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Metastasiertes Nierenzellkarzinom
Nierenkrebs Typ Nierenzellkarzinom mit Metastasen
Das Nierenzellkarzinom (NZK) ist ein bösartiger Tumor, der seinen Ursprung im Epithel der Nierentubuli hat. Es kennzeichnet sich durch aggressives Wachstum und neigt stark zu Bildung von Metastasen. Ein metastasiertes Nierenzellkarzinom befällt in der Regel die regionalen Lymphknoten, Lunge, Knochen oder Leber. Die meisten Patienten bleiben asymptomatisch, bis sich multiple Metastasen in mehreren Organen gebildet haben, was die Prognose wesentlich verschlechtert. Umso wichtiger sind regelmäßige Folgeuntersuchungen nach Diagnose und Behandlung eines Nierenzellkarzinoms.

Symptome

Patienten, die an einem NZK leiden, bleiben lange Zeit asymptomatisch. Das klinische Bild, das nach der Streuung in entfernte Gewebe gezeigt wird, hängt von den betroffenen Organen und den dortigen Platzverhältnissen ab:

  • Wenn der Tumor in die regionalen Lymphknoten oder in die Lunge streut, dann führt das selten zu Beschwerden.
  • Knochenmetastasen dagegen sind mit Schmerzen, pathologischen Frakturen und Symptomen einer Hyperkalzämie verbunden. Falls die Metastasen in der Wirbelsäule lokalisiert sind, kann es zur Kompression des Rückenmarks und entsprechenden neurologischen Ausfallerscheinungen kommen [1] [2].
  • Lebermetastasen führen selten zu Beschwerden.
  • Metastasen im Hirn, wenngleich sie seltener auftreten, verursachen Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und neurologische Defizite. Das Spektrum bezüglich der neurologischen Ausfallerscheinungen ist dabei sehr breit und reicht von einer Gliedmaßenschwäche bis hin zu Sprachstörungen [3].
  • NZK können auch in die Nebennieren streuen, was aber selten zu einer symptomatischen Beeinträchtigung der Nebennierenfunktion oder zu lokalen Masseeffekten führt [4].
  • Es wurden mehrere Fallberichte veröffentlicht, die die Entwicklung von Metastasen eines NZK in anderen Organen beschreiben. Falls derartige Metastasen zu Symptomen führen, dann sind diese von ihrer Lokalisation und der Infiltration oder Kompression nahe gelegener Strukturen abhängig.

Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Metastasen eines NZK auch noch Jahre nach scheinbar erfolgreicher Therapie des Primärtumors auftreten und klinisch manifest werden können [5]. Weil dieses aggressive Verhalten bekannt ist, werden NZK Patienten regelmäßig nachuntersucht. Das erhöht die Chance, Metastasen früh zu entdecken, bevor sie klinisch auffällig werden.

Diagnostik

Detektion und Lokalisation eines soliden Tumors erfolgen mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik. Während die Verwendung der Sonographie zur initialen Beurteilung der Nieren möglich ist [6], werden Röntgen, Computertomographie und Magnetresonanztomographie eingesetzt, um Metastasen darzustellen. Die gewählte Technik hängt dabei von der zu untersuchenden Körperregion ab [3]. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung finden sich bei vielen Patienten bereits multiple Metastasen in verschiedenen Organen, weshalb in jedem Fall eine gründliche, den gesamten Körper umfassende Diagnostik empfohlen wird. Diesbezüglich gewinnt die Positronen-Emissions-Tomographie mit Fluordesoxyglucose zunehmend an Bedeutung. Dieselbe Methode kommt auch bei Verlaufsuntersuchungen zum Einsatz und erlaubt möglicherweise Aussagen zur Resistenz gegenüber Therapeutika [7] [8] [9].

Zur Diagnose eines metastasierten NZK ist die Untersuchung einer Gewebeprobe erforderlich. Zwar ist die Identifikation eines NZK sowie die Unterscheidung von Subtypen im Rahmen der histologischen Untersuchung einer Biopsieprobe einfacher und zuverlässiger, aber auch Feinnadelaspiration und Zytologie erlauben eine Klassifizierung des Tumors. Morphologie, Pleomorphismen und Atypien der Zellen, ihrer Kerne und Nukleoli, ihre räumliche Organisation, die Struktur des Zytoplasmas sowie die Präsenz mitotischer Figuren ist zu beurteilen [10]. Klassische Subtypen des NZK sind klarzelliges, papilläres, chromophobes und Sammelrohr-NZK, und diese machen mehr als 90% aller Fälle aus. Weitere, weniger häufige Subtypen sind ebenfalls beschrieben [11]. Immunhistochemische Analysen schließen die Diagnostik ab [12].

Therapie

Die Behandlung eines metastasierten Nierenzellkarzinoms hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Ausmaßes der Metastasierung und des allgemeinen Gesundheitszustands des Patienten. Zu den gängigen Behandlungsoptionen gehören:

  • Chirurgie: Entfernung des Tumors und möglicherweise betroffener Lymphknoten.
  • Zielgerichtete Therapie: Medikamente, die spezifische Moleküle im Krebs angreifen.
  • Immuntherapie: Stimulierung des Immunsystems, um Krebszellen zu bekämpfen.
  • Strahlentherapie: Einsatz von Strahlung, um Krebszellen zu zerstören.
  • Chemotherapie: Wird seltener eingesetzt, da Nierenzellkarzinome oft resistent sind.

Prognose

Die Prognose bei metastasiertem Nierenzellkarzinom ist im Allgemeinen schlechter als bei lokalisiertem Krebs, da die Krankheit fortgeschritten ist. Die Überlebensrate hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich der Anzahl und Lage der Metastasen und der Reaktion auf die Behandlung. Fortschritte in der zielgerichteten Therapie und Immuntherapie haben jedoch die Prognose in den letzten Jahren verbessert.

Ätiologie

Die genaue Ursache des Nierenzellkarzinoms ist nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, an dieser Krebsart zu erkranken. Dazu gehören Rauchen, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, chronische Nierenerkrankungen und genetische Faktoren. Auch eine familiäre Vorbelastung kann das Risiko erhöhen.

Epidemiologie

Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste Form von Nierenkrebs bei Erwachsenen und macht etwa 90% der Fälle aus. Es tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf und wird meist bei Menschen im Alter von 50 bis 70 Jahren diagnostiziert. Die Inzidenz variiert weltweit, wobei in Industrieländern höhere Raten beobachtet werden.

Pathophysiologie

Das Nierenzellkarzinom entsteht aus den Epithelzellen der Nierenkanälchen. Genetische Mutationen führen zu unkontrolliertem Zellwachstum und Tumorbildung. Bei Metastasierung breiten sich die Krebszellen über das Blut- oder Lymphsystem aus und bilden sekundäre Tumoren in anderen Organen. Die molekularen Mechanismen, die zur Metastasierung führen, sind komplex und Gegenstand intensiver Forschung.

Prävention

Es gibt keine sichere Methode, um das Nierenzellkarzinom zu verhindern, aber bestimmte Maßnahmen können das Risiko verringern. Dazu gehören:

  • Vermeidung von Tabakkonsum
  • Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts
  • Kontrolle von Bluthochdruck
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Regelmäßige ärztliche Untersuchungen, insbesondere bei familiärer Vorbelastung

Zusammenfassung

Das metastasierte Nierenzellkarzinom ist eine ernsthafte Erkrankung, die eine umfassende Diagnose und Behandlung erfordert. Fortschritte in der medizinischen Forschung haben neue Therapieoptionen eröffnet, die die Prognose verbessern können. Eine frühzeitige Erkennung und ein multidisziplinärer Behandlungsansatz sind entscheidend für das Management dieser Krankheit.

Patientenhinweise

Patienten mit einem metastasierten Nierenzellkarzinom sollten eng mit ihrem medizinischen Team zusammenarbeiten, um die bestmögliche Behandlung zu erhalten. Es ist wichtig, alle verfügbaren Informationen über die Krankheit und die Behandlungsoptionen zu verstehen. Unterstützung durch Selbsthilfegruppen und psychologische Betreuung kann ebenfalls hilfreich sein, um mit den emotionalen und physischen Herausforderungen der Krankheit umzugehen.

Quellen

  1. Chen SC, Kuo PL. Bone Metastasis from Renal Cell Carcinoma. Int J Mol Sci. 2016; 17(6).
  2. Rades D, Weber A, Bartscht T, Bajrovic A, Karstens JH, Schild SE. A new prognostic factor for the survival of patients with renal cell carcinoma developing metastatic spinal cord compression. Strahlenther Onkol. 2014; 190(7):667-670.
  3. Guo F, Wang J, Song L, et al. Clinical features and surgical management of four peculiar cases of intracranial metastases from renal cell carcinoma. Neurol Sci. 2013; 34(2):149-156.
  4. Lau WK, Zincke H, Lohse CM, Cheville JC, Weaver AL, Blute ML. Contralateral adrenal metastasis of renal cell carcinoma: treatment, outcome and a review. BJU Int. 2003; 91(9):775-779.
  5. Assouad J, Riquet M, Berna P, Danel C. Intrapulmonary lymph node metastasis and renal cell carcinoma. Eur J Cardiothorac Surg. 2007; 31(1):132-134.
  6. Leveridge MJ, Bostrom PJ, Koulouris G, Finelli A, Lawrentschuk N. Imaging renal cell carcinoma with ultrasonography, CT and MRI. Nat Rev Urol. 2010; 7(6):311-325.
  7. Harrison MR, George DJ. Better late than early: FDG-PET imaging in metastatic renal cell carcinoma. Clin Cancer Res. 2011; 17(18):5841-5843.
  8. Minamimoto R, Barkhodari A, Harshman L, Srinivas S, Quon A. Prognostic Value of Quantitative Metabolic Metrics on Baseline Pre-Sunitinib FDG PET/CT in Advanced Renal Cell Carcinoma. PLoS One. 2016; 11(4):e0153321.
  9. Chen JL, Appelbaum DE, Kocherginsky M, et al. FDG-PET as a predictive biomarker for therapy with everolimus in metastatic renal cell cancer. Cancer Med. 2013; 2(4):545-552.
  10. Lew M, Foo WC, Roh MH. Diagnosis of metastatic renal cell carcinoma on fine-needle aspiration cytology. Arch Pathol Lab Med. 2014; 138(10):1278-1285.
  11. Srigley JR, Delahunt B. Uncommon and recently described renal carcinomas. Mod Pathol. 2009; 22 Suppl 2:S2-s23.
  12. Custódio S, Joaquim A, Peixoto V, et al. Metastatic renal cell carcinoma: the importance of immunohistochemistry in differential diagnosis. Case Rep Oncol. 2012; 5(1):30-34.
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