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Exfoliationssyndrom
Pseudoexfoliatives Glaukom
Der Terminus Exfoliationssyndrom (ES) beschreibt eine ophthalmologische Erkrankung, deren Ätiologie nur unvollständig verstanden ist und die progressiv verläuft. In verschiedenen okulären Geweben akkumuliert im Laufe der Zeit granuläres, extrazelluläres Material, und dieser Prozess führt zum sekundären Glaukom. Alternative Bezeichnungen für diese Pathologie sind Exfoliationsglaukom, Pseudoexfoliationssyndrom und Pseudoexfoliationsglaukom.

Bilder

WIKIDATA, Public Domain
WIKIDATA, CC BY-SA 3.0
WIKIDATA, FAL

Symptome

Patienten, die an einem ES leiden, sind mitunter klinisch asymptomatisch. In solchen Fällen wird im Rahmen routinemäßiger ophthalmologischer Untersuchungen dann granuläres Material nahe der Iris, in der vorderen Augenkammer oder anderen okulären Strukturen entdeckt [1]. Tatsächlich leidet Schätzungen zufolge etwa ein Viertel aller Nordeuropäer im Alter von über 70 Jahren an einem ES [2].

Wenn ES-Patienten Symptome entwickeln, dann resultieren diese aus Komplikationen wie einem Sekundärglaukom, einer Katarakt oder einer Linsendislokation [3]:

  • Mehr als die Hälfte aller ES-Patienten entwickelt im Krankheitsverlauf ein Glaukom [4]. Betroffene klagen in der Regel über Gesichtsfeldausfälle. Das ES geht häufiger mit einem chronischen Offenwinkelglaukom als mit einem akuten, schmerzhaften Engwinkelglaukom einher. Studien zufolge ist das ES gar die häufigste identifizierbare Ursache des Offenwinkelglaukoms [5]. Es ist auffällig, dass ein ES-assoziiertes Offenwinkelglaukom sich wesentlich schneller entwickelt als eine ähnliche Kondition, wenn sie durch andere Pathologien verursacht wird. Auch sprechen ES-Patienten nur schlecht auf eine Glaukomtherapie an. Ein signifikanter Anstieg des Augeninnendrucks ist charakteristisch, wenn auch nicht diagnostisch.
  • Diejenigen ES-Patienten, die eine Katarakt entwickeln, zeigen eine verminderte Sehschärfe. Die Trübung der Linse ist oft mit bloßem Auge erkennbar.
  • Wenn eine Degeneration der Zonulafasern eine Linsendislokation provoziert, führt diese wiederum zur monokularen Diplopie und einem Glaukom.

Trotz seiner Ätiologie und Pathogenese betrifft das klinische ES für gewöhnlich nur ein Auge. Innerhalb einiger Jahre nach der Erstmanifestation werden einige Patienten jedoch mit ähnlichen Beschwerden auf dem anderen Auge vorstellig.

Diagnostik

Die Diagnose des ES erfolgt im Rahmen einer ophthalmologischen Untersuchung. Per definitionem kann die Diagnose dann gestellt werden, wenn fibrilläres oder granuläres Material am Rande der Iris oder in der vorderen Augenkammer detektiert wird. In der Mehrzahl der Fälle kann das akkumulierte Protein problemlos während einer Spaltlampenuntersuchung identifiziert werden, ohne dass eine Dilatation der Pupille erforderlich wäre. In seltenen Fällen sammelt sich das Protein jedoch in primär okulären Strukturen an, die mit der Spaltlampe nicht einsehbar sind. Es sei darauf hingewiesen, dass in der Regel in beiden Augen entsprechendes Material akkumuliert, obwohl Komplikationen wie Glaukom, Katarakt und Linsendislokation meist nur unilateral auftreten.

In der ophthalmologischen Untersuchung sollte der Zustand okulärer Strukturen wie der Linse, dem Ziliarkörper und dem Sehnerv evaluiert werden. Für eine präzise Beurteilung reicht eine Spaltlampenuntersuchung oft nicht aus; es bedarf der Gonioskopie, um den Kammerwinkel einzusehen. Die Applikation von Mydriatika bewirkt zuweilen eine Bewegung der Granula, die dann im Humor vitreus auftauchen und zu schweben scheinen. Der Augeninnendruck des Patienten muss in jedem Fall gemessen werden.

Abgesehen von den oben beschriebenen Komplikationen können beim ES-Patienten unter Umständen folgende Befunde erhoben werden:

  • Unvollständige Mydriasis
  • Hintere Synechien
  • Linsenschlottern
  • Drei-Ring-Zeichen
  • Schädigung des Nervus opticus, die allerdings nicht aus dem ES sondern aus dem Sekundärglaukom resultiert

Alle Patienten, bei denen ein ES festgestellt wurde, sind regelmäßigen Folgeuntersuchungen zu unterziehen, in denen immer auch der Augeninnendruck zu messen ist.

Therapie

Die Behandlung des Exfoliationssyndroms konzentriert sich auf die Kontrolle des Augeninnendrucks, um das Risiko eines Glaukoms zu minimieren. Zu den Therapiemöglichkeiten gehören:

  • Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks
  • Lasertherapie, wie die selektive Lasertrabekuloplastik
  • Chirurgische Eingriffe, wie die Trabekulektomie, in schweren Fällen

Prognose

Die Prognose für Patienten mit Exfoliationssyndrom hängt von der frühzeitigen Erkennung und Behandlung ab. Bei rechtzeitiger Intervention kann das Fortschreiten eines Glaukoms verlangsamt oder gestoppt werden. Unbehandelt kann es jedoch zu einem erheblichen Verlust des Sehvermögens kommen.

Ätiologie

Die genaue Ursache des Exfoliationssyndroms ist noch nicht vollständig verstanden. Es wird angenommen, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, da die Erkrankung in bestimmten Populationen häufiger auftritt. Umweltfaktoren und Alter sind ebenfalls bedeutende Risikofaktoren.

Epidemiologie

Das Exfoliationssyndrom tritt weltweit auf, ist jedoch in bestimmten geografischen Regionen, wie den nordischen Ländern, häufiger. Es betrifft vor allem ältere Menschen und ist bei Frauen etwas häufiger als bei Männern.

Pathophysiologie

Das Exfoliationssyndrom ist durch die Ablagerung von abnormalem faserigem Material in den Augenstrukturen gekennzeichnet. Diese Ablagerungen können den Abfluss des Kammerwassers behindern, was zu einem erhöhten Augeninnendruck führt. Der genaue Mechanismus der Materialbildung ist noch Gegenstand der Forschung.

Prävention

Da die genauen Ursachen des Exfoliationssyndroms nicht vollständig bekannt sind, gibt es keine spezifischen Präventionsmaßnahmen. Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind jedoch entscheidend, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zusammenfassung

Das Exfoliationssyndrom ist eine häufige altersbedingte Augenerkrankung, die das Risiko für ein Glaukom erhöht. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind der Schlüssel zur Erhaltung der Sehkraft.

Patientenhinweise

Patienten sollten sich der Bedeutung regelmäßiger Augenuntersuchungen bewusst sein, insbesondere wenn sie älter sind oder in einer Region leben, in der das Exfoliationssyndrom häufiger auftritt. Bei Symptomen wie verschwommenem Sehen oder Augenschmerzen sollte umgehend ein Augenarzt konsultiert werden. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung können helfen, das Sehvermögen zu erhalten.

Quellen

  1. Plateroti P, Plateroti AM, Abdolrahimzadeh S, Scuderi G. Pseudoexfoliation Syndrome and Pseudoexfoliation Glaucoma: A Review of the Literature with Updates on Surgical Management. J Ophthalmol. 2015; 2015:370371.
  2. Mossböck G, Renner W, Faschinger C, Schmut O, Wedrich A, Weger M. Lysyl oxidase-like protein 1 (LOXL1) gene polymorphisms and exfoliation glaucoma in a Central European population. Mol Vis. 2008; 14:857-861.
  3. Bhattacharjee H, Saxena RK, Medhi J. Bilateral spontaneous anterior dislocation of intraocular lens with the capsular bag in a patient with pseudoexfoliation. Indian J Ophthalmol. 2015; 63(10):796-798.
  4. Jeng SM, Karger RA, Hodge DO, Burke JP, Johnson DH, Good MS. The risk of glaucoma in pseudoexfoliation syndrome. J Glaucoma. 2007; 16(1):117-121.
  5. Schlötzer-Schrehardt U, Pasutto F, Sommer P, et al. Genotype-correlated expression of lysyl oxidase-like 1 in ocular tissues of patients with pseudoexfoliation syndrome/glaucoma and normal patients. Am J Pathol. 2008; 173(6):1724-1735.
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