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Mekoniumpfropf-Syndrom

Mekoniumobstruktion in Fetus oder Neugeborenem

Der Terminus Mekoniumpfropf-Syndrom (MPS) beschreibt eine transiente Anomalie in der Funktion des Verdauungstrakts eines Neugeborenen. Hierbei ist die Passage des Mekoniums auch am zweiten Lebenstag noch nicht abgeschlossen, weshalb der Neonat einen geblähten Bauch hat und erbricht. Mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik lässt sich, idealerweise nach Realisierung eines Kontrasteinlaufs, eine Dilatation der linksseitigen Kolonabschnitte nachweisen. Es ist wichtig, das MPS vom Morbus Hirschsprung und einer zystischen Fibrose zu unterscheiden. MPS-Patienten haben eine exzellente Prognose, wenn die Kondition nicht durch derartige Grunderkrankungen bedingt ist.


Symptome

Als Ursachen für das MPS werden eine verminderte Darmmotilität und eine Verhärtung des Mekoniums, das sich entweder der Darmwand anheftet oder aufgrund seiner Konsistenz nur schwerlich bewegt werden kann, diskutiert [1]. Eine zunehmende abdominale Distension bei ausbleibender oder unzureichender Passage des Mekoniums und galliges Erbrechen sind die Leitsymptome des MPS [2]. Darüber hinaus kann eine Dilatation von Darmschlingen festgestellt werden. Damit unterscheidet sich das klinische Bild, das betroffene Neonaten präsentieren, nur wenig von dem, das im Zusammenhang mit einem Morbus Hirschsprung, einer Darmstenose, Darmatresie, einem Anus imperforatus oder einer Malrotation zu erwarten wäre.

Darmverschluss beim Neugeborenen
  • .: Hirschsprung-Krankheit ( Q43.1 ) P76.2 Darmverschluss beim Neugeborenen durch eingedickte Milch P76.8 Sonstiger näher bezeichneter Darmverschluss beim Neugeborenen P76.9 Darmverschluss beim Neugeborenen, nicht näher bezeichnet[icd-code.de]
  • Neugeborenen P76.8 Sonstiger näher bezeichneter Darmverschluss beim Neugeborenen Darmverschluss durch Kotsteine beim Neugeborenen P76.9 Darmverschluss beim Neugeborenen, nicht näher bezeichnet Darmverschluss beim Neugeborenen[icdscout.de]
  • Eine weitere Unterteilung nach ICD-10 entfällt. 3.2 P76 Sonstiger Darmverschluss beim Neugeborenen Die Untergruppe P76 umschreibt alle sonstigen Darmverschlüsse beim Neugeborenen, ausser dem oben genannten Mekoniumileus.[flexikon.doccheck.com]
  • beim Neugeborenen P76.0Mekoniumpfropf-Syndrom P76.1Transitorischer Ileus beim Neugeborenen P76.2Darmverschluß beim Neugeborenen durch eingedickte Milch P76.8Sonstiger näher bezeichneter Darmverschluß beim Neugeborenen P76.9Darmverschluß beim Neugeborenen[med-serv.de]
  • .- Sonstiger Darmverschluss beim Neugeborenen Ihre Suche nach Mekoniumileus ohne zystische Fibrose ergab folgenden Treffer und zusätzlich Synonym(e) P76.0 Mekoniumpfropf-Syndrom Synonyme: Mekoniumileus im Sinne von Mekoniumpfropf ohne zystische Fibrose[averbis.com]
Erbrechen
  • Eine zunehmende abdominale Distension bei ausbleibender oder unzureichender Passage des Mekoniums und galliges Erbrechen sind die Leitsymptome des MPS. Darüber hinaus kann eine Dilatation von Darmschlingen festgestellt werden.[symptoma.de]
  • Klinik: Schmerz, Erbrechen (u.U. als Koterbrechen), Meteorismus , fehlender Stuhl- u. Windabgang. Die Darmgeräusche können fehlen oder aber abnorm verstärkt sein. Rasch zunehmendes Schocksyndrom infolge Flüssigkeits- u.[elsevier-data.de]
  • 13.1 Leitsymptome und Differenzialdiagnosen 462 13.1.1 Akute Bauchschmerzen und akutes Abdomen 462 13.1.2 Chronische und rezidivierende Bauchschmerzen 464 13.1.3 Gastrointestinale Blutung: Hämatemesis; Meläna und rektale Blutung 465 13.1.4 Spucken und Erbrechen[medizinwelt.elsevier.de]
  • Die Nahrung wird nicht mehr vertragen und die Neugeborenen erbrechen gallig blutigen Magensaft. In der Regel haben die Kinder keinen Stuhlgang mehr oder, falls doch, weist der Stuhl kleine Blutbeimengungen auf.[de.wikipedia.org]
Galliges Erbrechen
  • Eine zunehmende abdominale Distension bei ausbleibender oder unzureichender Passage des Mekoniums und galliges Erbrechen sind die Leitsymptome des MPS. Darüber hinaus kann eine Dilatation von Darmschlingen festgestellt werden.[symptoma.de]

Diagnostik

Zunächst sind Röntgenaufnahmen des Abdomens in Rücken- und linker Seitenlage anzufertigen, um die Präsenz dilatierter Darmschlingen und die Abwesenheit von Gas im Rektum zu bestätigen. Weiterhin lassen sich im Rahmen eines MPS weder im Dünndarm noch im Dickdarm Flüssigkeitsspiegel darstellen. Dem diagnostischen Algorithmus zufolge werden im Anschluss Kontrastmittel per Einlauf appliziert. Bariumsulfat und andere Agenzien wurden hierzu eingesetzt, wobei darauf zu achten ist, dass es bei Hyperosmolarität des Kontrastmittels nicht zur Dehydratation des Neonaten kommt [3]. Bei einem MPS-Patienten kann so typischerweise ein geweitetes Kolon dargestellt werden, dass von einem Mekoniumpfropf teilweise oder vollständig obstruiert wird. Unter physiologischen Bedingungen sollte der Durchmesser des Dickdarms die Höhe eines Lendenwirbels nicht überschreiten. Eine Prädilektion für die Entwicklung eines Dickdarms mit reduziertem Durchmesser besteht insbesondere bei Kindern diabetischer Mütter. Das Mekonium selbst entspricht einem band- oder wurstförmigen Füllungsdefekt im Kolon. Doppelkontraststudien können die Sensitivität der Untersuchung weiter erhöhen.

Differentialdiagnostisch sind unter anderem ein Morbus Hirschsprung und eine zystische Fibrose abzuklären, wobei nicht grundsätzlich auszuschließen ist, dass ein MPS gemeinsam durch eine der vorgenannten Pathologien bedingt ist [4] [5]:

  • Charakteristisch für den Morbus Hirschsprung ist ein enger, aganglionärer Enddarm, an den sich proximal ein dilatiertes Kolon anschließt. Das Fehlen der Ganglienzellen, dass diese Erkrankung ausmacht, muss histologisch nachgewiesen werden. Deshalb ist im Zweifelsfall eine Saugbiopsie des Rektums angezeigt. Derartige Zweifel sollten auch bei atypischer Präsentation aufkommen, wenn sich das vermeintliche MPS durch wiederholte Einläufe nicht behandeln lässt [6]. Generell stellt sich das Rektum eines MPS-Patienten unauffällig dar.
  • In vielen Ländern werden alle Neugeborenen routinemäßig auf eine mögliche zystische Fibrose untersucht. Dazu wird zunächst die Konzentration immunreaktiven Trypsins im Blut gemessen und bei verdächtigen Befunden auch der Salzgehalt im Schweiß des Neonaten. Wurden derartige Untersuchungen nicht durchgeführt, so sind sie bei MPS-Patienten unbedingt nachzuholen, denn mitunter ist eine verzögerte oder ausbleibende Passage des Mekoniums der einzige, so frühe Hinweis auf diese genetisch bedingte Erkrankung. Als beweisend gilt der Nachweis des kausalen Gendefekts, was übrigens auch schon vor der Geburt geschehen kann.

Therapie

  • Diagnostik 263 1.19.6.3 Therapie 263 1.19.7 RSV-Bronchiolitis 264 1.19.7.1 Diagnostik 264 1.19.7.2 Therapie 264 1.19.8 Meningitis/Enzephalitis 265 1.19.8.1 Die häufigsten Erreger 265 1.19.8.2 Klinik und Leitsymptome 265 1.19.8.3 Diagnostik 265 1.19.8.4[deutscher-apotheker-verlag.de]
  • Bei paralytischem I. konservative Therapie, d.h. Ableitung von Magen-Darm-Inhalt über Sonden, Dekompression, Nahrungs- u. Flüssigkeitskarenz, Peristaltikanregung durch Medikamente.[elsevier-data.de]
  • Gute Behandlungserfolge durch neue Therapien Die Geburtshelfer werden zunächst versuchen, soviel Mekonium wie möglich aus Mund und Rachen abzusaugen.[windeln.de]
  • Vojta-Therapie Der Vojta-Therapie kommt bei der Behandlung MS-bedingter Symptome, besonders für die Bewegungsverbesserung, große Bedeutung zu. Die Vojta-Therapie wurde von Herrn Dr.[andi-elsner.de]
  • Paul machtviele Therapien, auch davon erzählt er auf seiner Seiteund erzeigt seine Hilfsmittel .[rosacea.medicclub.info]

Prognose

  • MPS-Patienten haben eine exzellente Prognose, wenn die Kondition nicht durch derartige Grunderkrankungen bedingt ist.[symptoma.de]
  • Die Prognose hängt davon ab, wie schnell das vorliegen der nekrotisierenden Enterokolitis und der daraus folgenden Sepsis erkannt und mit der Behandlung begonnen wird.[de.wikipedia.org]
  • Grundkrankheiten 139 1.11.16.3 Prognose 139 1.11.16.4 Therapie 139 1.11.17 SIDS-Geschwisterkinder/ALTE/Monitorversorgung 140 1.11.17.1 Vorgehen bei SIDS-Geschwisterkindern 140 1.11.17.2 Vorgehen bei ALTE 140 1.11.17.3 Indikationen für Heimmonitoring 140[deutscher-apotheker-verlag.de]
  • Tetraplegie, spastische Selbst wenn die Kinder schon früh behandelt werden haben sie eine eher schlechtere Prognose. Die Kinder fallen schon früh durch ihre hypotonie und verminderte Aktivität auf.[andi-elsner.de]

Pathophysiologie

  • 1.11.3.4 Vitamin D/Fluor 119 1.11.3.5 Eisen 119 1.11.3.6 Kalzium/Phosphat 119 1.11.3.7 Vitamin K 119 1.11.4 Rektales „Anspülen“ bei Stuhlverhalt 120 1.11.5 Muttermilchtestung 120 1.11.6 Therapeutische Hypothermie nach perinataler Asphyxie 121 1.11.6.1 Pathophysiologie[deutscher-apotheker-verlag.de]

Quellen

Artikel

  1. Ellis DG, Clatworthy HW. The meconium plug syndrome revisited. J Pediatr Surg. 1966;1:54–61.
  2. Dillon PW, Cilley RE. Newborn surgical emergencies. Gastrointestinal anomalies, abdominal wall defects. Pediatr Clin North Am. 1993;40:1289–1314.
  3. Kim HS, Je BK, Cha SH, et al. Renal excretion of water-soluble contrast media after enema in the neonatal period. Pediatr Neonatol. 2014;55(4):256-61
  4. Rosenstein BJ. Cystic fibrosis presenting with the meconium plug syndrome. Am J Dis Child. 1978;132:167–169.
  5. Hen J, Dolan TF, Touloukian RJ. Meconium plug syndrome associated with cystic fibrosis and Hirschsprung’s disease. Pediatrics. 1980;66:466–468.
  6. Cho HH, Cheon JE, Choi YH, et al. Ultrasound-guided contrast enema for meconium obstruction in very low birth weight infants: Factors that affect treatment success. Eur J Radiol. 2015; 84 10):2024-2031.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:39