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Differenziertes Schilddrüsenkarzinom
Schilddrüsenkrebs Typ differenziertes Karzinom
Das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom werden als differenzierte Schilddrüsenkarzinome betrachtet, die aufgrund von sowohl genetischen als auch Umweltfaktoren auftreten. Im Unterschied zu gutartigen nodularen Läsionen kommt es bei Schilddrüsenkrebs zum Auftreten einer großen, schmerzhaften Raumforderung und zervikaler Lymphadenopathie.

Symptome

Bei 3-7% der Erwachsenen wird bei der körperlichen Untersuchung ein Knoten an der Schilddrüse festgestellt. Der überwiegende Großteil dieser Raumforderungen ist jedoch gutartig und stellt keine Gefahr für den Patienten dar [1].

Die Wahrscheinlichkeit für Schilddrüsenkrebs ist sehr gering, wenn weitere Begleitsymptome fehlen und keine Risikofaktoren (Positive Familienanamnese oder vorausgegangene Bestrahlung der Region) vorhanden sind. Jedoch wird häufig ein asymptomatischer Krankheitsverlauf in frühen Stadien beobachtet. Papilläre Karzinome manifestieren sich oftmals als asymptomatische, schmerzlose Raumforderungen [2]. Untersuchungsergebnisse wie zervikale Lymphadenopathie, plötzlich einsetzende Halsschmerzen, unerklärliche Veränderungen der Stimme oder Heiserkeit sowie eine schnell wachsende Raumforderung sind mögliche Anzeichen einer malignen Erkrankung. In diesen Fällen ist eine eingehende Untersuchung angezeigt [1].

Diagnostik

Der Ultraschall der Schilddrüse ist das Mittel der Wahl, da es sich um eine schnelle und effiziente Methode zur Feststellung von möglichen Erkrankungen handelt. Merkmale, die auf eine Schilddrüsenmalignität hindeuten, sind Hypoechogenizität, unregelmäßige Ränder, und das Fehlen eines peripheren Halo [3]. Um die Diagnose zu bestätigen, muss eine Feinnadel-Aspiratonsbiopsie gefolgt von einer histologischen Untersuchung durchgeführt werden [3]. Eine Biopsie sollte bei Patienten erfolgen, die einen Knoten von > 1 cm aufweisen oder bei Patienten mit einem kleineren Knoten (< 1 cm), die sich einer Strahlentherapie der Kopf-Hals-Region unterzogen haben oder über eine familiäre Vorgeschichte von Schilddrüsenmalignitäten verfügen [3].

Die papilläre Form zeichnet sich pathohistologisch durch konzentrische eosinophile Kalziumansammlungen aus, die als „Psammomkörper“ bezeichnet werden. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist ein vergrößerter Zellkern mit sogenanntem Milchglasaspekt [2] [4]. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal des follikulären Schilddrüsenkarzinoms ist die Tendenz, kapsuläres Gewebe zu infiltrieren, während unterschiedliche Grade der Differenzierung auftreten [2].

Bei Patienten mit Verdacht auf noduläre Metastasierung muss eine gründliche Untersuchung erfolgen, die insbesondere die Lunge und das Skelett berücksichtigt, da es sich hierbei um die am häufigsten betroffenen Stellen handelt [5] [6].

Eine Kombination von Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie vor einer Operation erlaubt die Beurteilung der lokalen Strukturen und des Gewebes [1]. Der Calcitonin-Serumspiegel kann herangezogen werden, um das Vorhandensein eines medullären Schilddrüsenkarzinoms auszuschließen [3].

Therapie

Die Behandlung des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms hängt von der Größe, dem Stadium und der Ausbreitung des Tumors ab. Häufige Behandlungsoptionen sind:

  • Chirurgie: Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie) ist die häufigste Behandlung.
  • Radiojodtherapie: Zur Zerstörung verbleibender Krebszellen nach der Operation.
  • Hormontherapie: Um die Produktion von Schilddrüsen-stimulierendem Hormon zu unterdrücken.
  • Strahlentherapie: In seltenen Fällen, wenn der Krebs nicht vollständig operativ entfernt werden kann.

Prognose

Die Prognose für Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom ist in der Regel gut, insbesondere bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung. Die Überlebensrate liegt bei über 90% für die meisten Patienten, insbesondere bei jüngeren Menschen und bei kleineren Tumoren.

Ätiologie

Die genaue Ursache des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms ist nicht vollständig verstanden, aber es gibt mehrere Risikofaktoren:

  • Genetische Prädisposition: Familiäre Häufung von Schilddrüsenkrebs.
  • Strahlenexposition: Insbesondere in der Kindheit.
  • Jodmangel: Kann das Risiko für bestimmte Typen erhöhen.

Epidemiologie

Das differenzierte Schilddrüsenkarzinom ist die häufigste Form von Schilddrüsenkrebs und tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Es wird oft bei Menschen im Alter von 30 bis 50 Jahren diagnostiziert.

Pathophysiologie

Das differenzierte Schilddrüsenkarzinom entsteht aus den follikulären Zellen der Schilddrüse. Diese Zellen beginnen, sich unkontrolliert zu teilen, was zur Bildung eines Tumors führt. Die gut differenzierten Zellen behalten einige der Funktionen normaler Schilddrüsenzellen bei, was ihre langsamere Wachstumsrate erklärt.

Prävention

Es gibt keine spezifische Methode zur Prävention des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms, aber einige Maßnahmen können das Risiko verringern:

  • Vermeidung unnötiger Strahlenexposition: Besonders in der Kindheit.
  • Ausreichende Jodzufuhr: Durch eine ausgewogene Ernährung.

Zusammenfassung

Das differenzierte Schilddrüsenkarzinom ist eine gutartige Form von Schilddrüsenkrebs mit einer hohen Überlebensrate. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine positive Prognose. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus Chirurgie, Radiojodtherapie und Hormontherapie.

Patientenhinweise

Wenn Sie Symptome wie einen Knoten im Hals, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine frühzeitige Untersuchung kann helfen, Schilddrüsenkrebs frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Achten Sie auf eine ausreichende Jodzufuhr in Ihrer Ernährung und vermeiden Sie unnötige Strahlenexposition, um Ihr Risiko zu verringern.

Quellen

  1. Perros, P, Boelaert, K, Colley, S, et al. Guidelines for the management of thyroid cancer. Clin Endocrinol. 2014;81:1–122.
  2. Aster, JC, Abbas, AK, Robbins, SL, Kumar, V. Robbins basic pathology. Ninth edition. Philadelphia, PA: Elsevier Saunders; 2013.
  3. Pacini F, Castagna MG, Brilli L, Pentheroudakis G. Thyroid cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2010;21(5):v214-219.
  4. LiVolsi VA. Papillary thyroid carcinoma: an update. Mod Pathol. 2011;24(2):S1-9.
  5. Pittas AG, Adler M, Fazzari M, et al. Bone metastases from thyroid carcinoma: Clinical characteristics and prognostic variables in one hundred forty-six patients. Thyroid. 2000;10:261–268.
  6. Ruegemer JJ, Hay ID, Bergstralh EJ, et al. Distant metastases in differentiated thyroid carcinoma: a multivariate analysis of prognostic variables. J Clin Endocrinol Metab. 1988;67:501-508.
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