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Kammerflimmern

Ventrikuläre Fibrillation

Kammerflimmern ist eine akute, pulslose tachykarde Arrhythmie des Herzens durch schnelle, unwirksame, unkoordinierte Kontraktionen der Ventrikel.


Symptome

Patienten mit Kammerflimmern erleiden in der Regel einen plötzlichen Bewusstseinsverlust [10]. Zu den möglichen Anzeichen und Symptomen vor Kammerflimmern gehören Brustschmerzen, schneller Herzschlag, Schwindel, Übelkeit, Kurzatmigkeit und Kollaps. Der Patient bricht plötzlich zusammen, wird blass, atmet nicht und hat keinen nachweisbaren Puls, Herzschlag oder Blutdruck. Der Patient entwickelt irreversible Hirnschäden nach 5 Minuten durch Mangel an Sauerstoff im Gehirn. Nach 10 bis 15 Minuten führt Kammerflimmern zum Tod.

Zappeln
  • Beim Kammerflimmern „zappeln“ die einzelnen Myokardzellen ungeordnet mit einer Erregungsfrequenz weit über 300/min vor sich hin.[eref.thieme.de]
Tachykardie
  • AV-Knoten-Tachykardie AV-Knoten-Tachykardie Frequenzbereich AV-junktionale Tachykardie AV-junktionale Tachykardie Frequenzbereich[eref.thieme.de]
Brustschmerz
  • Nachdem Krankenakten studiert und Angehörige befragt wurden, stellte sich heraus, dass bei 53% der Betroffenen Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwindel, Ohnmachtsanfälle und Herzrasen vorangegangen waren, mit einer Vorlaufzeit von bis zu 4 Wochen.[patient-partner.de]
  • Zu den möglichen Anzeichen und Symptomen vor Kammerflimmern gehören Brustschmerzen, schneller Herzschlag, Schwindel, Übelkeit, Kurzatmigkeit und Kollaps.[symptoma.com]
  • Wichtig: Bei Symptomen, die auf einen Herzinfarkt hindeuten können wie Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust oder Atemnot, nicht lange zögern, sondern sofort den Notarzt rufen![apotheken-umschau.de]
Bewusstlosigkeit
  • Bei Patienten mit kurzzeitiger plötzlicher Bewusstlosigkeit Bewusstlosigkeit, plötzliche, kurzzeitige muss daher immer eine kardiologische Diagnostik erfolgen. Der Patient benötigt dann unter Umständen einen künstlichen Herzschrittmacher.[eref.thieme.de]
Blässe
  • Der Betroffene kann bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand weißlich blass oder blau aussehen. Zur Feststellung wie folgt reagieren: Kontrolle von Bewusstsein, Atmung mit sehen/hören/fühlen prüfen gemäß der aktuellen Leitlinien zur Wiederbelebung .[defibtech.de]
  • Symptome: Bewusstlosigkeit, Blässe, Blaufärbung der Lippen, erweiterte Pupillen, Aussetzen der Atmung, nicht tastbarer Puls Quelle: Zurück Umfangreicher Herzcheck auf Ihrem Smartphone - hier mehr erfahren! Neueste Artikel „Offensichtlich nicht![cardiosecur.com]
  • Symptome bei Herzstillstand: Zusammenbruch des Betroffenen Blässe stark geweitete Pupillen kein Puls kein Blutdruck Kammerflimmern als Ursache eines Herzstillstands wird mittels eines Elektrokardiogramms (EKG) festgestellt.[med-kropp.de]
Dyspnoe
  • Bei lang anhaltenden ventrikulären Tachykardien kommt es jedoch zu einer hämodynamischen Beeinträchtigung (Dyspnoe, Lungenödem, zunehmende Herzinsuffizienz).[eref.thieme.de]
  • Dyspnoe.« »Pneumothorax?«, fragte Eivind Storelv. Dr. Zuckerman schüttelte den Kopf.[piper.de]

Diagnostik

Kammerflimmern wird immer in einer Notsituation diagnostiziert.

  • Herzmonitor: Ein Herzmonitor zeigt einen sehr unorganisierten Herzrhythmus. Darüber hinaus gibt es keinen Puls.
  • Elektrokardiogramm: Das Vorliegen von Kammerflimmern kann mit einem Elektrokardiogramm, das chaotische, unregelmäßige Muster zeigt, bestätigt werden. Unregelmäßige Zacken mit einer Frequenz von über 320 Schlägen pro Minute sind zu erkennen.
  • Echokardiogramm: Eine zugrunde liegende Anomalie kann mittels Echokardiogramm erfasst werden. Eine Verringerung der Auswurffraktion und Wandbewegungsstörungen können die Entwicklung von Kammerflimmern begünstigen.
  • Koronarangiographie: Koronarangiographie kann Kammerflimmern bei empfindlichen Personen auslösen und sollte mit Vorsicht [11] [12] [13] verwendet werden, um mögliche koronare Ursachen zu untersuchen.
  • Computertomographie und Magnetresonanztomographie: Diese Tests werden häufig verwendet, um Herzversagen aufgrund von plötzlichem Herzstillstand zu diagnostizieren. Umfang und Ort der Ischämie können so untersucht werden.
  • Labormedizinische Untersuchungen: Herzenzyme, Elektrolyte, arterielle Blutgase, Thyreotropin und B-Typ Natriuretisches Peptid sollten untersucht werden.

Therapie

Kammerflimmern wird durch externe Defibrillation mit 200-360 Joule sowie eine sofortige Reanimation behandelt. Eine erfolgreiche Defibrillation beendet die Entladung die kreisenden Erregungsfronten und höher angeordnete Steuerzentren des Rhythmus nehmen ihre Funktion wieder auf. Bei erfolgloser dreimaliger Defibrillation sollte eine anti-arrhytmische Therapie (Amiodaron) verabreicht werden. Patienten mit Kammerflimmern haben, besonders innerhalb von 48 Stunden, ein hohes Rezidivrisiko. Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) kann das Risiko, daran zu versterben, senken.

Prognose

Die Prognose von Kammerflimmern erfordert die Betrachtung der zugrunde liegenden Ursache des Herzstillstandes und das Vorhandensein von Begleiterkrankungen [5] [6]. Die Überlebenschancen nach einer Episode von Kammerflimmern hängen von schneller Verfügbarkeit der kardiopulmonalen Reanimation, Defibrillation und Transport in ein Krankenhaus ab. Die Erfolgswahrscheinlichkeit sinkt mit einer Rate von 2-10% pro Minute. Schätzungsweise 20% der Patienten überleben bis zur Krankenhausentlassung. Nach der Rückkehr der Herzfunktion, besteht eine erhöhte Gefahr des Todes durch wiederkehrendes Kammerflimmern im Vergleich zu Patienten nach Myokardinfarkt [7] [8] [9]. Mit sofortiger Angioplastie und Stentimplantation ist die Prognose gut.

Ätiologie

Die häufigste Ursache von Kammerflimmern ist der Myokardinfarkt, insbesondere aufgrund des unzureichenden Blutflusses zum Herzmuskel bei koronarer Herzkrankheit [2]. Patienten mit einer Anamnese von Kammerflimmern oder Myokardinfarkt sind anfälliger, diese Herzrhythmusstörung zu entwickeln. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für Kammerflimmern auch bei angeborenen Herzerkrankungen und Erkrankungen wie Kardiomyopathie, Myokarditis, hypoxische Ischämie, Stenosen der Koronararterien, Schäden an der Herzmuskulatur durch Strom, Konsum illegaler Drogen (zB. Kokain und Methamphetamin), Commotio cordis bei Sportlern und Elektrolytanomalien von Kalium und Magnesium [3].

Eine Reihe von Menschen mit Kammerflimmern haben keine Anamnese einer Herzerkrankung, jedoch haben sie oft Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen, wie Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bewegungsmangel und Diabetes.

Epidemiologie

Plötzlicher Herzstillstand ist eine der häufigsten Todesursachen in der entwickelten Welt. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet eine signifikante Sterblichkeit mit rund 70.000 bis 90.000 plötzlichen Herztodesfällen jedes Jahr im Vereinigten Königreich mit einer Überlebensrate von nur 2%. Bis zu 30% der Überlebenden eines Herzstillstands erleiden rezidivierendes Kammerflimmern im ersten Jahr [4]. Laut einer Studie sind 31% der Todesfälle bei Menschen zwischen 20 und 29 Jahren plötzlich. Die Inzidenz von Kammerflimmern ist bei Männern in der Regel höher als bei Frauen. Wenn eine sofortige Behandlung nicht gegeben wird, tritt der Tod in der Regel innerhalb weniger Minuten ein.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Kammerflimmern ist eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung mit Störung des Erregungsleitungssystems des Herzens durch inhomogenes Leitungs- und Refraktärverhalten. Mehrere Erregungsfronten bilden sich im Myokard durch einen Auslöser wie etwa ein R- auf-T-Phänomen. Dadurch kommt es zu kreisenden Erregungswellen ohne regelmäßige Kontraktion des Myokards. Daher tritt Bewusstlosigkeit innerhalb von 4 bis 5 Sekunden nach Beginn des Kammerflimmerns aufgrund des Fehlens von Blutfluss zum Gehirn auf. Nach wenigen Minuten führt die Herzrhythmusstörung zu unwiederbringlichen Gewebeschäden und Tod.

Prävention

Menschen, die erfolgreich bei Kammerflimmern wiederbelebt werden und überleben, haben ein hohes Risiko einer weiteren Episode. Um das Risiko zu reduzieren, sind die folgenden Behandlungsmöglichkeiten möglich:

  • Medikamente: Verschiedene Antiarrhythmika können Rhythmusstörungen verhindern. Beta-Blocker werde häufig bei Menschen einem erhöhten Risiko angewandt.
  • Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator: Dies ist ein Gerät, das in der Brustwand des Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen implantiert werden kann.
  • Koronarangioplastie und Stentimplantation: Das Verfahren wird für die Behandlung von schwerer koronarer Herzkrankheit eingesetzt und reduziert somit das Risiko von zukünftigen Episoden von Kammerflimmern.
  • Koronare Bypass-Operation: Dies verbessert die Blutversorgung des Herzmuskels und reduziert das Risiko einer Rhythmusstörung.

Zusammenfassung

Kammerflimmern ist eine akute, pulslose tachykarde Arrhythmie des Herzens durch schnelle, unwirksame, unkoordinierte Kontraktionen der Ventrikel. Es ist ein lebensbedrohlicher Zustand der unbehandelt unmittelbar zum Tode führt [1], da keine Pumpleistung des Herzens stattfindet. Der Patient kann irreversible Hirnschäden durch Auswirkungen der zerebralen Hypoxie entwickeln. Kammerflimmern ist häufig bei Herzerkrankungen und Stromunfällen. Es tritt auch bei pulmonaler Embolie, Elektrolytstörungen und durch verschiedenen Substanzen auf. Die Notfallbehandlung beinhaltet überbrückende kardiopulmonale Reanimation und die sofortige Defibrillation.

Patientenhinweise

Kammerflimmern ist eine akute, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung. Es ist ein medizinischer Notfall und bewirkt, dass der Tod innerhalb weniger Minuten eintritt. Die Notfallbehandlung erfordert sofortige Reanimation und Defibrillation. Medikamentöse Therapie und ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator können anomale Rhythmen bei Hochrisiko-Patienten korrigieren.

Quellen

Artikel

  1. Otto CM, Tauxe RV, Cobb LA, et al. Ventricular fibrillation causes sudden death in Southeast Asian immigrants. Annals of internal medicine. Jul 1984;101(1):45-47.
  2. Micchia MT, Beccia F, Ariano M. Etiology and pathogenesis of ventricular fibrillation. Acta anaesthesiologica. 1968;19:Suppl 9:224+.
  3. Pevzner I, Gorshkova TV, Eppel MM. Histoxic hypoxia as one of the causes of ventricular fibrillation and decreased myocardial contractility. Kardiologiia. Jul 1975;15(7):88-93.
  4. Volpi A, Cavalli A, Franzosi MG, et al. One-year prognosis of primary ventricular fibrillation complicating acute myocardial infarction. The GISSI (Gruppo Italiano per lo Studio della Streptochinasi nell'Infarto miocardico) investigators. The American journal of cardiology. May 15 1989;63(17):1174-1178.
  5. Trappe HJ, Brugada P, Talajic M, et al. Prognosis of patients with ventricular tachycardia and ventricular fibrillation: role of the underlying etiology. Journal of the American College of Cardiology. Jul 1988;12(1):166-174.
  6. Willems AR, Tijssen JG, van Capelle FJ, et al. Determinants of prognosis in symptomatic ventricular tachycardia or ventricular fibrillation late after myocardial infarction. The Dutch Ventricular Tachycardia Study Group of the Interuniversity Cardiology Institute of The Netherlands. Journal of the American College of Cardiology. Sep 1990;16(3):521-530.
  7. Inkovaara J, Ruosteenoja R. Long-term prognosis after ventricular fibrillation in acute myocardial infarction. Duodecim; laaketieteellinen aikakauskirja. 1971;87(14):1046-1052.
  8. McNamee BT, Robinson TJ, Adgey AA, Scott ME, Geddes JS, Pantridge JF. Long-term prognosis following ventricular fibrillation in acute ischaemic heart disease. British medical journal. Oct 24 1970;4(5729):204-206.
  9. Volpi A, Cavalli A, Santoro L, Negri E. Incidence and prognosis of early primary ventricular fibrillation in acute myocardial infarction - results of the Gruppo Italiano per lo Studio della Sopravvivenza nell'Infarto Miocardico (GISSI-2) database. The American journal of cardiology. Aug 1 1998;82(3):265-271.
  10. Saxon LA, Uretz EF, Denes P. Significance of the clinical presentation in ventricular tachycardia/fibrillation. American heart journal. Oct 1989;118(4):695-701.
  11. Murdock DK, Lawless CE, Loeb HS, Furiasse JG, Pagano S, Scanion PJ. Characterization of ventricular fibrillation during coronary angiography. The American journal of cardiology. Jan 1 1985;55(1):249.
  12. Murdock DK, Euler DE, Becker DM, Murdock JD, Scanlon PJ, Gunnar RM. Ventricular fibrillation during coronary angiography: an analysis of mechanisms. American heart journal. Feb 1985;109(2):265-273.
  13. Wolf GL, Le Veen RF, Mulry C, Kilzer K. The influence of contrast media additives upon ventricular fibrillation thresholds during coronary angiography in ischemic and normal canine hearts. Cardiovascular and interventional radiology. 1981;4(3):145-147.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:46