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Erythema chronicum migrans
Erythema Migrans
Ein Erythema chronicum migrans (ECM), im Volksmund oft einfach auch als Wanderröte bezeichnet, stellt ein frühes, pathognomonisches Symptom der Lyme-Borreliose dar. Hierbei handelt es sich um eine Infektionserkrankung, deren Erreger Borrelien sind und die von Zecken übertragen wird. Klassischerweise bildet sich um den Ort der Inokulation, das heißt um den Zeckenbiss, ein zirkuläres Erythem, das sich langsam ausdehnt. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Abwesenheit eines ECM kein Ausschlusskriterium für die Lyme-Borreliose ist.

Bilder

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Symptome

Die Lyme-Borreliose wird in der Regel durch Borrelia burgdorferi hervorgerufen, zuweilen aber auch durch andere Arten derselben Gattung aus der Gruppe der Spirochäten [1] [2]. Zecken fungieren als Vektoren für diese bakteriellen Pathogene. Bei vier von fünf Betroffenen stellen Hautläsionen im Bereich des Zeckenbisses die ersten Symptome einer Infektion dar, wobei das ECM als pathognomonisch für die Lyme-Borreliose gilt. Anfänglich handelt es sich hierbei um ein Erythem geringer Ausmaße, das sich möglicherweise als Papel über die umgebende Haut erhebt [3] [4] [5] [6]. Der Zeckenbiss kann einen leichten Juckreiz verursachen und in einigen Fällen auch Schmerzen bereiten. Dieselben Symptome können mit Auftreten des ECM einsetzen, aber viele Patienten werden allein aufgrund der sichtbaren Rötung vorstellig und berichten nicht von zusätzlichen Beschwerden. Im Laufe der folgenden Wochen dehnt sich das ECM mehr oder weniger kreisförmig aus, während die Rötung im Zentrum der Läsion abklingt. So entsteht das Bild eines Ringes oder einer Zielscheibe, die schließlich mehrere Zentimeter, mitunter sogar mehrere Dezimeter im Durchmesser erreichen kann [7] [8].

Die oben beschriebene Entwicklung der Hautläsionen nach Infektion mit Borrelia spp. entspricht dem Lehrbuchbeispiel. Allerdings gibt es in der Praxis immer wieder Abweichungen von dieser typischen Entwicklung [3] [5] [6] [7]: Wie bereits erwähnt, entwickeln einige Patienten keine dermatologischen Symptome; in anderen Fällen bilden sich mehrere ECM bei einem einzigen Patienten. Das Zentrum der Läsion klart nicht notwendigerweise auf und in Einzelfällen treten weitere Effloreszenzen und sogar Einblutungen und Hautnekrosen auf [1] [8].

Prädilektionsstellen gibt es nur insofern, als dass Zecken etwas häufiger im Bereich der Ohren, der Brust und der Leistengegend zu finden sind [4].

Diagnostik

In der Anamnese ist zu klären, ob eine Exposition gegenüber Zecken bestand oder bestanden haben könnte. Der Zeitraum zwischen dem Zeckenbiss und dem Auftreten des ECM schwankt beträchtlich, liegt aber im Mittel bei ein bis zwei Wochen [1] [2] [5]. Des Weiteren ist eine gründliche Allgemeinuntersuchung durchzuführen, um weitere Hinweise auf eine Lyme-Borreliose zu erhalten [6]. Hierbei ist besonders auf Fieber, Arthritiden, Reizleitungsstörungen und Anzeichen einer Meningitis zu achten.

Goldstandard zur Diagnose der Lyme-Borreliose ist der Nachweis von Antikörpern der Klasse IgM, die gegen die Pathogene gerichtet sind. Serologische Untersuchungen liefern in den ersten Wochen der Infektion jedoch wenig zuverlässige Ergebnisse [5], was die Bedeutung von anamnestischen Daten und klinischen Befunden weiter unterstreicht. Bestehen nach wie vor Zweifel an der Diagnose, kann zur sofortigen Abklärung mit Hilfe molekularbiologischer Methoden die Präsenz von Nukleinsäuren der Borrelien gezeigt werden [1] [2] [5] [6]. Auch die Wiederholung der serologischen Untersuchung stellt eine Alternative dar, ist jedoch weniger als drei Wochen nach Exposition noch nicht indiziert.

Therapie

Die Behandlung von ECM erfolgt in der Regel mit Antibiotika, um die Infektion zu bekämpfen und Komplikationen zu verhindern. Häufig eingesetzte Antibiotika sind Doxycyclin, Amoxicillin oder Cefuroxim. Die Therapie dauert in der Regel zwei bis drei Wochen und ist in den meisten Fällen sehr effektiv.

Prognose

Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung ist die Prognose von ECM sehr gut. Die meisten Patienten erholen sich vollständig ohne bleibende Schäden. Unbehandelt kann die Infektion jedoch fortschreiten und zu schwerwiegenderen Symptomen führen, die Gelenke, das Nervensystem und das Herz betreffen können.

Ätiologie

ECM wird durch die Bakterienart Borrelia burgdorferi verursacht, die durch den Biss infizierter Zecken, insbesondere der Gattung Ixodes, übertragen wird. Die Bakterien gelangen durch den Speichel der Zecke in den menschlichen Körper und beginnen sich zu vermehren, was zu den charakteristischen Symptomen führt.

Epidemiologie

Die Lyme-Borreliose ist in Europa und Nordamerika weit verbreitet, wobei bestimmte Regionen, wie der Nordosten der USA und Teile Mitteleuropas, besonders betroffen sind. Die Erkrankung tritt vor allem in den wärmeren Monaten auf, wenn Zecken am aktivsten sind.

Pathophysiologie

Nach dem Zeckenstich dringen die Borrelien in die Haut ein und verursachen eine lokale Entzündungsreaktion, die zum charakteristischen Ausschlag führt. Die Bakterien können sich über das Blut im Körper ausbreiten und verschiedene Organsysteme befallen, was zu den vielfältigen Symptomen der Lyme-Borreliose führt.

Prävention

Die beste Prävention gegen ECM ist der Schutz vor Zeckenstichen. Dazu gehören das Tragen von langer Kleidung, die Verwendung von Insektenschutzmitteln und das gründliche Absuchen des Körpers nach Aufenthalten in zeckenreichen Gebieten. Eine frühzeitige Entfernung von Zecken kann das Infektionsrisiko erheblich reduzieren.

Zusammenfassung

Erythema chronicum migrans ist ein frühes Anzeichen der Lyme-Borreliose, das durch einen charakteristischen Hautausschlag gekennzeichnet ist. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung mit Antibiotika führen in der Regel zu einer vollständigen Genesung. Präventive Maßnahmen sind entscheidend, um Zeckenstiche und damit die Infektion zu vermeiden.

Patientenhinweise

Wenn Sie nach einem Zeckenstich einen sich ausbreitenden Hautausschlag oder grippeähnliche Symptome bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. Achten Sie auf Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche, insbesondere in Endemiegebieten.

Quellen

  1. Murray PR, Rosenthal KS, Pfaller MA. Medical Microbiology. Seventh edition. Philadelphia: Elsevier/Saunders; 2013.
  2. Mandell GL, Bennett JE, Dolin R. Mandel, Douglas and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases. 8th ed. Philadelphia, Pennsylvania: Churchill Livingstone; 2015.
  3. Eriksson P, Schröder MT, Niiranen K, Nevanlinna A, Panelius J, Ranki A. The many faces of solitary and multiple erythema migrans. Acta Derm Venereol. 2013;93(6):693-700.
  4. Juckett G. Arthropod bites. Am Fam Physician. 2013;88(12):841-847.
  5. Shapiro ED. Lyme Disease. N Engl J Med. 2014;370(18):1724-1731.
  6. Aucott J, Morrison C, Munoz B, Rowe PC, Schwarzwalder A, West SK. Diagnostic challenges of early Lyme disease: Lessons from a community case series. BMC Infect Dis. 2009;9:79.
  7. Schutzer SE, Berger BW, Krueger JG, Eshoo MW, Ecker DJ, Aucott JN. Atypical Erythema Migrans in Patients with PCR-Positive Lyme Disease. Emerg Infect Dis. 2013;19(5):815-817.
  8. Wetter DA, Ruff CA. Erythema migrans in Lyme disease. CMAJ. 2011;183(11):1281.
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