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Hämorrhoiden

Hämorrhoiden Grad 1

Hämorrhoiden sind vergrößerte und verlagerte arteriovenöse Gefäßpolster unter der Submukosa des distalen Rektums, die anfällig für Blutungen sind.


Symptome

Hellrote, schmerzlose rektale Blutungen beim Stuhlgang sind das häufigste Symptom [4]. Andere Symptome sind analer Juckreiz, Schmerzen, ein oder mehrere tastbare Knoten, Nässen und Stuhlschmieren [7]. Es kann auch ein plötzlicher, stechender Schmerz beim Stuhlgang auftreten.

Venenerkrankung
  • Patienten mit arterieller Verschlußkrankheit, Durchblutungsstörungen der Arme und Beine, Durchblutungsstörungen des Herzens und des Gehirns, Krampfadern, Venenentzündungen und Venenthrombose, chronischen Venenerkrankungen und Erkrankungen der Lymphgefäße[books.google.de]
Pruritus
  • Anzeichen sind gelegentliches Jucken Juckreiz (Pruritus ani Pruritus ani ) und Blutauflagerungen auf dem Stuhl.[eref.thieme.de]
Ekzem
  • […] perianales Ekzem (Jucken und Brennen)[eref.thieme.de]
  • Allergien würden regelrecht herangezüchtet, warnt das Blatt weiter: "Ein kontaktallergisches Ekzem kann durch Hämorrhoidalsalben oder Zäpfchen, Kosmetika wie Intimsprays oder Feuchttücher und Arzneimittel hervorgerufen werden."[spiegel.de]
  • Synonym(e) Afterekzem; chronisches Analekzem; Ekzem des Afters; irritatives Analekzem; irritativ-toxisches Analekzem; kumulativ toxisches Analekzem; kumulativ-toxisches Analekzem; toxisch-degeneratives Analekzem; toxisches Analekzem Definition Polyätiologische[enzyklopaedie-dermatologie.de]
Rhagaden
  • Durch das vermehrte Nässen im Bereich der Perianalregion entwickeln sich Ekzeme, die Juckreiz verursachen und, wenn sie mit tieferen Rhagaden einhergehen, auch schmerzen können.[eref.thieme.de]
  • Meist scharf begrenztes, nässendes Erythem der Anal- und Perianalregion mit krümeliger Schuppung sowie punktförmigen und flächigen Erosionen, Rhagaden, strichförmigen Kratzspuren als Ausdruck des meist heftigen, unerträglichen Juckreizes.[enzyklopaedie-dermatologie.de]
Erythem
  • Meist scharf begrenztes, nässendes Erythem der Anal- und Perianalregion mit krümeliger Schuppung sowie punktförmigen und flächigen Erosionen, Rhagaden, strichförmigen Kratzspuren als Ausdruck des meist heftigen, unerträglichen Juckreizes.[enzyklopaedie-dermatologie.de]
Pruritus ani
  • Anzeichen sind gelegentliches Jucken Juckreiz (Pruritus ani Pruritus ani ) und Blutauflagerungen auf dem Stuhl.[eref.thieme.de]
Rektale Blutung
  • Die Indikation zur Koloskopie wird großzügig gestellt, sie ist bei der Angabe einer rektalen Blutung obligat.[eref.thieme.de]
  • . - Marburg : Philipps-Universität Marburg, 2019 Rektale Blutungen: leicht zu beherrschen oder doch eine Herausforderung in der Proktologie? Enthalten in Der Chirurg 25.3.2019: 1-8 ... Treffer 1 von 1 Administration[d-nb.info]
  • Hellrote, schmerzlose rektale Blutungen beim Stuhlgang sind das häufigste Symptom. Andere Symptome sind analer Juckreiz, Schmerzen, ein oder mehrere tastbare Knoten, Nässen und Stuhlschmieren.[symptoma.com]
Stuhlinkontinenz
  • […] schwere Blutungen, Ekzeme im Analbereich, Analfissur, Stuhlinkontinenz[eref.thieme.de]
  • Meist ist diese anale oder Stuhlinkontinenz aber zeitlich begrenzt, nur manchmal bleibt sie bestehen. In seltenen Fällen verengt Narbengewebe den After vorübergehend oder nachhaltig.[netdoktor.at]
Blut im Stuhl
  • Test auf okkultes Blut im Stuhl, bei positivem Test Tumorsuche[eref.thieme.de]
  • Ein Test auf okkultes Blut im Stuhl kann durchgeführt werden, um Blutungen einer möglichen anderen Blutungsquelle auszuschließen. Ein Doppler-Ultraschall kann in manchen Fällen hilfreich sein.[symptoma.com]
  • Wenn Betroffene die Erkrankung in diesem Stadium überhaupt bemerken, dann meist durch Spuren von hellrotem Blut auf Stuhl, Toilettenpapier oder in der WC-Muschel. Schmerzen treten in diesem Stadium üblicherweise nicht auf.[netdoktor.at]
Hämatochezie
  • Beim Hämorrhoidalleiden steht entweder eine akute hellrote Blutung (Hämatochezie) oder ein reponibler Prolaps des Hämorrhoidalplexus im Vordergrund.[eref.thieme.de]

Diagnostik

Eine detaillierte Anamnese und gründliche körperliche Untersuchung sind häufig ausreichend, um die Krankheit zu diagnostizieren. Labomedizinische Untersuchungen werden selten benötigt. Ein Test auf okkultes Blut im Stuhl kann durchgeführt werden, um Blutungen einer möglichen anderen Blutungsquelle auszuschließen. Ein Doppler-Ultraschall kann in manchen Fällen hilfreich sein. Sigmoidoskopie und Endoskopie können durchgeführt werden, um das Ausmaß der Erkrankung zu beurteilen.

Therapie

Dem Patient wird empfohlen, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und eine ballaststoffreiche Ernährung einzuhalten [8]. Topische Kombinationen von Lokalanästhetika, Adstringentien und Entzündungshemmern können eingesetzt werden. Eine chirurgische Behandlung ist bei etwa einem von zehn Patienten mit einer Hämorrhoidalerkrankung indiziert [9]. Die Sklerosierung ist eine effektive Behandlung von Hämorrhoiden [10], aber auch weitere Verfahren wie Gummibandligatur stehen zur Verfügung.

Prognose

Die Prognose hängt von dem Grad der Hämorrhoiden ab. Je niedriger der Grad, desto besser ist die Prognose. Sie lassen sich nach den folgenden Kriterien einteilen:

  • Grad I: Dies ist die erste Phase der Hämorrhoiden. Sie sind äußerlich nicht sichtbar, wölben sich aber in das Lumen vor [6].
  • Grad II: Beim Pressen kommt es zu einem Prolaps, aber mit spontaner Reduktion.
  • Grad III: Ein Prolaps ohne spontane Reduktion besteht. Es kann jedoch manuell reduziert werden.
  • Grad IV: Der Prolaps ist persistent und kann nicht manuell reduziert werden.

Ätiologie

Die genaue Ursache der Hämorrhoiden ist nicht bekannt [2]. Eine Veränderung in dem Muskelgewebe in der Region könnte einer der ursächlichen Faktoren für die Entwicklung von Hämorrhoiden sein [3]. Venöse Stase, die unter anderem während der Schwangerschaft häufig ist, ist ein Risikofaktor. Obstipation und starkes Pressen beim Stuhlgang können wichtige prädisponierende Aspekte sein. Eine Kombination von Faktoren, wie beispielsweise Schwächung der Gefäßwände aufgrund des Alters, übermäßige Anstrengung auf Grund langjähriger Obstipation, portale Hypertension, Geburt und Übergewicht können zur Entwicklung der symptomatischen Hämorrhoiden beitragen.

Epidemiologie

Hämorrhoiden sind ein sehr häufiges Beschwerdebild. Sie betreffen oft ältere Personen und fast die Hälfte aller über Fünfzigjährigen klagen über Symptome [4]. Sie treten bei beiden Geschlechtern fast gleich häufig auf. In einigen Studien waren jedoch Frauen stärker betroffen, wahrscheinlich durch Faktoren wie Schwangerschaft und Geburt. Hämorrhoiden können in jedem Alter auftreten, aber die am häufigsten betroffene Altersgruppe ist 45-65 Jahre. Sie sind selten bei Menschen jünger als 30 Jahre.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Verschiedene Veränderung in der normalen Struktur der arteriovenösen Gefäßpolster unter der Submukosa des distalen Rektums verursachen die Krankheit [5]. Vergrößerung und Vorfall des Hämorrhoidalplexus könne zu Trauma, Entzündung, Thrombose und Ulzeration führen.

Prävention

Ballaststoffreiche Ernährung, Hygienemaßnahmen, Sport, Vermeidung von Obstipation und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können helfen, Hämorrhoiden zu verhindern.

Zusammenfassung

Hämorrhoiden sind vergrößerte arteriovenöse Gefäßpolster unter der Submukosa des distalen Rektums. Sie können eine Reihe von Beschwerden verursachen und eine Blutungsquelle sein. Auch eine Thrombose, Entzündungen, schmerzhafte Ulzerationen und Prolaps sind möglich [1]. Die Ätiologie ist derzeit noch ungeklärt und wahrscheinlich multifaktoriell. Hämorrhoiden sind sehr weit verbreitet und betreffen etwa 5% der Bevölkerung, wobei die Schätzungen diesbezüglich sehr unterschiedlich sind.

Patientenhinweise

Definition

Hämorrhoiden sind ein Geflecht vergrößerter Gefäße entlang des Analkanal [4], die zu Blutungen neigen.

Ursache

Faktoren, die zur Entstehung von Hämorrhoiden beitragen, sind lang anhaltende Verstopfung, Schwangerschaft und Geburt, portale Hypertension und Übergewicht.

Symptome

Symptome sind Schmerzen beim Stuhlgang, begleitet von frischen, hellroten Blutungen. Juckreiz, Nässen und Stuhlschmieren können ebenfalls auftreten.

Behandlung

Die konservative Behandlung umfasst Änderungen der Ernährung und lokale Medikamente. Wirksame chirurgische Verfahren stehen ebenfalls zur Verfügung [10].

Quellen

Artikel

  1. Wald A, Bharucha AE, Cosman BC, et al. ACG clinical guideline: management of benign anorectal disorders. Am J Gastroenterol. Aug 2014;109(8):1141-57; (Quiz) 10
  2. Johanson JF, Sonnenberg A. The prevalence of hemorrhoids and chronic constipation. An epidemiologic study. Gastroenterology. Feb 1990;98(2):380-6.
  3. Raahave D, Jepsen LV, Pedersen IK. Primary and repeated stapled hemorrhoidopexy for prolapsing hemorrhoids: follow-up to five years. Dis Colon Rectum. Mar 2008;51(3):334-41.
  4. Perera N, Liolitsa D, Iype S, Croxford A, Yassin M, Lang P, et al. Phlebotonics for haemorrhoids. Cochrane Database Syst Rev. Aug 15 2012;8:CD004322.
  5. Faucheron JL, Gangner Y. Doppler-guided hemorrhoidal artery ligation for the treatment of symptomatic hemorrhoids: early and three-year follow-up results in 100 consecutive patients. Dis Colon Rectum. Jun 2008;51(6):945-9.
  6. Senapati A, Nicholls RJ. A randomised trial to compare the results of injection sclerotherapy with a bulk laxative alone in the treatment of bleeding haemorrhoids. Int J Colorectal Dis. Jun 1988;3(2):124-6.
  7. Ho YH, Cheong WK, Tsang C, Ho J, Eu KW, Tang CL, et al. Stapled hemorrhoidectomy--cost and effectiveness. Randomized, controlled trial including incontinence scoring, anorectal manometry, and endoanal ultrasound assessments at up to three months. Dis Colon Rectum. Dec 2000;43(12):1666-75.
  8. Bove A, Bongarzoni G, Palone G, Chiarini S, Calisesi EM, Corbellini L. Effective treatment of haemorrhoids: early complication and late results after 150 consecutive stapled haemorrhoidectomies. Ann Ital Chir. Jul-Aug 2009;80(4):299-303.
  9. Perrotti P, Antropoli C, Molino D, De Stefano G, Antropoli M. Conservative treatment of acute thrombosed external hemorrhoids with topical nifedipine. Dis Colon Rectum. Mar 2001;44(3):405-9.
  10. Gorfine SR. Treatment of benign anal disease with topical nitroglycerin. Dis Colon Rectum. May 1995;38(5):453-6; discussion 456-7.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:47