Edit concept Question Editor Create issue ticket

Pasteurella multocida-Infektion

Pasteurella multocida ist ein gramnegatives, fakultativ anaerobes Bakterium, das sowohl für die Human- als auch für die Veterinärmedizin relevant ist. Eine Pasteurella multocida-Infektion stellt sich beim Menschen meist als fokales, entzündliches Geschehen dar, das die Haut und darunterliegende Weichgewebe betrifft. Darüber hinaus kann dieses Bakterium auch Infektionen der Atemwege sowie Bakteriämien und Septikämien verursachen, vor allem bei immundefizienten Patienten. Infektionsquelle sind nicht selten Tiere, deren Schleimhäute mit diesem Pathogen besiedelt sein können. Die Diagnose einer PMI erfolgt nach der Identifikation des Erregers.


Symptome

Pasteurella multocida ist Teil der mikrobiellen Flora der Mund- und Rachenschleimhäute verschiedener Tierarten. Vor allem die dem Menschen so nahen Haustiere dienen als Infektionsquelle und es wird geschätzt, dass etwa 50% aller Hunde und 90% der Katzen dieses Bakterium beherbergen [1] [2].

Dem Praktiker ist Pasteurella multocida vor allem als Erreger von Haut-, Unterhaut- und Weichteilentzündungen bekannt und nicht selten resultiert eine solche Entzündung aus einem Biss oder Kratzer der vorgenannten Tierarten [1] [2] [3] [4]. Binnen kurzer Zeit stellen sich Entzündungssymptome wie Erythem und Schwellung ein; purulentes Wundsekret entwickelt sich und ist als Hinweis auf eine Infektion zu interpretieren [4]. Viele Patienten zeigen zudem eine regionale Lymphadenopathie und haben manchmal auch Fieber [5] [6]. Komplikationen können auftreten und umfassen die Bildung eines Abszesses und das Übergreifen der Infektion auf tiefer liegende Gewebe wie Gelenke und Knochen. So kann sich eine septische Arthritis und Osteomyelitis einstellen [4] [6].

Neben Wundinfektionen kann Pasteurella multocida auch Infektionen der Atemwege hervorrufen und es wird angenommen, dass hier ebenfalls das Haustier als Infektionsquelle dient [4] [6]. In der Literatur finden sich Fallbeschreibungen zu Infektionen unterschiedlichen Ausmaßes, die von einer Rhinosinusitis bis hin zur abszedierenden Pneumonie reichen. Solche Infektionen werden besonders bei immundefizienten Patienten und älteren Menschen mit chronischer Lungenerkrankung gesehen [3] [4] [6].

Schließlich können die Bakterien den Blutstrom erreichen, was zur Bakteriämie mit subsequenter Infektion verschiedener Organsysteme oder auch zur Septikämie führt. Auch für eine solche Entwicklung ist die Immundefizienz der wesentlichste Risikofaktor, aber auch chronische Leber- und Nierenleiden sowie Tumorerkrankungen prädisponieren entsprechend [3] [6].

Lungenerkrankung
  • Solche Infektionen werden besonders bei immundefizienten Patienten und älteren Menschen mit chronischer Lungenerkrankung gesehen.[symptoma.de]

Diagnostik

Pasteurella multocida reagiert sensibel auf gängige Antibiotika, weshalb eine frühzeitige Diagnose mit folgender antimikrobieller Therapie in der Regel sichert, dass keine Komplikationen auftreten. Insbesondere lebensbedrohliche Verlaufsformen bei immundefizienten Patienten können so vermieden werden [5] [6] [7].

In der Anamnese ist nach engem Kontakt zu Tieren zu fragen, wenngleich eine Verneinung die Infektion mit Pasteurella multocida nicht ausschließt [7]. Weiterhin ist im Patientengespräch zu klären, ob eine Vorerkrankung besteht, die das Immunsystem beeinträchtigt. In der Allgemeinuntersuchung wird dann das Ausmaß der Infektion beurteilt und es kann eine Verdachtsdiagnose auf eine bakterielle Genese gestellt werden. Es sind Proben zu entnehmen - je nach Lokalisation der Infektion beispielsweise Wundsekret, Sputum, Synovia oder Blut - und mikrobiologisch zu untersuchen. Die Anzucht von Pasteurella multocida ist problemlos möglich, allerdings sind gerade an Wundinfektionen oft mehrere Erreger beteiligt, die die Detektion von Pasteurellen erschweren können [6]. Neben dem konventionellen Nachweis des Erregers, der die Anfertigung eines Antibiogramms ermöglicht, kommen auch molekularbiologische Methoden wie die Polymerase-Kettenreaktion zum Einsatz, um Pasteurella multocida zu identifizieren [2].

Therapie

  • Pasteurella multocida reagiert sensibel auf gängige Antibiotika, weshalb eine frühzeitige Diagnose mit folgender antimikrobieller Therapie in der Regel sichert, dass keine Komplikationen auftreten.[symptoma.de]

Epidemiologie

  • Professor Dr H P R SEELIGER 280 Literatur 307 Erysipeloid Von Professor Dr W MoHR 313 Literatur 321 Literatur 344 Literatur 365 Literatur 380 Phlegmonöse oder abscedierende Entzündungen nach Hautverletzungen 392 Krankheiten durch Brucellen S 483554 400 Epidemiologie[books.google.ro]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Giordano A, Dincman T, Clyburn BE, Steed LL, Rockey DC. Clinical Features and Outcomes of Pasteurella multocida Infection. Barbara A, ed. Medicine (Baltimore). 2015;94(36):e1285.
  2. Wilson BA, Ho M. Pasteurella multocida: from Zoonosis to Cellular Microbiology. Clin Microbiol Rev. 2013;26(3):631-655.
  3. Orsini J, Perez R, Llosa A, Araguez N. Non-zoonotic Pasteurella multocida Infection as a Cause of Septic Shock in a Patient with Liver Cirrhosis: A Case Report and Review of the Literature. Journal of Global Infectious Diseases. 2013;5(4):176-178.
  4. Weber DJ, Wolfson JS, Swartz MN, Hooper DC. Pasteurella multocida infections. Report of 34 cases and review of the literature. Medicine (Baltimore) 1984;63:133–154
  5. Mandell GL, Bennett JE, Dolin R. Mandel, Douglas and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases. 8th ed. Philadelphia, Pennsylvania: Churchill Livingstone; 2015
  6. Murray PR, Rosenthal KS, Pfaller MA. Medical Microbiology. Seventh edition. Philadelphia: Elsevier/Saunders; 2013.
  7. Kofteridis DP, Christofaki M, Mantadakis E, et al. Bacteremic community-acquired pneumonia due to Pasteurella multocida. Int J Infect Dis. 2009;13(3):e81-83.

Frage stellen

5000 Zeichen übrig Text Formatierung mit: # Überschrift, **fett**, _kursiv_. Kein HTML Code.
Mit dem Abschicken der Frage stimmen Sie den AGB und der Datenschutzerklärung zu.
• Verwenden Sie einen aussagekräftigen Titel für Ihre Frage.
• Fragen Sie präzise und führen Sie Alter, Geschlecht, Symptome, Art und Dauer einer Behandlung an.
• Respektieren Sie Ihre Privatsphäre und jene Anderer und geben Sie niemals volle Namen oder Kontaktinformationen ein.
• Unpassende Fragen werden gelöscht.
• In dringenden Fällen suchen Sie einen Arzt oder ein Krankenhaus auf oder wählen den Notruf!
Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:41