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Herpes-Simplex-Infektion

HSV

Das Herpes simplex-Virus gehört zur Familie der Herpesviren. Es werden zwei Stämme unterschieden - HSV-1 und HSV-2 - die eine Reihe verschiedener Erkrankungen auslösen können, die allesamt unter dem Terminus Herpes simplex-Infektion erfasst werden. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Infektionen, die mit einer Mund-Rachen-Symptomatik oder mit Beschwerden im Bereich der Geschlechtsorgane einhergehen, aber auch systemische Infektionen wurden beschrieben. Typisch für Infektionen mit Herpes simplex-Viren ist die Latenz der Erreger im Nervensystem, sodass es in unterschiedlichen Zeiträumen nach scheinbarer Remission zu einem erneuten Ausbruch der Krankheit kommen kann.


Symptome

Nicht jede Herpes simplex-Infektion geht mit klinischen Symptomen einher. Tatsächlich erfolgt die Infektion mit HSV-1 sogar meist im Kindesalter, ohne dass es sofort zu den charakteristischen Läsionen der Mundschleimhaut käme. HSV-2 dagegen wird beim Geschlechtsverkehr übertragen, sodass die Erstinfektion beim Jugendlichen oder Erwachsenen erfolgt [1] [2] [3].

Die beiden klassischen Krankheitsbilder sind folgende [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]:

  • Herpes simplex-Infektion mit mukokutaner Manifestation, primär durch HSV-1 verursacht. Hier kommt es zu Gingivostomatitis herpetica, zur Pharyngitis und zur Bildung von "Herpesbläschen" auf den entsprechenden Schleimhäuten sowie im Bereich der Lippen und der umgebenden Gesichtshaut [2] [7]. Die Bläschen brechen schließlich auf und ulzerieren. Gleichzeitig kann sich eine regionale Lymphadenopathie entwickeln und während akuter Schübe klagen die Patienten nicht selten über Abgeschlagenheit und Fieber. Diese konstitutiven Symptome währen etwa zwei Wochen und betreffen pädiatrische Patienten häufiger als adulte [7]. Erwachsene Patienten leiden eher an einer rekurrenten Lippenherpes. Diese zeigt eine Reaktivierung latenter Herpesviren an.
  • Herpes simplex-Infektion und Herpes genitalis, typischerweise HSV-2 zugeschrieben, aber auch durch HSV-1 auslösbar. Die Herpesbläschen entwickeln sich hier im Bereich der Geschlechtsorgane und Betroffene leiden zuweilen unter vaginalem oder urethralem Ausfluss. Eine solche Herpes simplex-Infektion ist häufig mit einer inguinalen Lymphadenopathie und systemischen Beschwerden verbunden, die ähnlich wie oben beschrieben über etwa zwei Wochen andauern. Rezidive klingen dagegen schneller ab [1] [5].
Pharyngitis
  • HSV-1-Infektionen sind meist symptomlos oder mit uncharakteristischen Symptomen wie einer Rachenentzündung (Pharyngitis).[eref.thieme.de]
  • Hier kommt es zu Gingivostomatitis herpetica, zur Pharyngitis und zur Bildung von "Herpesbläschen" auf den entsprechenden Schleimhäuten sowie im Bereich der Lippen und der umgebenden Gesichtshaut. Die Bläschen brechen schließlich auf und ulzerieren.[symptoma.de]
Fieber
Erbrechen
  • Nach uncharakteristischen Prodromalerscheinungen, wie Fieber, Abgeschlagenheit und Erbrechen, tritt eine entzündliche Rötung und ödematöse Schwellung der Vagina auf. Im Weiteren zeigen sich wasserklare Bläschen.[eref.thieme.de]
  • Selten kommt es zu gastrointestinalen Störungen: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Kopfschmerzen, Schwindel und einem Kreatininanstieg oder Harnstoffanstieg. 6 Kontraindikationen Schwangerschaft, Stillzeit Immunsuppression Eine gleichzeitige Einnahme des[flexikon.doccheck.com]
Diarrhoe
  • Selten kommt es zu gastrointestinalen Störungen: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Kopfschmerzen, Schwindel und einem Kreatininanstieg oder Harnstoffanstieg. 6 Kontraindikationen Schwangerschaft, Stillzeit Immunsuppression Eine gleichzeitige Einnahme des[flexikon.doccheck.com]
Exanthem

Diagnostik

Eine detaillierte Anamnese einschließlich der Erhebung von Daten zum Krankheitsverlauf sowie eine gründliche klinische Untersuchung bilden die Basis der Diagnose einer Herpes simplex-Infektion. Diese Diagnose kann mit Hilfe direkter und indirekter Verfahren bestätigt werden:

  • Serologische Untersuchungen sind nur bei Kindern und Verdacht auf eine Erstinfektion sinnvoll, denn der überwiegende Teil der Weltbevölkerung ist seropositiv, sodass diese Herangehensweise grundsätzlich wenig spezifisch ist. Für die Diagnose bei pädiatrischen Patienten kommen Immunoassays zum Einsatz, die eine Bestimmung des IgM-Titers erlauben [1] [2] [3]. Hohe IgG-Titer lassen keinen Rückschluss auf den Zeitpunkt der Erstinfektion zu.
  • Die Alternative zum Nachweis einer Herpes simplex-Infektion besteht in der Amplifikation und Identifikation von Nukleinsäuren des Virus in Blutproben oder anderen Körperflüssigkeiten sowie in Gewebeproben [1] [5] [6] [7].
  • Unter dem Mikroskop sind in Gewebeproben möglicherweisen vielkernige Riesenzellen und intranukleäre Einschlusskörperchen vom Typ Cowdry A zu erkennen, die ebenfalls auf eine Herpes simplex-Infektion hinweisen [2] [3] [7].

Da eine Immundefizienz zur Herpes simplex-Infektion und zur häufigen Reaktivierung latenter Infektionen prädisponiert, sollte bei Patienten mit rekurrenter Herpessymptomatik der Immunstatus abgeklärt werden. Dazu ist mindestens ein Blutbild anzufertigen und eine Untersuchung auf eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus durchzuführen.

Intranukleäre Einschlußkörperchen
  • Unter dem Mikroskop sind in Gewebeproben möglicherweisen vielkernige Riesenzellen und intranukleäre Einschlusskörperchen vom Typ Cowdry A zu erkennen, die ebenfalls auf eine Herpes simplex-Infektion hinweisen.[symptoma.de]

Quellen

Artikel

  1. Sauerbrei A. Herpes Genitalis: Diagnosis, Treatment and Prevention. Geburtshilfe Frauenheilkd. 2016;76(12):1310-1317.
  2. Longo DL, Fauci AS, Kasper DL, Hauser SL, Jameson J, Loscalzo J. eds. Harrison's Principles of Internal Medicine, 18e. New York, NY: McGraw-Hill; 2012.
  3. Murray PR, Rosenthal KS, Pfaller MA. Medical Microbiology. Seventh edition. Philadelphia: Elsevier/Saunders; 2013.
  4. Munawwar A, Singh S. Human Herpesviruses as Copathogens of HIV Infection, Their Role in HIV Transmission, and Disease Progression. J Lab Physicians. 2016;8(1):5-18.
  5. Johnston C, Corey L. Current Concepts for Genital Herpes Simplex Virus Infection: Diagnostics and Pathogenesis of Genital Tract Shedding. Clin Microbiol Rev. 2016;29(1):149-161.
  6. Corey L, Wald A. Maternal and Neonatal HSV Infections. The New England journal of medicine. 2009;361(14):1376-1385.
  7. Mandell GL, Bennett JE, Dolin R. Mandel, Douglas and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases. 8th ed. Philadelphia, Pennsylvania: Churchill Livingstone; 2015.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:38