Edit concept Question Editor Create issue ticket

Kuhpocken

Der Erreger der Kuhpocken (KP) ist das Kuhpockenvirus, ein pathogener Vertreter der Orthopoxviren. Bei den KP handelt es sich um eine Zoonose, die typischerweise mit Hautläsionen im Bereich der Hände, Arme und des Gesichts einhergeht. Die Effloreszenzen entsprechen initial Papeln, entwickeln sich aber schon bald zu Bläschen.


Symptome

Beim Menschen zeigen sich Infektionen mit dem Kuhpockenvirus als lokaler Ausschlag. Innerhalb weniger Tage nach der Infektionen entwickeln sich meist multiple Papeln, aber auch Fälle singulärer Läsionen sind bekannt. Die Papeln werden rasch zu Bläschen, sodass die Patienten mit flüssigkeitsgefüllten, über die umgebende Haut erhabenen Vesiculae vorstellig werden. Diese sind meist im Bereich der Hände und Arme, aber auch im Gesicht zu sehen [1]. Diese Prädilektionsstellen ergeben sich daraus, dass eine Ansteckung einen direkten Kontakt zum infizierten Tier erfordert, der andere Hautbereiche nur selten involviert. Die Haut, die die Bläschen umgibt, kann erythematös oder ödematös geschwollen sein. Die Bläschen selbst brechen leicht auf, und dann bleibt ein blutender Ulkus zurück. Dieser trocknet ab und wird von violett-schwarzem Schorf überzogen [2]. Zuweilen wird in der Allgemeinuntersuchung eine regionale Lymphadenopathie bemerkt.

Schwerwiegendere Verläufe können bei immundefizienten Patienten auftreten. Darüber hinaus kann es zu bakteriellen Sekundärinfektion kommen, die ihrerseits Symptome hervorruft. Mit Ausnahme einer möglichen Verbesserung wegen einer bakteriellen Sekundärinfektion sprechen KP-Patienten nicht auf eine antibiotische Behandlung an [3].

Trotz der nahen Verwandtschaft des Kuhpockenvirus zum Vacciniavirus wurden weitreichende, potenziell lebensbedrohliche Hautinfektionen im Sinne einer progressiven Vaccinia hier noch nicht beobachtet. Die progressive Vaccinia zeichnet sich dadurch aus, dass sich von der initialen Läsion ausgehend ein umfassende Ulkus mit Nekroseherden bildet. Risikopatienten sind jene, die an einer Immunschwäche leiden und mit Vacciniaviren geimpft werden.

Lymphadenopathie
  • Zuweilen wird in der Allgemeinuntersuchung eine regionale Lymphadenopathie bemerkt. Schwerwiegendere Verläufe können bei immundefizienten Patienten auftreten.[symptoma.de]
  • Auch bei ihm bestand eine zervikale Lymphadenopathie. Ein bakteriologischer Wundabstrich brachte keinen Keimnachweis.[aerzteblatt.de]
Nekrose
  • Außerdem kann es am Infektionsherd zu einem Absterben des umliegenden Gewebes (Nekrose) kommen. In Deutschland ist kein Impfstoff gegen Kuhpocken zugelassen.[de.wikipedia.org]
  • Der untersuchende Pathologe erinnerte sich an histopathologische Veränderungen, wie etwa Bläschenbildung mit ballonierender Degeneration und Nekrose der Keratinozyten, die im März bei Proben der Patientin von Fall 1 aufgefallen waren.[aerzteblatt.de]

Diagnostik

In der Anamnese wird in der Regel ein enger Kontakt zu Nagetieren, Katzen oder Kühen angegeben. Falls ein solcher Kontakt verneint wird, sind andere Säugetiere als potenzielle Überträger des Kuhpockenvirus in Betracht zu ziehen [4].

Das Kuhpockenvirus kann aus der die Bläschen füllenden Flüssigkeit isoliert werden, aus Wundsekret oder Schorf. Werden Gewebeproben pathohistologisch untersucht, so sind häufig zytoplasmatische Einschlusskörperchen wie Einschlüsse vom Typ A und Guarnieri-Körperchen zu erkennen [2]. Letztere werden als diagnostisch für eine Infektion mit Poxviridae betrachtet, während erstere nur durch wenige Vertreter dieser Familie hervorgerufen werden.

Proben können auch direkt elektronenmikroskopisch untersucht werden, um die Präsenz von Orthopoxviren nachzuweisen, die sich als eher große, rechteckige Viruspartikel darstellen. Obwohl die Morphologie eine Unterscheidung von Orthopoxviren und anderen Gattungen ermöglicht, erlaubt die Elektronenmikroskopie nicht die Identifikation der Spezies. Diese kann konventionell nach Anzucht der Viren oder über molekularbiologische Verfahren erfolgen:

  • Das Kuhpockenviruskann in der Chorioallantoismembran von Hühnerembryonen angezüchtet werden, wo die Viren charakteristische, hämorrhagische Läsionen provozieren [1]. Andere Orthopoxviren induzieren dagegen nicht-hämorrhagische Läsionen [5].
  • Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ist die Methode der Wahl, um spezifische Nukleinsäuren in vom Patienten gewonnenen Proben oder in Virenkulturen nachzuweisen. Weiterhin zur Anwendung kommen die Restriktionsanalyse und die DNA-Sequenzierung, sowie neuere Verfahren wie die Multiplex-PCR [6] [7].

Serologische Tests werden nicht routinemäßig durchgeführt, um die Diagnose KP zu bestätigen. Aus epidemiologischer Sicht kann es interessant sein, die Haustiere des Patienten serologisch zu untersuchen, um die Infektionsquelle auszumachen.

Therapie

  • Aktuelles zur Epidemiologie, Diagnostik und Therapie Zusammenfassung Erst wenige Fälle von Infektionen mit dem Kuhpocken-/Katzenpockenvirus sind beim Menschen bisher beschrieben worden.[link.springer.com]
  • Bei Kuhpocken erfolgt eine symptomatische Therapie.[kuhpocken.de]
  • Da das linke Auge des Patienten gefährdet schien, wurde eine Therapie mit Cidofovir, einem Inhibitor der viralen DNA-Polymerase, initiiert.[aerzteblatt.de]

Epidemiologie

  • Aktuelles zur Epidemiologie, Diagnostik und Therapie Zusammenfassung Erst wenige Fälle von Infektionen mit dem Kuhpocken-/Katzenpockenvirus sind beim Menschen bisher beschrieben worden.[link.springer.com]
  • Herausgegeben vom Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (PDF 1,2 MB) Robert Koch Institut: Pocken / Kuhpocken – Epidemiologie, Diagnostik, Umgang mit Probenmaterial[de.wikipedia.org]
  • Springe direkt zu: Inhalt Hauptmenu Suche Zielgruppeneinstiege Infektionskrankheiten A-Z Übersicht Kurzbeschreibung zu Humanen Affenpocken (2015) Kuhpocken: Häufig gestellte Fragen (2009) Epidemiologie Informationen des RKI zu Affenpocken im Vereinigten[rki.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Bonnekoh B, Falk K, Reckling KF, et al. Cowpox infection transmitted from a domestic cat. J Dtsch Dermatol Ges. 2008; 6(3):210-213.
  2. Feuerstein B, Jurgens M, Schnetz E, Fartasch M, Simon M, Jr. [Cowpox and catpox infection. 2 Clinical case reports]. Hautarzt. 2000; 51(11):852-856.
  3. Steinborn A, Essbauer S, Marsch W. [Human cowpox/catpox infection. A potentially unrecognized disease]. Dtsch Med Wochenschr. 2003; 128(12):607-610.
  4. Pelkonen PM, Tarvainen K, Hynninen A, et al. Cowpox with severe generalized eruption, Finland. Emerg Infect Dis. 2003; 9(11):1458-1461.
  5. Xu Z, Zikos D, Tamosiunaite A, Klopfleisch R, Osterrieder N, Tischer BK. Identification of 10 cowpox virus proteins that are necessary for induction of hemorrhagic lesions (red pocks) on chorioallantoic membranes. J Virol. 2014; 88(15):8615-8628.
  6. Schupp P, Pfeffer M, Meyer H, Burck G, Kolmel K, Neumann C. Cowpox virus in a 12-year-old boy: rapid identification by an orthopoxvirus-specific polymerase chain reaction. Br J Dermatol. 2001; 145(1):146-150.
  7. Shchelkunov SN, Shcherbakov DN, Maksyutov RA, Gavrilova EV. Species-specific identification of variola, monkeypox, cowpox, and vaccinia viruses by multiplex real-time PCR assay. J Virol Methods. 2011; 175(2):163-169.

Frage stellen

5000 Zeichen übrig Text Formatierung mit: # Überschrift, **fett**, _kursiv_. Kein HTML Code.
Mit dem Abschicken der Frage stimmen Sie den AGB und der Datenschutzerklärung zu.
• Verwenden Sie einen aussagekräftigen Titel für Ihre Frage.
• Fragen Sie präzise und führen Sie Alter, Geschlecht, Symptome, Art und Dauer einer Behandlung an.
• Respektieren Sie Ihre Privatsphäre und jene Anderer und geben Sie niemals volle Namen oder Kontaktinformationen ein.
• Unpassende Fragen werden gelöscht.
• In dringenden Fällen suchen Sie einen Arzt oder ein Krankenhaus auf oder wählen den Notruf!
Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 09:11