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Grippale Pneumonie

Die grippale Pneumonie ist eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation der Influenza, einer viralen Infektionserkrankung mit sehr hoher Inzidenz. Betroffene zeigen zunächst typische Symptome einer Infektion der oberen Atemwege und Fieber, entwickeln dann aber binnen kurzer Zeit eine ausgeprägte respiratorische Insuffizienz, die zur Hypoxie und Zyanose führt.


Symptome

Die Influenza zählt zu den in der Praxis am häufigsten gesehenen Atemwegserkrankungen. Sie wird in den meisten Fällen durch Influenza-A-Viren verursacht, während eine Infektion mit Influenzavirus Typ B oder C seltener festzustellen ist. Betroffene entwickeln nach einer Inkubationszeit von bis zu vier Tagen konstitutive und respiratorische Symptome, nämlich Unwohlsein, Schüttelfrost und Fieber, Verlust des Appetits, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Halsschmerzen und trockenen Husten. Diese Symptome währen etwa eine Woche, mitunter auch etwas länger, und klingen dann spontan wieder ab. Entwickelt sich allerdings eine grippale Pneumonie, kommt es nicht zur Spontanremission, sondern zu einer progressiven Verschlechterung des Allgemeinbefindens und der Lungenfunktion.

Eine derart schwere Komplikation der Grippe ist oft bei Patienten zu beobachten, bei denen entweder eine Immunschwäche, eine pulmonale oder kardiovaskuläre Vorerkrankung besteht [1]. So gehen z.B. kongenitale und erworbene Immundefekte, Diabetes mellitus und Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Schwangerschaft und immunosuppressive Therapien mit einem erhöhten Risiko auf eine grippale Pneumonie einher. Hier breiten sich die kausalen Pathogene bis in die unteren Atemwege aus und prädisponieren diese für eine bakterielle Sekundärinfektion [2]. Die Symptome, die im Rahmen einer Lungenentzündung auftreten, können daher auf verschiedene Erreger zurückzuführen sein; eine präzise Zuordnung ist nicht in jedem Fall möglich [3]. Typischerweise entwickeln Betroffene zwei bis fünf Tage nach dem Einsetzen erster grippaler Beschwerden eine ausgeprägte Dyspnoe mit Hypoxie und Zyanose. Oft wird auch eine Hämoptysis beschrieben. Binnen kurzer Zeit kann es aufgrund der stark beeinträchtigten Lungenfunktion zu einem akuten Atemnotsyndrom kommen.

Es sei jedoch auch darauf hingewiesen, dass besonders ältere Patienten mit grippaler Pneumonie weniger deutliche respiratorische Symptome zeigen. Mitunter dominieren hier anhaltende konstitutive Symptome, wie oben beschrieben, das klinische Bild. Auch gastrointestinale Beschwerden wie abdominelle Schmerzen und Diarrhoe können auftreten.

Zyanose
  • Typischerweise entwickeln Betroffene zwei bis fünf Tage nach dem Einsetzen erster grippaler Beschwerden eine ausgeprägte Dyspnoe mit Hypoxie und Zyanose. Oft wird auch eine Hämoptysis beschrieben.[symptoma.de]
Brustschmerz
  • Die folgenden Warnzeichen sollten immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden: Kontinuierliches und anhaltendes hohes Fieber (über 39 C), Luftnot und Schwierigkeiten beim Atmen, Blutiger Auswurf oder starke Brustschmerzen beim Husten, Kreislaufprobleme[seniorenbedarf.info]
  • Bei einer Erkältung kann sich auch die Luftröhren- und Bronchialschleimhaut entzünden: Typische Symptome für diese Luftröhren- und Bronchien-Entzündung (akute Tracheitis und akute Bronchitis ) sind Husten mit schleimig-eitrigem Auswurf und oft auch Brustschmerzen[beobachter.ch]
Tachykardie
  • Dass die Lunge den Sauerstoff schlechter aufnimmt und ins Blut abgibt, führt zu einer schnelleren Atmung (Tachypnoe) und einem beschleunigten Herzschlag (erhöhter Puls, Tachykardie), da das Herz mehr Blut durch den Körper pumpen muss, um die gleiche Menge[gesund.at]
Fieber
  • Betroffene zeigen zunächst typische Symptome einer Infektion der oberen Atemwege und Fieber, entwickeln dann aber binnen kurzer Zeit eine ausgeprägte respiratorische Insuffizienz, die zur Hypoxie und Zyanose führt.[symptoma.de]
  • Lungenentzündungen ohne Fieber, auch atypische Pneumonie genannt, beginnen meist schleichend und laufen ohne oder mit nur leichtem Fieber ab. Meist werden sie durch Viren oder Parasiten verursacht.[kaltelungenentzuendung.com]
  • Das Fieber schaffe optimale Voraussetzungen für das Abwehrsystem. Daher ist es nicht sinnvoll, das Fieber zu senken. Bettruhe und viel trinken genügen.[welt.de]
  • "Das Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers", erklärt Rodens. Dazu kommt: Kinder vertragen Fieber häufig besser als Erwachsene.[baby-und-familie.de]
Unwohlsein
  • Betroffene entwickeln nach einer Inkubationszeit von bis zu vier Tagen konstitutive und respiratorische Symptome, nämlich Unwohlsein, Schüttelfrost und Fieber, Verlust des Appetits, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Halsschmerzen und trockenen Husten.[symptoma.de]
Husten
  • Betroffene entwickeln nach einer Inkubationszeit von bis zu vier Tagen konstitutive und respiratorische Symptome, nämlich Unwohlsein, Schüttelfrost und Fieber, Verlust des Appetits, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Halsschmerzen und trockenen Husten.[symptoma.de]
  • Hinter dem Husten kann mehr stecken Ist der Husten nach spätestens zwei Wochen nicht verschwunden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.[t-online.de]
  • Das bedeutet vor allem regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen und sich beim Husten und Niesen abzuwenden. Anstatt in die Hand zu husten, ist es besser die Armbeuge zu nehmen, damit die Krankheitserreger nicht so leicht weiter gegeben werden.[infektionsschutz.de]
  • Husten Fieber (manchmal auch Untertemperatur) Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit Allerdings ist der Husten meistens produktiv (also mit Auswurf) und eitrig (der Auswurf ist gelb).[gesund.at]
Trockener Husten
  • Betroffene entwickeln nach einer Inkubationszeit von bis zu vier Tagen konstitutive und respiratorische Symptome, nämlich Unwohlsein, Schüttelfrost und Fieber, Verlust des Appetits, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Halsschmerzen und trockenen Husten.[symptoma.de]
  • Entzündete Lunge kann sich zunächst harmlos äußern Die bakterielle Lungenentzündung äußert sie sich klassischerweise durch hohes Fieber, Schüttelfrost und trockenen Husten.[t-online.de]
  • Sie beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Halsschmerzen und einem trockenen Husten sowie Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Die Erkrankten fühlen sich sehr schwach.[infektionsschutz.de]
  • Die Symptome auf einem Blick Hohes mehrtägiges Fieber und anfangs Schüttelfrost (Fieberanstieg) Starker trockener Husten Heftige Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen Abgeschlagenheit und Erschöpfungsgefühl Verstopfte oder laufende Nase Komplikationen der[seniorenbedarf.info]
Dyspnoe
  • Typischerweise entwickeln Betroffene zwei bis fünf Tage nach dem Einsetzen erster grippaler Beschwerden eine ausgeprägte Dyspnoe mit Hypoxie und Zyanose. Oft wird auch eine Hämoptysis beschrieben.[symptoma.de]
  • Sie tritt klinisch als schwere, perakute Influenzapneumonie mit Dyspnoe, Lungenblutungen und möglichem Organversagen in Erscheinung. Bestimmte Erregervarianten des Influenzavirus begünstigen die Entstehung eines Zytokinsturms.[flexikon.doccheck.com]
Rasselgeräusch
  • Bei Husten kann man mit dem Stethoskop Rasselgeräusche über den Bronchien hören, bei einer Lungenentzündung sind die Atemgeräusche über dem betroffenen Bereich verändert.[gesundheit.de]
Tachypnoe
  • Dass die Lunge den Sauerstoff schlechter aufnimmt und ins Blut abgibt, führt zu einer schnelleren Atmung (Tachypnoe) und einem beschleunigten Herzschlag (erhöhter Puls, Tachykardie), da das Herz mehr Blut durch den Körper pumpen muss, um die gleiche Menge[gesund.at]

Diagnostik

In der Anamnese sind genaue Daten zum Krankheitsverlauf und zu Risikofaktoren, insbesondere auch zur Exposition gegenüber anderen Influenza-Patienten, zu erheben. Falls derartige Angaben und/oder klinische Befunde auf eine Lungenentzündung hinweisen, sind bildgebende Studien anzustellen, um die Kondition der unteren Atemwege zu beurteilen, sowie mikrobiologische Untersuchungen, um die kausalen Pathogene zu identifizieren.

In Röntgenaufnahmen des Thorax sind in der Regel bilaterale, retikuläre und noduläre Verschattungen zu erkennen. In einzelnen Lungenbereichen zeigt sich unter Umständen eine Konsolidierung. Keiner dieser Befunde ist jedoch als Ausschlusskriterium zu werten, weshalb bei begründetem Verdacht immer auch auf virale und bakterielle Infektionen getestet werden muss. Als Probenmaterial eignen sich Nasen- und Rachenabstriche, -spülwasser und die Flüssigkeit aus einer bronchoalveolären Lavage. Zum Nachweis der Influenzaviren stehen folgende Methoden zur Verfügung [4]:

  • Influenza-Schnelltest. In der Praxis wird dieser Test am häufigsten eingesetzt, da binnen weniger Minuten spezifische Resultate zu erzielen sind. Allerdings ist die Sensitivität des Influenza-Schnelltests begrenzt.
  • Immunfluoreszenz. Für dieses Verfahren gilt ebenso, dass zwar schnell spezifische Ergebnisse zu erwarten sind, aber nur eine geringe Sensitivität besteht.
  • Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion. Diese Technik zeichnet sich durch ihre hohe Sensitivität und Spezifität aus und liefert innerhalb kurzer Zeit zuverlässige Ergebnisse [5]. Als Nachteil gilt ihre eingeschränkte Verfügbarkeit.
  • Serologie. Aktuell dient die Serologie vor allem der retrospektiven Analyse. In der akuten Diagnostik finden stattdessen die zuvor genannten Methoden Anwendung, die schon früh zuverlässige Resultate liefern.
  • Viruskultur. Die Isolierung und Anzucht der Influenzaviren ist zwar ein sehr spezifisches Verfahren, das aber aufgrund zu langer Wartezeiten zur initialen Diagnose kaum eingesetzt wird.

Therapie

  • So gehen z.B. kongenitale und erworbene Immundefekte, Diabetes mellitus und Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Schwangerschaft und immunosuppressive Therapien mit einem erhöhten Risiko auf eine grippale Pneumonie einher.[symptoma.de]
  • Bei einer Erkältung können zur Therapie schon allgemeine Massnahmen ausreichen.[beobachter.ch]
  • Zur Verhinderung oder Therapie von Sekundärinfektionen kann der Einsatz von Antibiotika sinnvoll sein. Bei sehr hohem Fieber ist zudem die Gabe von Antipyretika (z.B. Paracetamol ) zu erwägen.[flexikon.doccheck.com]
  • Eine andere Therapie, die die Ursache der Erkrankung bekämpft, gibt es bei Virusinfekten wie der Grippe nicht. "Man kann letztlich nur versuchen, die Symptome zu lindern, genau wie bei einem grippalen Infekt auch", sagt Rodens.[baby-und-familie.de]

Quellen

Artikel

  1. Zanuzdana A, Kopke K, Haas W. [Influenza and community acquired pneumonia in German primary care]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2016; 59(11):1492-1502.
  2. Shrestha S, Foxman B, Berus J, et al. The role of influenza in the epidemiology of pneumonia. Sci Rep. 2015; 5:15314.
  3. Martin-Loeches I, van Someren Greve F, Schultz MJ. Bacterial pneumonia as an influenza complication. Curr Opin Infect Dis. 2017; 30(2):201-207.
  4. Marzoratti L, Iannella HA, Gomez VF, Figueroa SB. Recent advances in the diagnosis and treatment of influenza pneumonia. Curr Infect Dis Rep. 2012; 14(3):275-283.
  5. Cunha BA, Syed U, Mickail N, Strollo S. Rapid clinical diagnosis in fatal swine influenza (H1N1) pneumonia in an adult with negative rapid influenza diagnostic tests (RIDTs): diagnostic swine influenza triad. Heart Lung. 2010; 39(1):78-86.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:56