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CINCA-Syndrom
Chronisch infantiles Syndrom mit Beteiligung des Nervensystems - der Haut - der Gelenke
Das chronisch-infantile neuro-kutaneo-artikuläre (CINCA) Syndrom ist gekennzeichnet durch neonatales Exanthem, Arthritis und Beteiligung des zentralen Nervensystems aufgrund chronischer Entzündung. Genetische Mutationen, die eine Überstimulation von proinflammatorischen Zytokinen verursachen, sind der Auslöser und müssen zur Diagnosestellung identifiziert werden.

Symptome

Das klinische Erscheinungsbild umfasst eine Vielzahl von Symptomen, aber die Trias von Defekten der Haut, der Gelenke und des zentralen Nervensystems ist das zentrale Kennzeichen dieser Erkrankung. Oftmals ist bereits bei der Geburt ein urtikaria-artiger nicht-juckender Hautausschlag vorhanden [1]. Kopfschmerzen, Übelkeit, veränderte psychische Verfassung, intellektuelle Einschränkungen, Krampfanfälle, Episoden von Hemiplegie und Zustände ähnlich einer chronischen Meningitis gehören zu den das ZNS betreffenden Manifestationen dieser Erkrankung [1] [2]. Gelenkbeteiligung äußert sich häufig als wiederkehrende Schwellungen. Darüber hinaus kommt es zu (schwerer) Arthralgie und Veränderungen in der Epiphyse und Metaphyse [2] [3]. Die Symptome und die Gelenkschmerzen treten symmetrisch auf und Gelenkergüsse werden häufig beobachtet [1]. Zu den weiteren Symptomen zählen Schäden am Sehnerv, die zu Erblindung führen können, fortschreitende Schwerhörigkeit, chronische anteriore Uveitis und Fieberschübe [1] [2].

Diagnostik

Eine gründliche Anamnese ist Voraussetzung für die Diagnosestellung. Werden bei der körperlichen Untersuchung im frühen Kindesalter die typischen Symptome festgestellt, liegt der Verdacht auf CINCA-Syndrom nahe [4]. Die Laborwerte zeigen leicht erhöhte inflammatorische Parameter, wie C-reaktives Protein und Erythrozytensedimenationrate, sowie Anämie und Leukozytose [1].

Im Röntgen sind Osteophyten zu sehen, besonders der Patella. Des Weiteren können Schwerhörigkeit und Optikusatrophie auftreten. Um die Diagnose zu bestätigen, ist ein Gentest für die NLRP3 Mutation notwendig. Standardmäßige Gentests stellen jedoch nur in 50% der Fälle diese Mutation fest. Der Grund hierfür liegt vor allem darin, dass bei einer großen Anzahl von Patienten das CINCA-Syndrom durch somatischen NLRP3 Mosaizismus verursacht wird, was die Diagnose erschwert [5]. Tatsächlich beträgt die Rate der Patienten, die sich als mutations-negativ präsentieren, 10-69%. Exom-Sequenzierung erlaubt eine exaktere Feststellung und wird zunehmend angewendet [5].

Therapie

Die Behandlung des CINCA-Syndroms zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. In den letzten Jahren haben sich Biologika, insbesondere Interleukin-1-Inhibitoren, als wirksam erwiesen, um die Entzündungsreaktionen zu kontrollieren.

Prognose

Die Prognose für Patienten mit CINCA-Syndrom variiert je nach Schweregrad der Symptome und dem Ansprechen auf die Behandlung. Eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Therapie können helfen, die Lebensqualität zu verbessern und Komplikationen zu minimieren. Ohne Behandlung kann das Syndrom jedoch zu schweren körperlichen und neurologischen Beeinträchtigungen führen.

Ätiologie

Das CINCA-Syndrom wird durch Mutationen im NLRP3-Gen verursacht, das eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems spielt. Diese genetischen Veränderungen führen zu einer übermäßigen Aktivierung des Immunsystems, was die chronischen Entzündungen erklärt.

Epidemiologie

Das CINCA-Syndrom ist extrem selten, mit nur wenigen hundert dokumentierten Fällen weltweit. Es tritt unabhängig von Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit auf. Aufgrund seiner Seltenheit wird es oft erst spät erkannt.

Pathophysiologie

Die Pathophysiologie des CINCA-Syndroms beruht auf einer Fehlregulation des Inflammasoms, einem Proteinkomplex, der an der Aktivierung von Entzündungsprozessen beteiligt ist. Die Mutationen im NLRP3-Gen führen zu einer ständigen Aktivierung dieses Komplexes, was die chronischen Entzündungen verursacht.

Prävention

Da das CINCA-Syndrom genetisch bedingt ist, gibt es derzeit keine bekannten Maßnahmen zur Prävention. Eine genetische Beratung kann jedoch für betroffene Familien hilfreich sein, um das Risiko für zukünftige Kinder abzuschätzen.

Zusammenfassung

Das CINCA-Syndrom ist eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung, die durch chronische Entzündungen in Haut, Gelenken und dem zentralen Nervensystem gekennzeichnet ist. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie sind entscheidend, um die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Patientenhinweise

Für Patienten und ihre Familien ist es wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren und eng mit einem spezialisierten medizinischen Team zusammenzuarbeiten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine angepasste Therapie können helfen, die Symptome zu managen und Komplikationen zu vermeiden. Der Austausch mit Selbsthilfegruppen kann ebenfalls eine wertvolle Unterstützung bieten.

Quellen

  1. Prieur AM. A recently recognized chronic inflammatory disease of early onset characterized by the triad of rash, central nervous system involvement and arthropathy. Clin Exp Rheumatol 2001;19:103-106.
  2. Goldbach-Mansky R. Current Status of Understanding the Pathogenesis and Management of Patients With NOMID/CINCA. Curr Rheumatol Rep. 2011;13(2):123-131.
  3. Feldmann J, Prieur A-M, Quartier P, et al. Chronic Infantile Neurological Cutaneous and Articular Syndrome Is Caused by Mutations in CIAS1, a Gene Highly Expressed in Polymorphonuclear Cells and Chondrocytes. Am J Hum Genet. 2002;71(1):198-203.
  4. Paccaud Y, Berthet G, Von Scheven-Gête A, et al. Neonatal treatment of CINCA syndrome. Pediatr Rheumatol Online J. 2014;12:52.
  5. Saito M, Fujisawa A, Nishikomori R, et al. Somatic mosaicism of CIAS1 in a patient with chronic infantile neurologic,cutaneous, articular syndrome. Arthritis Rheum 2005;52:3579-3585.
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