiedenen kardiovaskulären Krankheitsbildern wie einer linksventrikulären Hypertrophie, Hypertonie, Angina pectoris und Herzversagen führen kann [1] [4]. Schwindel, Erschöpfung und allgemeine Antriebslosigkeit wird bei der Mehrheit der Patienten beobachtet, hinzu kommen Pruritus und Schmerzsymptome [5]. Dyslipidämie ist ein häufiger Befund, der das Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen weiter begünstigt, die in diesem Kontext in bis zu 40% der Fälle fatal sind [1] [6]. Renale Osteodystrophie bezeichnet pathologische Veränderungen des Skelettsystems infolge einer chronischen Nierenerkrankung. Bei den vier Subtypen - Osteitis fibrosa cystica, Osteomalazie, adynamische Knochenkrankheit und kombinierte Osteodystrophie - sind eine Störung der Balance zwischen Knochenwachstum und -Abbau sowie hartnäckige Albuminurie und Proteinurie charakteristisch [1]. Anomalien im Elektrolyt- und Hormonhaushalt - speziell Hyperphosphatämie und Parathormonstörungen - treten im späteren Krankheitsverlauf auf und haben einen starken Effekt auf die Morbidität [1] [6].

Kopfschmerz
  • Hypokalzämie, metabolische Azidose Herz und Kreislauf: Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, Perikarditis Lunge: Lungenödem, Pleuritis Magen-Darmtrakt: Foetor ex ore, Nausea, Erbrechen, Diarrhoe Zentrales Nervensystem ( ZNS ): Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen[flexikon.doccheck.com]
Verwirrtheit
  • […] metabolische Azidose Herz und Kreislauf: Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, Perikarditis Lunge: Lungenödem, Pleuritis Magen-Darmtrakt: Foetor ex ore, Nausea, Erbrechen, Diarrhoe Zentrales Nervensystem ( ZNS ): Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Verwirrtheit[flexikon.doccheck.com]
  • Auch auf das Nervensystem kann sich die als Urämie bezeichnete Vergiftung mit harnpflichtigen Substanzen auswirken - in Form von Sensibilitätsstörungen und Konzentrationsschwächen bis hin zur Verwirrtheit.[netdoktor.at]
Tremor
Myoklonus
  • Apathie, Konzentrationsschwäche, Myoklonus und Schlaflosigkeit Enzephalopathie urämische sind häufig Frühsymptome der urämischen Enzephalopathie.[eref.thieme.de]
Somnolenz
  • […] zentrales Nervensystem: Kopfschmerz, Übererregbarkeit des neuromuskulären Systems, Wesensveränderungen, Somnolenz, Koma[eref.thieme.de]
Anämie
  • Patienten mit fortgeschrittener chronischer Niereninsuffizienz chronische hämatologische Veränderungen Anämie renale Niereninsuffizienz (meist GFR   30 ml/min) entwickeln eine normochrome normozytäre Anämie Anämie normochrome.[eref.thieme.de]
Blässe
  • Haut: Ödeme (peripher), Blässe (Anämie?), Juckreiz (beginnende Urämie?)[eref.thieme.de]
Schwäche
Großer Perikarderguss
  • Erst bei sehr großen Perikardergüssen finden sich im Rö-Thorax Verbreiterungen der Herzsilouette ( Abb. 8.37).[eref.thieme.de]
Ermüdung
  • Die allgemeine Anämiesymptomatik besteht aus Ermüdung, Müdigkeit Schwäche, Lethargie, Schlafstörungen und einer allgemeinen Minderung der körperlichen Ausdauer. Diese Symptomatik verstärkt sich, wenn andere urämische Komplikationen hinzutreten.[eref.thieme.de]
Tachypnoe
  • Klinische Beschwerden wie Dyspnoe und Tachypnoe sind häufig milde. Die Azidose verstärkt zudem die Hyperkaliämie, hemmt den Proteinanabolismus und fördert die Freisetzung von Kalzium aus dem Knochen.[eref.thieme.de]
Asterixis
Petechien
  • […] blutbildendes System: Anämie, hämorrhagische Diathese (Petechien Hautblutungen, punktförmige Blutung petechiale Petechien, Ekchymosen), Leukozytose[eref.thieme.de]
Erbrechen
  • Magen-Darm-Trakt: Übelkeit Übelkeit Urämie, Erbrechen Erbrechen Urämie, Durchfälle, Gastritis, Blutungen, urämische Gastroenteritis[eref.thieme.de]
Nausea
  • Störungen des Wasser-, Elektrolyt- und Säuren-Basen-Haushalts: Hyperkaliämie, Hyponatriämie, Hypokalzämie, metabolische Azidose Herz und Kreislauf: Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, Perikarditis Lunge: Lungenödem, Pleuritis Magen-Darmtrakt: Foetor ex ore, Nausea[flexikon.doccheck.com]
Rezidivierendes Erbrechen
  • Rezidivierendes Erbrechen wird unter der aggressiven Ernährungstherapie häufig beobachtet und sollte nach Ausschuss einer pathologischen Ursache in Kauf genommen werden.[eref.thieme.de]
Appetitverlust
  • Typisch für dieses Stadium der dekompensierten Retention sind Appetitverlust, Übelkeit, morgendliches Erbrechen, Juckreiz, Muskelkrämpfe und Knochenschmerzen.[netdoktor.at]
Epistaxis
Knochenschmerz
  • Knochenschmerzen bei Erstdiagnose einer schweren Nierenfunktionsstörung müssen differenzialdiagnostisch zunächst an ein multiples Myelom als Ursache der Niereninsuffizienz und der Knochenschmerzen denken lassen Myelom, multiples Niereninsuffizienz, chronische[eref.thieme.de]
Muskelkrampf
  • Typisch für dieses Stadium der dekompensierten Retention sind Appetitverlust, Übelkeit, morgendliches Erbrechen, Juckreiz, Muskelkrämpfe und Knochenschmerzen.[netdoktor.at]
Zahnfleischbluten
  • Müdigkeit, Blässe bei ausgeprägter Anämie, Dyspnoe, Nasen- und Zahnfleischbluten, gastrointestinale Blutung, Ekchymosen[eref.thieme.de]
Polyurie
Anurie
Urämischer Fötor

Diagnostik

Die Diagnose einer chronischen Niereninsuffizienz ist im frühen Stadium nicht trivial, was umfassende Laboruntersuchungen umso notwendiger macht. Manchmal wird die chronische Niereninsuffizienz als Nierenschädigung bei gleichzeitig reduziertem Albuminwert infolge einer über mindestens drei Monate reduzierten Nierenfunktion, welche durch Berechnung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) auf Basis gemessener Kreatininwerte abgeschätzt wird, definiert [1] [3]. Aus diesem Grund ist eine komplette biochemische Analyse, insbesondere der Elektrolytwerte, des Harnstoffs und ganz besonders von Kreatinin im Serum in Kombination mit Harnanalysen zum allfälligen Nachweis einer Proteinurie nötig, um die Diagnose stellen zu können [1].

Hyperphosphatämie und Hyperparathyreoidismus sind häufige Befunde, ein großes Blutbild weist eine normochromatische normozytäre Anämie nach, was andere Krankheitsbilder wie z.B. einen Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel bei der Diagnoseerstellung ausschließt [1]. Bei der Bewertung der Nierenfunktion ist die Berechnung der GFR entscheidend, wodurch eine Klassifikation der chronischen Niereninsuffizienz möglich wird

  • Stadium 1 - GFR ≥ 90 ml/min/1.73 m² Körperoberfläche bei gleichzeitigem Albuminverlust über den Urin
  • Stadium 2 - GFR zwischen 60 und 89 ml/min/1.73 m²
  • Stadium 3 - GFR zwischen 35 und 59 ml/min/1.73 m²
  • Stadium 4 - GFR zwischen 15 und 29 ml/min/1.73 m²
  • Stadium 5 - GFR < 15 ml/min/1.73 m²

Stadium 5 wird auch als terminale Niereninsuffizienz bezeichnet. Für die exakte Bestimmung des GFR Werts muss die Konzentration von Kreatinin im 24h-Urin durch die Kreatininkonzentration im Serum dividiert und mit dem ermittelten Harnvolumen des 24h-Urins multipliziert werden [1].

Prognose

Epidemiologie

  • Deshalb können nunmehr recht zuverlässige Angaben zur Epidemiologie der CKD gemacht werden:[eref.thieme.de]
  • Die eingeschränkte Nierenfunktion führt daher zu Bluthochdruck. 3 Epidemiologie In Deutschland beträgt die Prävalenz der chronischen Niereninsuffizienz etwa 1.050 Fälle pro Million Einwohner.[flexikon.doccheck.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Thomas R, Kanso A, Sedor JR. Chronic Kidney Disease and Its Complications. Prim Care. 2008;35(2):329-vii.
  2. Coresh J, Selvin E, Stevens LA, et al. Prevalence of chronic kidney disease in the United States. JAMA. 2007;298(17):2038–2047.
  3. Levey AS, Eckardt KU, Tsukamoto Y, et al. Definition and classification of chronic kidney disease: a position statement from Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO). Kidney Int. 2005;67(6):2089–2100.
  4. McClellan W, Aronoff SL, Bolton WK, et al. The prevalence of anemia in patients with chronic kidney disease. Curr Med Res Opin. 2004;20(9):1501–1510.
  5. Almutary H, Bonner A, Douglas C. Symptom burden in chronic kidney disease: a review of recent literature. J Ren Care. 2013;39(3):140-150.
  6. Parmar MS. Chronic renal disease. British Medical Journal. 2002;325(7355):85-90.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:36