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Li-Fraumeni-Syndrom

Das Li-Fraumeni-Syndrom ist eine seltene autosomal-dominant vererbte Erkrankung, die mit einer Prädisposition zur Entwicklung maligner Neoplasien einhergeht. Mutationen im Tumorsuppressorgen p53 liegen dieser Krankheit zugrunde. Klinische Diagnosekriterien sind die Entwicklung eines Sarkoms im Alter von unter 45 Jahren und mindestens ein Verwandter ersten oder zweiten Grades, bei dem ebenfalls im Alter von weniger als 45 Jahren ein Malignom oder altersunabhängig ein Sarkom festgestellt wird. Molekularbiologische Studien eignen sich, um die kausale Mutation zu identifizieren und die klinische Diagnose zu bestätigen.


Symptome

Beim Li-Fraumeni-Syndrom (LFS) handelt es sich um eine seltene Erkrankung, die bis heute erst bei etwa 500 Familien beschrieben ist [1]. Verschiedene Formen der Mutation des Tumorsuppressorgens p53 - Missense-Mutation, Nonsense-Mutation, Verschiebung des Leserahmens und Mutationen, die das posttranskriptionale Splicing beeinflussen - konnten mit dem LFS assoziiert werden und führen bei Betroffenen zu einer Prädisposition zur Entwicklung bösartiger Tumore, bevor sie das 45. Lebensjahr vollenden [2] [3] [4] [5]. Insbesondere Sarkome treten gehäuft auf, wobei das Sarkom mit der höchsten Inzidenz bei LFS-Patienten das Osteosarkom ist [6]. Ein hohes Risiko besteht zudem für Sarkome des zentralen Nervensystems und der Weichteile. Zu letzteren zählen die Rhabdomyosarkome, die sich im Rahmen des LFS insbesondere als embryonales Rhabdomyosarkom manifestieren [6]. Als wichtige Hinweise auf das LFS werden zudem Malignome der Brust, der Nieren und Nebennieren sowie des hämatopoetischen Systems gewertet [7] [8] [9]. Grundsätzlich gilt jedoch, dass das junge Alter der Patienten für die Verdachtsdiagnose auf ein LFS den Hauptausschlag geben sollte, denn auch in zahlreichen anderen Geweben können sich im Zusammenhang mit dieser Erkrankung maligne Tumoren bilden [1] [3].

Diagnostik

Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung werden diagnostische genetische Analysen nur dann veranlasst, wenn ein fundierter Verdacht besteht. Dieser wiederum gründet auf detaillierten Angaben aus der individuellen und familiären Anamnese sowie aus der Tatsache, dass vergleichsweise junge Patienten bereits mehrere Malignome entwickelt haben [2] [5]. Auf Basis der genannten Parameter wurden auch die klinischen Diagnosekriterien für das LFS definiert: Der typische LFS-Patient entwickelt im Alter von unter 45 Jahren einen bösartigen Weichgewebetumor und hat mindestens einen Verwandten ersten oder zweiten Grades, bei dem in gleichermaßen jungem Alter eine maligne Neoplasie aufgetreten ist oder bei dem, unabhängig von seinem Alter, ein Sarkom diagnostiziert wurde [2] [3] [4] [5]. Im Laufe der Zeit haben verschiedene Autoren Vorschläge zur Präzisierung dieser diagnostischen Kriterien gemacht: Einigen Experten zufolge sei die Entwicklung eines LFS-typischen Tumors im Kindesalter für die klinische Diagnose unverzichtbar, während andere meinen, die bei Verwandten entwickelten Malignome sollten denen entsprechen, die im Rahmen des LFS gehäuft auftreten. Auch eine Änderung der Altersgrenze, die für die klinische Diagnose angewandt wird und die momentan bei 45 Jahren liegt, wurde in Erwägung gezogen [9] [10] [11].

Generell lässt sich sagen, dass das Auftreten bösartiger Tumoren der Weichgewebe bei relativ jungen Patienten den Verdacht auf das LFS wecken sollte, wenn dieser durch die familiäre Vorgeschichte gestützt wird, und dass ein solcher Verdacht abzuklären ist. Dazu müssen molekularbiologische Untersuchungen realisiert werden, in denen die Sequenz des p53 Tumorsuppressorgens analysiert wird [5] [12]. Die im vorigen Absatz beschriebenen klinischen Diagnosekriterien kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn sich in der Sequenzierung keine der bekannten LSF-Mutationen nachweisen lässt, was etwa bei jedem vierten Patienten der Fall ist [4].

Therapie

  • Advexin-p53 -Therapie auf Basis eines Compassionate Use.[flexikon.doccheck.com]
  • Weitere strahlengestützte Diagnostik oder Therapie darf bei diesen Patienten nicht erfolgen.[thieme-connect.com]
  • Behandlung und Therapie Stellt der Arzt das Li-Fraumeni-Syndrom fest, hängt die nachfolgende Therapie und Behandlung vom jeweiligen Tumor ab. Ebenfalls spielt der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten eine wesentliche Rolle.[gesundpedia.de]

Prognose

  • Bei Knochenkrebs ist die Prognose von der Art des Tumors abhängig. So haben Chondrosarkompatienten (Knorpelsarkom) eine sehr schlechte Prognose mit einer 50-prozentigen Sterberate innerhalb der nächsten 5 Jahre.[gesundpedia.de]
  • Prognose des Prostatasarkoms Rhabdomyosarkom: Folgende klinische Faktoren bestimmen die Prognose: lokale Ausdehnung des Tumors, Tumorgröße, Lymphknotenbeteiligung, Fernmetastasen und der histologische Subtypus.[urologielehrbuch.de]
  • Zudem verschlechtern sie bei vielen Krebserkrankungen die Prognose. Bewegungsmangel: Erhöht zum Beispiel das Risiko für Brust-, Darm- und Magenkrebs. Rauchen: Gilt als Krebsverursacher Nummer eins.[lifeline.de]

Epidemiologie

  • Epidemiologie des Prostatasarkoms Das Rhabdomyosarkom der Prostata hat einen Anteil von 15 % aller pädiatrischen soliden Tumoren.[urologielehrbuch.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Malkin D. Li-fraumeni syndrome. Genes Cancer. 2011; 2(4):475-484.
  2. Li FP, Fraumeni JF, Jr., Mulvihill JJ, et al. A cancer family syndrome in twenty-four kindreds. Cancer Res. 1988; 48(18):5358-5362.
  3. Nichols KE, Malkin D, Garber JE, Fraumeni JF, Jr., Li FP. Germ-line p53 mutations predispose to a wide spectrum of early-onset cancers. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2001; 10(2):83-87.
  4. Olivier M, Goldgar DE, Sodha N, et al. Li-Fraumeni and related syndromes: correlation between tumor type, family structure, and TP53 genotype. Cancer Res. 2003; 63(20):6643-6650.
  5. Sorrell AD, Espenschied CR, Culver JO, Weitzel JN. Tumor protein p53 (TP53) testing and Li-Fraumeni syndrome : current status of clinical applications and future directions. Mol Diagn Ther. 2013; 17(1):31-47.
  6. Correa H. Li-Fraumeni Syndrome. J Pediatr Genet. 2016; 5(2):84-88.
  7. Garber JE, Goldstein AM, Kantor AF, Dreyfus MG, Fraumeni JF, Jr., Li FP. Follow-up study of twenty-four families with Li-Fraumeni syndrome. Cancer Res. 1991; 51(22):6094-6097.
  8. Hwang SJ, Lozano G, Amos CI, Strong LC. Germline p53 mutations in a cohort with childhood sarcoma: sex differences in cancer risk. Am J Hum Genet. 2003; 72(4):975-983.
  9. Mai PL, Malkin D, Garber JE, et al. Li-Fraumeni syndrome: report of a clinical research workshop and creation of a research consortium. Cancer Genet. 2012; 205(10):479-487.
  10. Birch JM, Hartley AL, Tricker KJ, et al. Prevalence and diversity of constitutional mutations in the p53 gene among 21 Li-Fraumeni families. Cancer Res. 1994;54:1298–130.
  11. Eeles RA. Germline mutations in the TP53 gene. Cancer Surv. 1995;25:101–124.
  12. Upton B, Chu Q, Li BD. Li-Fraumeni syndrome: the genetics and treatment considerations for the sarcoma and associated neoplasms. Surg Oncol Clin N Am. 2009;18(1):145-56, ix.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:42