Symptome
Es muss betont werden, dass alle invasiven Formen der Aspergillose ihren Ursprung in der Lunge nehmen, wo die erste mykotische Replikation stattfindet. Es kann mehr als ein Organ betroffen sein, besonders in stark abwehrgeschwächten Patienten. Die klinische Präsentation von invasiver Aspergillose (IA) hängt vom Ort der Infektion ab. In der Literatur werden verschiedene Typen unterschieden [1]:
- Invasive pulmonale Aspergillose (IPA) – die häufigste Art von IA ist gekennzeichnet durch Dyspnoe, Brustschmerz, trockenen Husten, Fieber (das bei Anwendung von hoch dosierten Korticosteroiden ausbleiben kann) und Hämoptyse.
- Tracheobronchitis – Bei dieser Form können Symptome auftreten, die denen der IPA ähnlich sind. Jedoch können umfangreiche ulzerierende Läsionen (verursacht durch Aspergillus) unilaterales Giemen oder Stridor auslösen, und zu einer unter Umständen tödlichen Atemwegsobstruktion führen.
- Sinusitis wird oftmals durch die Verbreitung des Pilzes während einer IPA ausgelöst. Eine Infektion der Neben- und Stirnhöhlen manifestiert sich mit Epistaxis, Fieber und Kopfschmerz.
- Zerebrale Aspergillose – Ein Übergreifen des Aspergillus auf das zentrale Nervensystem ist selten und endet beinahe immer tödlich. Die unspezifischen Anzeichen umfassen fokal-neurologische Defizite, einen veränderten mentalen Zustand und Kopfschmerz (ein Hauptkennzeichen von ZNS Infektionen).
Diagnostik
Wichtig für die Diagnosestellung sind einerseits eine gründliche Anamnese, die prädisponierende Umstände ermittelt, die Risikofaktoren für IA darstellen können, sowie andererseits eine eingehende körperliche Untersuchung. Laborbefunde, die Neutropenie bei einem Patienten mit Atemwegsinfektion aufgrund einer Immunschwäche aufzeigen, deuten auf eine Mykose hin, insbesondere, wenn die Symptome nicht auf eine antibiotische Behandlung gegen eine vermutete bakterielle Infektion ansprechen [1].
Zusätzlich zu klinischen Ergebnissen und Laborbefunden können bildgebende Verfahren wie Röntgen und Computertomographie (CT) herangezogen werden, um die zugrundeliegende Ursache zu bestimmen. Hauptkriterium für die Diagnose von IPA ist die Identifizierung von Makroherden (> 1 cm Durchmesser), die von einer matten Trübung umgeben sind (Halo) [2]. Aus diesem Grund ist bei Verdacht auf eine pulmonale mykotische Infektion ein CT angeraten.
Abschließend kann die Gattung des Aspergillus mittels mikrobiologischer Studien bestätigt werden. Die folgenden Verfahren sind dazu geeignet [3] [4] [5]:
- Proben einer bronchoalveolären Lavage
- Blut oder Liquor und die daraus angelegten Kulturen
- Identifikation von Serum-Markern (1-3)-β-d-Glucan und Galactomannan, Polysaccharidkomponenten der mykotischen Zellwand
Leider zeigen diese Tests vielfach falsch-positive Ergebnisse oder geringe Sensitivität, die wahrscheinlich auf die Art der Ansteckung mit Aspergillus zurückzuführen ist. Daher beruht die Behandlungsaufnahme hauptsächlich auf klinischen und bildgebenden Kriterien.
Therapie
Die Behandlung der invasiven Aspergillose erfordert in der Regel den Einsatz von Antimykotika, also Medikamenten gegen Pilzinfektionen. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Voriconazol und Amphotericin B. In einigen Fällen kann eine chirurgische Entfernung infizierter Gewebe notwendig sein, insbesondere wenn die Infektion nicht auf Medikamente anspricht.
Prognose
Die Prognose der invasiven Aspergillose hängt stark vom Gesundheitszustand des Patienten und der Schnelligkeit der Diagnose und Behandlung ab. Bei frühzeitiger und angemessener Therapie können viele Patienten erfolgreich behandelt werden. Ohne Behandlung kann die Krankheit jedoch lebensbedrohlich sein.
Ätiologie
Die Ursache der invasiven Aspergillose ist die Inhalation von Aspergillus-Sporen, die in der Luft vorhanden sind. Bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem werden diese Sporen normalerweise unschädlich gemacht. Bei immungeschwächten Personen, wie z.B. Patienten mit Leukämie oder nach einer Organtransplantation, können die Sporen jedoch eine Infektion verursachen.
Epidemiologie
Invasive Aspergillose tritt weltweit auf, ist jedoch in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit häufiger. Besonders gefährdet sind Patienten in Krankenhäusern, die sich in der Nähe von Bauarbeiten befinden, da hier die Konzentration von Aspergillus-Sporen in der Luft erhöht sein kann.
Pathophysiologie
Die Pathophysiologie der invasiven Aspergillose beginnt mit der Inhalation von Aspergillus-Sporen. Bei immungeschwächten Personen können diese Sporen in die Lunge eindringen und dort keimen. Die Pilze können dann in das umliegende Gewebe eindringen und sich über den Blutkreislauf auf andere Organe ausbreiten.
Prävention
Die Prävention der invasiven Aspergillose konzentriert sich auf die Minimierung der Exposition gegenüber Aspergillus-Sporen, insbesondere bei gefährdeten Personen. Dazu gehören:
- Verwendung von Luftfiltern in Krankenhäusern
- Vermeidung von Bauarbeiten in der Nähe von immungeschwächten Patienten
- Tragen von Atemschutzmasken in Risikobereichen
Zusammenfassung
Invasive Aspergillose ist eine ernsthafte Infektion, die vor allem immungeschwächte Personen betrifft. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine positive Prognose. Präventive Maßnahmen können das Risiko einer Infektion erheblich reduzieren.
Patientenhinweise
Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, immungeschwächt ist, ist es wichtig, sich der Risiken einer Aspergillus-Infektion bewusst zu sein. Achten Sie auf Symptome wie anhaltendes Fieber und Atembeschwerden und suchen Sie bei Verdacht auf eine Infektion umgehend medizinische Hilfe. Präventive Maßnahmen können helfen, das Risiko einer Infektion zu minimieren.
Quellen
- Mandell GL, Bennett JE, Dolin R. Mandel, Douglas and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases. 8th ed. Philadelphia, Pennsylvania: Churchill Livingstone; 2015.
- Greene RE, Schlamm HT, Oestmann JW, et al. Imaging findings in acute invasive pulmonary aspergillosis: clinical significance of the halo sign. Clin Infect Dis. 2007;44(3):373–379.
- Angebault C, Lanternier F, Dalle F, et al. Prospective Evaluation of Serum β-Glucan Testing in Patients With Probable or Proven Fungal Diseases. Open Forum Infect Dis. 2016;3(3):ofw128.
- Hope WW, Walsh TJ, Denning DW. Laboratory diagnosis of invasive aspergillosis. Lancet Infect Dis. 2005;5(10):609-622.
- Zhang S, Wang S, Wan Z, Li R, Yu J. The Diagnosis of Invasive and Noninvasive Pulmonary Aspergillosis by Serum and Bronchoalveolar Lavage Fluid Galactomannan Assay. BioMed Research International. 2015;2015:943691.