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Mukokutane Leishmaniose

Die Leishmaniose ist eine parasitäre Infektion, die in manchen Gebieten Lateinamerikas, des Nahen Ostens, Nordafrikas und des Mittelmeerraums endemisch ist. Die mukokutane Leishmaniose ist eine von drei klinischen Typen dieser Erkrankung. Eine Biopsie der Läsion oder ein Abstrich sollten zum Zweck einer mikrobiologischen Untersuchung für die Bestätigung der Diagnose angefertigt werden.


Symptome

Leishmaniose ist eine ernstzunehmende Infektionserkrankung mit jährlich etwa 1.3 Millionen Neuinfektionen und mehr als 50 000 Todesfällen. Leishmaniose ist in vielen Gebieten Lateinamerikas, einigen Mittelmeerländern, dem Nahen Osten und manchen Gebieten Afrikas bzw. Asiens endemisch [1] [2] [3] [4] [5] [6]. Der Protozoenparasit Leishmania ist für die Leishmaniose verantwortlich und wird über den Biss der Sandfliege von tierischen Wirten auf den Menschen übertragen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, in diesem Fall spricht man von einer anthroponotischen Leishmaniose [1] [3]. Die mukokutane Leishmaniose ist neben dem viszeralen und kutanen Typ eine von drei klinischen Formen der Leishmaniose, die sich neben der Ausprägung typischer kutaner Läsionen auch durch eine Ausbreitung der Läsionen auf die Membranen der Mukosa auszeichnet [1] [2] [3] [4] [7] [8]. Manche Leishmania-Spezies (L. braziliensis, L. major, L. panamensis, L. guyanensis, L. infantum, L. donovani) treten gehäuft im Kontext einer mukokutanen Leishmaniose auf. In jedem Fall ist das erste Symptom die Bildung einer erythematösen Papel am Ort des Sandfliegenbisses [1] [3], der am häufigsten im Gesicht und an den Extremitäten passierte. Die Läsion kann innerhalb von Wochen bis Jahren nach dem Sandfliegenbiss auftreten [1] [3]. Mit der Zeit wächst die Papel und bricht schließlich auf um ein schmerzfreies, gut abgegrenztes Ulcus freizugeben [1] [3]. Eine spontane Remission des Ulcus innerhalb weniger Monate tritt in der Mehrzahl der Fälle auf, jedoch entwickeln sich neue Läsionen an verschiedenen anderen Orten des Körpers [1] [3]. Das Erkennungsmerkmal der mukokutanen Leishmaniose ist die Ausprägung typischer Läsionen in der Mukosa, am häufigsten in der Mundhöhle und dem Nasopharynx [2] [8].

Thrombose
  • Endarteriitis der kleinen Gefäße, Thrombose und Fibrose werden für die Gewebedestruktion verantwortlich gemacht. Erstes Anzeichen ist häufig eine Epistaxis.[eref.thieme.de]
Hautläsion
  • Bei der mukokutanen Form, überwiegend in Süd- und Mittelamerika vorkommend, disseminieren die Leishmanien von einer primären Hautläsion in die Schleimhäute.[eref.thieme.de]

Diagnostik

Die Diagnose der mukokutanen Leishmaniose fußt auf klinischen Erkenntnissen. Im Rahmen eines Patientengesprächs sollte auf das Heimatland des Patienten, mögliche Auslandsaufenthalte in endemische Gebiete in den vergangenen Jahren sowie mögliche Sandfliegenbisse eingegangen werden. Eine detaillierte Ganzkörperuntersuchung sollte mit bei bereits formuliertem Verdacht ein Hauptaugenmerk auf eine Inspektion der Haut und der Mundhöhle legen. Werden hierbei typische Läsionen gefunden, gilt die klinische Verdachtsdiagnose als hinreichend abgesichert. Zur Unterstützung dieses Verdachts können einige mikrobiologische Tests angeordnet werden. Abgeschabte Gewebeproben können für eine mikroskopische Untersuchung des Abstrichs bzw. für eine Kultivierung verwendet werden. Die erstere Methode ist durch die langen Wartezeiten der Kultivierung (bis zu 10 Tage sind für die Expansion von Leishmania auf Standardmedien erforderlich) effizienter [3] [4]. Eine histologische Analyse der Biopsieprobe mit Hämatoxylin-Eosin Färbung kann ebenfalls durchgeführt werden. Serologische und molekularbiologische Analysen haben sich in jüngerer Vergangenheit stark in ihrer Genauigkeit und Verlässlichkeit verbessert [3] [4]. Der Montenegro-Test - die Inokulation eines Leishmania-Antigens in den Oberarm - kann innerhalb von 72 Stunden zu einem eindeutigen Befund führen [3] [4] [8]. Eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR) sollte trotz der erhöhten Kosten und komplizierteren Durchführung wegen ihrer unerreichten Genauigkeit und Spezifizität durchgeführt werden, wann immer es möglich ist [3] [4] [9].

Therapie

  • Februar 2018 Diagnostik und Therapie der kutanen und mukokutanen Leishmaniasis in Deutschland Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin DTG, November 2010[flexikon.doccheck.com]

Epidemiologie

  • Unklar ist, in wieweit der große Anteil subklinischer oder unbehandelter kutaner Erkrankungen an diesen Schleimhautinfektionen beteiligt ist. 5 Epidemiologie Die Endemiegebiete der Erreger sind in Süd- und Mittelamerika inkl.[flexikon.doccheck.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Palumbo E. Treatment strategies for mucocutaneous leishmaniasis. J Glob Infect Dis. 2010;2(2):147-150.
  2. Elmahallawy EK, Sampedro Martinez A, Rodriguez-Granger J, et al. Diagnosis of leishmaniasis. J Infect Dev Ctries. 2014;8(8):961-972.
  3. Masmoudi A, Hariz W, Marrekchi S, Amouri M, Turki H. Old World cutaneous leishmaniasis: diagnosis and treatment. J Dermatol Case Rep. 2013;7(2):31-41.
  4. Davies CR, Kaye P, Croft SL, Sundar S. Leishmaniasis: new approaches to disease control. BMJ. 2003;326(7385):377-382.
  5. World Health Organization. The world health report. Geneva: WHO; 2002. Annex 3: Burden of disease in DALYs by cause, sex and mortality stratum in WHO regions, estimates for 2001; pp. 192–197. http://www.who.int/whr/2002/whr2002_annex3.pdf Abgerufen am 8.11.2017.
  6. Alvar J, Vélez ID, Bern C, et al. Leishmaniasis worldwide and global estimates of its incidence. PLoS One. 2012;7:e35671.
  7. Savoia D. Recent updates and perspectives on leishmaniasis. J Infect Dev Ctries. 2015;9(6):588-596.
  8. Diniz JL, Costa MO, Gonçalves DU. Mucocutaneous Leishmaniasis: clinical markers in presumptive diagnosis. Braz J Otorhinolaryngol. 2011;77(3):380-384.
  9. Lemrani M, Hamdi S, Laamrani A, Hassar M. PCR detection of Leishmania in skin biopsies. J Infect Dev Ctries. 2009;3(2):115-122.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:39