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Duodenalfistel

Der Terminus Duodenalfistel beschreibt einen Kanal, der den Zwölffingerdarm mit anderen Strukturen im Körperinneren oder mit der Haut verbindet. Eine solche abnorme Verbindung zwischen dem proximalen Dünndarmabschnitt und anderen Organen kann beispielsweise auf chirurgische Eingriffe, eine Strahlentherapie oder Malignome zurückzuführen sein. Die Vorgeschichte des Patienten spielt deshalb eine wichtige Rolle bei der Aufarbeitung des Falles, und darüber hinaus sind die Befunde von klinischer Untersuchung, labordiagnostischen Analysen und bildgebenden Verfahren zu berücksichtigen.


Symptome

Vom Duodenum und anderen Abschnitten des Gastrointestinaltrakts aus können sich Fisteln zu Organen in Brust- oder Bauchhöhle oder zur Körperoberfläche bilden. Am häufigsten werden Duodenalfisteln gesehen, die den Zwölffingerdarm mit dem Kolon oder der Aorta, seltener mit den Gallenwegen verbinden [1] [2] [3]. Als Risikofaktoren für die Entstehung einer Duodenalfistel gelten vorausgehende chirurgische Eingriffe, bei denen eine Eröffnung der Bauchhöhle erfolgte und/oder die Aorta manipuliert wurde, sowie andere Formen des abdominalen Traumas, entzündliche Prozesse im Abdomen - vor allem perforiertes Ulcus duodeni, Appendizitis, chronisch-entzündliche Darmerkrankung -, Neoplasien des Pankreas und gynäkologische Tumoren, und schließlich eine Bestrahlung derselben.

Die Symptome, die bei bestehender Duodenalfistel auftreten, hängen stark von der Grunderkrankung ab. Beispielhaft sollen beschrieben werden:

  • Koloduodenalfistel. Hierbei handelt es sich meist um eine Komplikation abdominaler Eingriffe, aber auch Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung oder Darmkrebs sind hierfür prädisponiert [4]. Typische Symptome sind allgemeines Unwohlsein, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, chronische Diarrhoe und Gewichtsverlust [2] [5].
  • Aortoduodenalfistel. Die Aorta abdominalis verläuft nahe des Duodenums, weshalb Duodenalfisteln zu dieser Arterie häufiger auftreten als zu allen anderen Gefäßen [1]. Die klassische Symptomtrias, die ein solches Geschehen anzeigt, umfasst abdominelle Schmerzen, eine palpierbare Masse im Oberbauch und Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt [6] [7]. Letztere führen zur Meläna. Einige Patienten leiden auch an Fieber und klagen über Rückenschmerzen [1].
  • Choledochoduodenalfistel. Diese Art der Duodenalfistel ist recht selten und entwickelt sich meist nach der Perforation peptischer Ulzera. Das klinische Bild gleicht für gewöhnlich dem eines Patienten mit Duodenalulzera, der aber auch mit akutem Abdomen vorstellig werden kann [3] [8].

Duodenalfisteln können zu Anomalien im Wasser- und Elektrolythaushalt und zu Nährstoffdefiziten führen, aber auch zu lebensbedrohlichen Entzündungen im Abdomen wie Peritonitis und Pankreatitis [9] [10]. Die mit diesen verbundene Mortalität ist hoch [9].

Rückenschmerz
  • Einige Patienten leiden auch an Fieber und klagen über Rückenschmerzen. Choledochoduodenalfistel. Diese Art der Duodenalfistel ist recht selten und entwickelt sich meist nach der Perforation peptischer Ulzera.[symptoma.de]

Diagnostik

Nach gründlicher Anamnese und klinischer Untersuchung sind labordiagnostische Analysen anzustellen. Bei Auswertung des Blutbildes lassen sich häufig Anämie und Leukozytose feststellen, die auf einen anhaltenden Blutverlust und eine aktive Entzündung hinweisen. Regelmäßig festzustellende Anomalien in der Blutchemie umfassen die schon erwähnten Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts, Nährstoffdefizite und deren Konsequenzen, aber auch einen verminderten Albuminspiegel. Die Hypoalbuminämie kann eine eingeschränkte Proteinsynthese anzeigen oder auch das Resultat eines verstärkten Verlustes über die Darmschleimhaut sein. Im weiteren Sinne zählen auch mikrobiologische Untersuchungen zur Labordiagnostik und bei Patienten mit Duodenalfistel sind sie von größter Relevanz, wenn es darum geht, systemische Komplikationen zu verstehen und die Basis für eine zielgerichtete Behandlung zu legen.

Je nach Art der Duodenalfistel finden verschiedene Verfahren der bildgebenden Diagnostik Anwendung, um den Verlauf des abnormen Kanals darzustellen:

  • Eine Koloduodenalfistel lässt sich nach einem Kontrastmitteleinlauf in Röntgen- oder computertomografischen Aufnahmen oft besonders gut erkennen, wenngleich eine präzise Beurteilung des Dickdarms in der Regel eine Endoskopie erfordert [11].
  • Zur Darstellung einer Aortoduodenalfistel eignet sich besonders die Computertomografie, die diesbezüglich sowohl der Angiographie als auch der Ösophagogastroduodenoskopie als überlegen gilt [7].
  • Die Präsenz von Gas in den Gallenwegen, wie sie in Ultraschall, Röntgen und Computertomografie zu erkennen ist, liefert meist den ersten Hinweis auf eine Choledochoduodenalfistel [12] [13]. Die Bestätigung dieser Verdachtsdiagnose erfolgt gewöhnlich im Rahmen einer Cholangiographie.

Therapie

  • […] des Ulcus ventriculi und duodeni 192 8.3.1 Therapie des unkomplizierten Ulkus 192 8.3.2 Therapie der akuten Ulkuskomplikationen – Notfallsituationen 192 8.4 Allgemeine Aspekte der operativen Therapie 196 8.5 Operationsvorbereitung 196 8.5.1 Vorbehandlung[medizinwelt.elsevier.de]
  • Diät-Therapie ist ein integraler Teil der Therapie Ernährung für Gastritis Magen ist eine schonende Behandlung. Eine oberflächliche Venenentzündung sollte daher behandelt werden, Ernährung Diät Kleine Produkttester für Vöslauer Junior gesucht![orecuxisy.xpg.uol.com.br]
  • Zur Abklärung der Anämie und Überwachung des Blutverlustes sind regelmäßige laborchemische Blutbildkontrollen indiziert. 5 Therapie In Abhängigkeit des Blutverlustes ist die Substitution mit Erythrozytenkonzentraten angezeigt.[flexikon.doccheck.com]
  • Risikofaktoren für die Entstehung von atrophische Gastritis; atrophische Gastroduodenitis; Gastritis Ernährung und Diät-Therapie Chronische Gastritis. Diät; Ernährung; Nährstofflexikon; Sucht Stress.[ehomyhazi.cba.pl]
  • Komplikationen oder Zwischenfälle bei ärztlicher Behandlung, anderweitig nicht klassifiziert 999.9 Komplikationen, anderweitig nicht klassifiziert, bei: Elektroschock-Therapie, Inhalations-Therapie, Ultraschall-Therapie, Ventilations-Therapie, n.n.bez[uni-due.de]

Prognose

  • Therapie 214 8.19.1 Verfahrenswahl 214 8.19.2 Multimodale Therapie 214 8.19.3 Operationsvorbereitung 215 8.19.4 Spezielle Operationstechnik 216 8.19.5 Postoperative Behandlung 221 8.19.6 Folgekrankheiten nach Gastrektomie 221 8.19.7 Nachsorge 222 8.20 Prognose[medizinwelt.elsevier.de]
  • Eine sekundäre Peritonitis nach einer Pankreasresektion hat eine sehr schlechte Prognose, und geht mit einer Letalität von bis zu 50 % einher [36].[docplayer.org]

Quellen

Artikel

  1. Gordon AC, Agarwal M. Primary aorto-enteric fistula. Int J Surg Case Rep. 2016;19:60-62.
  2. Soheili M, Honarmand S, Soleimani H, Elyasi A. Benign Duodenocolic Fistula: a Case Report. Acta Med Iran. 2015; 53(8):512-515.
  3. Xeropotamos NS, Nousias VE, Vekris AD, et al. Choledochoduodenal fistula: an unusual complication of penetrated duodenal ulcer disease. Ann Gastroenterol. 2004; 17(1):104-108.
  4. Soulsby R, Leung E, Williams N. Malignant colo-duodenal fistula; case report and review of the literature. World J Surg Oncol. 2006; 4:86.
  5. Majeed TA, Gaurav A, Shilpa D, et al. Malignant Coloduodenal Fistulas-Review of Literature and Case Report. Indian J Surg Oncol. 2011;2(3):205-209.
  6. Sweeney MS, Gadacz TR. Primary aortoduodenal fistula: manifestation, diagnosis, and treatment. Surgery. 1984;96(3):492–497.
  7. Saers SJ, Scheltinga MR. Primary aortoenteric fistula. Br J Surg. 2005;92(2):143–152.
  8. Michowitz M, Farago C, Lazarovici I, et al. Choledochoduodenal fistula: a rare complication of duodenal ulcer. Am J Gastrenterology. 1984; 79:416-420.
  9. Bini R, Coppola F, Recchia S, et al. Endoscopic treatment of postgastrectomy duodenal fistula with an over-the-scope clip. Surg Innov. 2011; 18(1):102-104.
  10. Rossi JA, Sollenberger LL, Rege RV, Glenn J, Joehl RJ. External duodenal fistula: causes, complications, and treatment. Arch Surg. 1986; 121(8):908-912.
  11. Kamath AS, Iqbal CW, Pham TH, et al. Management and Outcomes of Primary Coloduodenal Fistulas. J Gastrointest Surg. 2011; 15(10):1706--11.
  12. Fowler CL, Sternquist JC. Choledochoduodenal fistula: a rare complication of peptic ulcer disease. Am J Gastroenterol. 1987; 82(3):269-271.
  13. Topai U, Savei G, Sadikoglu MY, et al. Choledochoduodenal fistula secondary to duodenal peptic ulcer. A case report. Acta Radiolologica. 1997; 38(6):1007-1009.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 09:03