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Polyarteriitis nodosa

PAN

Polyarteriitis nodosa (PAN) ist eine Vaskulitis der mittelgroßen Arterien. Sie kann viele Organe betreffen und in einigen Fällen lebensbedrohlich sein.


Symptome

Polyarteriitis nodosa kann verschiedene Organsysteme betreffen und innerhalb von wenigen Wochen bis Monaten fortschreiten [13]. Die Symptome hängen von den betroffenen Organen ab:

Schlaganfall
  • Eine zerebrale Arteriitis kann zu einem Schlaganfall, epileptiformen Episoden und psychischen Veränderungen führen; eine renale Arteriitis zu einem Niereninfarkt und renalem Hypertonus. In etwa 2 von 3 Fällen sind die Mesenterialgefäße betroffen.[eref.thieme.de]
  • Der Patient litt seit dem Alter von 3 Jahren an wiederkehrenden Fieberschüben, die Schlaganfälle auslösten und schwere Behinderungen hinterließen.[aerzteblatt.de]
  • Auch eine Beteiligung des Zentralnervensystem, die sich in Sehstörungen, Schlaganfällen oder Anfällen äußert, kann vorkommen. Sie ist jedoch meist sekundär durch den bestehenden Bluthochdruck verursacht.[de.wikipedia.org]
  • Schlaganfall, Krampfanfälle und fokale Defizite können auch vorkommen. Etwa 60% der Patienten leiden an peripherer Neuropathie. Mononeuritis multiplex, distale Polyneuropathie, und kutane Neuropathie werden auch berichtet.[symptoma.com]
Kopfschmerz
  • Die Folge sind starke Kopfschmerzen, die leider ohne Schmerzmittel den ganzen Tag anhalten und häufig selbst mit Schmerzmittel nicht in den Griff zu bekommen sind.[vaskulitis.org]
  • Zeichen einer Durchblutungsstörung des Gehirns sind (auch kurzzeitige, vorübergehende) Lähmungen, Sprachstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen, Krampfanfälle (Epilepsie) oder Psychosen.[netdoktor.at]
  • Schmerzen im Hoden- oder Eierstockbereich, Schmerzen im Brustkorb, Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen, Psychosen und Depressionen können auftreten.[symptoma.com]
Krampfanfall
  • Entsprechend unterschiedlich können die Symptome sein: Krampfanfälle, Neuropathien, myokardiale Ischämien, Glomerulonephritis. Auch bei dieser Vaskulitis bestimmt die Nierenbeteiligung oft das Schicksal der Patienten.[eref.thieme.de]
  • Schlaganfall, Krampfanfälle und fokale Defizite können auch vorkommen. Etwa 60% der Patienten leiden an peripherer Neuropathie. Mononeuritis multiplex, distale Polyneuropathie, und kutane Neuropathie werden auch berichtet.[symptoma.com]
  • Eine Nervenbeteiligung wird gelegentlich gesehen, sowohl mit Einbezug peripherer Nerven mit Gefühlsstörungen oder schmerzhaften Sensationen (Polyneuropathie) als auch seitens des zentralen Nervensystems (seltene Ursache von Krampfanfällen, Schlaganfall[rheuma-selbst-hilfe.at]
Parästhesie
  • Parästhesien, motorische Ausfälle, ischämische zerebrale Insulte, zerebrale Krampfleiden)[eref.thieme.de]
Periphere Neuropathie
  • Etwa 60% der Patienten leiden an peripherer Neuropathie. Mononeuritis multiplex, distale Polyneuropathie, und kutane Neuropathie werden auch berichtet.[symptoma.com]
  • Sie hatte sich in einer peripheren Neuropathie mit symptomatischen oder subklinischen Hirninfarkten manifestiert. Levy-Lahad fand zwei Mutationen, die aber nicht mit der bei den georgischen Juden identisch war.[aerzteblatt.de]
Hypertonie
  • Nierenbeteiligung (in 70 %): Hypertonie, Nephritissymptomatik, Niereninsuffizienz. Bioptisch: Glomerulitis oder Ischämie.[eref.thieme.de]
Gefäßerkrankung
  • Bei der Panarteriitis nodosa handelt es sich um eine entzündliche Gefäßerkrankung ( Vaskulitis ) vor allem der kleinen und mittelgroßen Arterien.[lifeline.de]
  • Gefäßerkrankungen In enger Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Gefäßchirurgie und der Angiologie versorgt die Klinik für Nephrologie CBF Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Gefäßerkrankungen.[nephrologie-cbf.charite.de]
  • Differenzialdiagnosen Bei einer systemischen Vaskulitis können andere entzündliche Gefäßerkrankungen in die differenzialdiagnostischen Erwägungen einbezogen werden, beispielsweise: der Morbus Wegener (ANCA ist positiv). das Churg-Strauss-Syndrom (Histologie[medicoconsult.de]
Tachykardie
  • Die PAN beginnt mit vagen Symptomen wie Fieber, Tachykardie, Schwitzen, Gewichtsverlust, Müdigkeit, allgemeiner Schwäche, Myalgien und Bauchbeschwerden. Es können aber auch von Anfang an organspezifische Symptome vorhanden sein.[eref.thieme.de]
Fieber
  • Müdigkeit, Schwäche, Fieber, Inappetenz, Myalgien, Arthralgien.[eref.thieme.de]
Schwäche
  • Müdigkeit, Schwäche, Fieber, Inappetenz, Myalgien, Arthralgien.[eref.thieme.de]
Anämie
  • Anämie Anämie mit Nachweis von Fragmentozyten Fragmentozyten im Ausstrich, Leukozytose, positive Rheumafaktor Rheumafaktor en und antinukleäre Antikörper weisen neben den genannten pathologischen Urinbefunden auf diese Erkrankung hin. 10–20% der Patienten[eref.thieme.de]
Gangrän
  • Weiterhin kommt es zu nodösen und multiformen Erythemen, Ulzerationen und Gangrän.[eref.thieme.de]
  • Haut: Ausschlag, Gangrän, Infarkte, Knötchen und Livedo reticularis sind als Manifestationen von Hautbeteiligung zu sehen. Die Haut ist meist von Polyarteriitis nodosa betroffen und Läsionen sind an den Beinen häufiger.[symptoma.com]
Unwohlsein
  • Fieber, Unwohlsein, Muskel- und Gelenkschmerzen.[eref.thieme.de]
  • Die Symptome hängen von den betroffenen Organen ab: Systemisch und Bewegungsapparat: Muskuloskelettale und systemische Symptome umfassen Fieber, Unwohlsein, Myalgie, Arthralgie, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.[symptoma.com]
Purpura
  • Differenzialdiagnostisch ist jedoch zu bedenken, dass ähnliche Veränderungen auch bei Patienten mit Amphetaminabusus Amphetaminabusus , systemischem Lupus erythematodes, Purpura Schoenlein-Henoch und Granulomatose mit Polyangiitis (Wegener) gesehen werden[eref.thieme.de]
Urtikaria
  • Anamnestisch werden gehäuft allergische Erscheinungen (Asthma, Urtikaria, Medikamentenallergie), die Einnahme von Sulfonamiden, Antibiotika und die Behandlung mit Vakzinen angegeben.[eref.thieme.de]
  • .: Erythema nodosum Urtikaria Diagnosekriterien Die Erkrankung liegt vor, wenn 3 oder mehr der folgenden Kriterien erfüllt sind : Erkrankungsbeginn vor dem 40.[amboss.com]
Palpable Purpura
  • An der Haut können Ulzerationen, hämorrhagische Nekrosen, eine palpable Purpura und gangränöse Veränderungen beobachtet werden. Auch die Livedo reticularis ist ein typisches Phänomen der Panarteriitis.[eref.thieme.de]
  • […] mit Hepatitis C Glomerulonephritis Kutane leukozytoklastische Angiitis – Palpable Purpura der Haut (teilweise schmerzhaft) Häufig Medikamente als Auslöser M.[lecturio.de]
  • Die häufigsten Manifestationen sind palpable Purpura und Arthritiden im Bereich der unteren Extremitäten, Bauchschmerzen, Mikrohämaturie und Proteinurie. Seltener treten gastrointestinale Blutungen und symptomatische Nephritiden auf.[infomed.ch]
Exanthem
  • […] subkutane Knoten, manchmal entlang der Arterien, Urtikaria, Exanthem, Purpura, Gangrän ( Abb. C-21.5). Allgemeinsymptome, Blutbildveränderungen, Senkungsbeschleunigung. Mitbefall von Nieren, Gelenken, GI-Trakt und ZNS.[eref.thieme.de]
  • Tagen besteht und zusätzlich 4 der folgenden 5 Kriterien erfüllt sind: nicht-eitrige, bilaterale Konjunktivitis; Cheilitis, Pharyngitis oder Glossitis; entzündliche palmoplantare Schwellung mit anschliessender Schuppenbildung; polymorphes, rumpfbetontes Exanthem[infomed.ch]
Kutane Manifestation
  • Die kutane Manifestation der Panarteriitis nodosa (CPAN) ist gekennzeichnet durch eine marmorierte Haut (Livedo reticularis oder racemosa), schmerzhafte subkutane Knötchen sowie Ulzerationen verschiedener Tiefe.[medicoconsult.de]
Bauchschmerz
  • Häufiges Symptom sind kolikartige Bauchschmerzen. Die Abhängigkeit der Symptome von der Nahrungsaufnahme ist Hinweis auf eine Angina abdominalis als Folge der Durchblutungsstörung. Darminfarkte sind möglich.[eref.thieme.de]
  • B-Symptomen (Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Temperaturerhöhung9: Die Entzündung von Darmgefäßen kann zu Bauchschmerzen und Durchfällen sowie Blutbeimengungen zum Stuhl führen.[rheuma-selbst-hilfe.at]
Akutes Abdomen
  • Beteiligung des Gastrointestinaltraktes (in 40 %) ( siehe hier): Koliken, Darmblutungen durch Mesenterialarterienbefall, Erbrechen, Durchfall, Ikterus, Perforation mit akutem Abdomen.[eref.thieme.de]
Darmperforation
  • Mesenterialinfarkt, eine Darmperforation und der Hirninfarkt.[eref.thieme.de]
  • In schweren Fällen kann es zu Pankreasinfarkt, Cholezystitis und Darmperforation kommen. Nieren: Vaskulitis der Arterien in der Niere kann zu Nierenversagen und Bluthochdruck führen. Viele Patienten klagen über Flankenschmerzen.[symptoma.com]
Blut im Stuhl
  • Wenn die Krankheit den Magen-Darmtrakt betrifft, sind Bauchschmerzen und Blut im Stuhl häufige Symptome. Kurzatmigkeit und Schmerzen in der Brust ist üblich, wenn eine Entzündung des Herzen besteht.[symptoma.com]
  • Etwa die Hälfte der Kinder klagt über Bauchschmerzen, manchmal ist auch Blut im Stuhl. Ursache hierfür ist eine Vaskulitis der Darmwandgefäße. Die Entzündung kann auch die Nieren erfassen.[rheuma-kinderklinik.de]
Arthralgie
  • Treten Symptome vonseiten mehrerer Organe gekoppelt mit flüchtigen, rezidivierenden Arthralgien, subfebrilen bis septischen Temperaturen, Gewichtsabnahme und deutlich beschleunigter Blutsenkungsgeschwindigkeit auf, muss das Vorliegen dieses Krankheitsbildes[eref.thieme.de]
Hämaturie
  • DD abdomineller Beschwerden, Hämaturie/ Proteinurie, Arthralgien/Myalgien, akute intermittierende Porphyrie.[eref.thieme.de]
Nierenversagen
  • Spontan verläuft die PAN meist letal mit Tod durch Nierenversagen.[eref.thieme.de]
  • Die Retentionswerte sind erhöht, bei ausgeprägten Verläufen kann es zum Nierenversagen kommen. Ein weiteres Indiz für eine Schädigung der Nierengefäße ist eine Hypertonie.[flexikon.doccheck.com]

Diagnostik

Polyarteriitis nodosa ist eine seltene Krankheit mit vielen klinischen Manifestationen, die die Diagnose erschweren. Viele Krankheiten, die die vaskuläre Integrität beeinflussen oder zu Gefäßverschluss führen, können Polyarteriitis nodosa-ähnliche Symptome verursachen. Bestimmte Medikamente können auch zu ähnlichen Manifestationen führen. Somit ist es wichtig, die verschiedenen Ursachen zu unterscheiden.

Unter den bildgebenden Verfahren zur Diagnose ist die Angiographie meist hilfreich. Diese ist auch für Aneurysmen und Stenosen indiziert. CT und MRT sind andere bildgebende Verfahren, die verwendet werden, um die vielfältigen Erscheinungsformen von Polyarteriitis nodosa zu untersuchen und können bei unspezifischen Symptomen eingesetzt werden. MRT wird auch bei ZNS-Beteiligung, wo intrakraniellen Blutungen vermutet werden, eingestzt. Elektromyographie erleichtert den Nachweis einer peripheren Neuropathie, einer der häufigsten Komplikationen von Polyarteriitis nodosa.

Wenn das betroffene Gewebe zugänglich ist, wird eine Biopsie empfohlen. Dazu gehören Haut, Skelettmuskel und Hoden. Biopsie von Muskeln und Gefäßen ermöglicht die Identifizierung von Entzündungen. Die Histologie des betroffenen Gewebes wird das Vorhandensein von zellulärer Infiltration in der Wand des Gefäßes zeigen. In Nervenzellen sind axonale Degeneration mit Verlust von Bindegewebe zu sehen. Laborergebnisse umfassen erhöhte BSG, Hepatitis-B-Oberflächenantigen, Leukozytose, Proteinurie, erhöhte Werte der Leberenzyme und Hypergammaglobulinämie. Für eine endgültige Diagnose der Erkrankung sollte mindestens einer der folgenden Befunde zutreffen [14] :

  1. Histologischer Nachweis der Vaskulitis
  2. Positive Serologie von Anti-Neutrophile cytoplasmatische Antikörper (ANCA)
  3. Angiographie oder Biopsie positiv
  4. Erythrozytensedimentationsrate erhöht 

Therapie

Die Hauptkomponente der Behandlung sind Kortikosteroide. Cyclophosphamid ist ebenfalls indiziert. Die vorgeschlagene Hochdosis von oralem Prednison liegt bei 1 mg/kg/Tag. Sobald die Symptome sich verbessern kann die Dosis schrittweise über einen längeren Zeitraum gesenkt werden. Supplementation von Calcium und Vitamin D ist wichtig, um das Risiko für Osteoporose zu senken.

Für diejenigen, mit HBV-induzierter Polyarteriitis nodosa, werden Kortikosteroide, Virostatika und Plasmapherese empfohlen. Zusammen mit antiviralen Medikamenten, wird der Plasmaaustausch 3 mal pro Woche für 3 Wochen durchgeführt. Der gleichen Behandlungsmethode wird bei Polyarteriitis nodosa mit HCV-Infektion gefolgt. Für Hautbeteiligung werden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs), Colchicin und Dapsone verwendet. In schweren Fällen von Hautbeteiligung, werden Steroide und Cyclophosphamid zusätzlich empfohlen. Denjenigen mit Polyarteriitis nodosa durch Streptokokkeninfektion wird Penicillin empfohlen.

Prognose

Die Prognose der Polyarteriitis nodosa ist abhängig von Schäden an den Organen. Die Sterblichkeit erhöht sich mit Faktoren wie Niereninsuffizienz, Proteinurie, gastrointestinale Komplikationen, Kardiomyopathie und Beteiligung des zentralen Nervensystems [11]. Eine prospektive Studie an 342 Patienten zeigte, dass wenn keiner der genannten Faktoren vorhanden ist, die Mortalitätsrate 11,9% in fünf Jahren beträgt. Wenn unbehandelt, ist die Überlebensrate nach 5 Jahren 13%. Bei Behandlung mit Kortikosteroiden kann die Überlebensrate auf bis zu 50-60% steigen. Im allgemeinen sind Rezidive selten. Die schlechteste Prognose ist im Fall der Beteiligung des zentralen Nervensystems zu sehen [12]. Diejenigen, die gastrointestinale Symptome haben, neigen dazu, ebenfalls eine schlechte Prognose zu haben. Wenn es keine Systembeteiligung gibt, ist das Ergebnis besser. Eine dauerhafte Morbidität ist ungewöhnlich. Der Tod tritt bei unbehandelten und schweren Fällen als Folge von Komplikationen von Immunsuppression, Myokardinfarkt und Schlaganfall auf.

Ätiologie

Die eigentliche Ursache der Polyarteriitis nodosa ist immer noch unklar. Es gibt einige Fälle, in denen Infektionen, insbesondere virale Erkrankungen, an der Entwicklung dieses Zustandes beteiligt sind. Es existiert eine starke Beziehung zwischen der Hepatitis B-Infektion und der Entwicklung von Polyarteriitis nodosa. Vaskulitis kann in jedem Stadium auftreten, aber ist in der Regel innerhalb von 6 Monaten nach einer HBV-Infektion zu sehen, unabhängig von ihrem Verlauf [4]. Polyarteriitis nodosa verbunden mit Hepatitis-Infektion wird durch Immunkomplexe induziert. Durch die gesteigerte Verwendung von Hepatitis-Impfstoffen, nahm das Auftreten von HBV-induzierter Polyarteriitis nodosa deutlich ab.

Obwohl es kein sehr wichtiger ätiologischer Faktor ist, kann Hepatitis C auch in einigen Fällen in Beziehung zu Polyarteriitis nodosa stehen. Andere viralen Infektionen, einschließlich HIV, Herpes zoster und Herpes-Virus-68 sind möglicherweise an der Entwicklung dieser Vaskulitis beteiligt. Polyarteriitis nodosa wird auch mit einigen Malignomen, rheumatischen Erkrankungen und hämatologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Es besteht ein erhöhtes Risiko von Polyarteriitis nodosa bei rheumatoider Arthritis. Streptokokkeninfektionen der Gruppe A sind dafür bekannt, ein Aufflammen der Erkrankung, insbesondere bei Kindern zu verursachen. Viele andere infektiöse Organismen verursachen ähnliche Krankheiten, besonders Klebsiella, Pseudomonas und Yersinia [5]. Exposition gegen Isotretinoin ist mit dem Auftreten von Vaskulitis verbunden [6]. Polyarteriitis nodosa hat auch eine erhöhte Frequenz bei Colitis ulcerosa, wahrscheinlich aufgrund der Einwirkung von Immunkomplexen oder veränderter Permeabilität des Darms. Eine Studie berichtet erhöhte Inzidenz von dieser Form der Vaskulitis bei familiärem Mittelmeerfieber [7].

Epidemiologie

Die Inzidenz dieser Erkrankung variiert in den verschiedenen Ländern. In Schweden ist sie relativ selten, mit etwa 1,6:1 Million. In England ist die geschätzte Inzidenz 4,6:1 Million, während in den USA 3-4.5:1 Million auftreten. Unter den Erwachsenen wurde eine Inzidenz von etwa 30,7:1 Million in Paris berichtet [8]. Polyarteriitis nodosa tritt in allen Altersgruppen, vom Kind bis zum Erwachsenen, auf. Die Inzidenz der Polyarteriitis nodosa ist höher Kindern unter 10 Jahren, während bei den Erwachsenen die am häufigsten betroffene Altersgruppe 40 bis 65 Jahre ist [9]. Alle ethnischen Gruppen sind von dieser Krankheit betroffen, sie ist aber häufiger in Regionen, in denen Hepatitis B endemisch ist. Studien berichten, dass Polyarteriitis nodosa häufiger bei Männern im Vergleich zu Frauen festgestellt wird.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Für Polyarteriitis nodosa charakteristische vaskuläre Läsionen werden häufig in den Verzweigungen der Arterien gefunden. Die Entzündung betrifft die gesamte Gefäßwand. Es kommt zu Infiltration durch Leukozyten, Proliferation der Intima, Nekrosen der Gefäßwand und Verschluss der betroffenen Arterien. Aneurysmen können auftreten und zu Blutungen führen. Mit dem Fortschreiten der Läsionen können Ischämie oder Infarkt [10] auftreten.

Prävention

Eine definitive Methode um Polyarteriitis nodosa zu verhindern, ist noch nicht bekannt. Eine rechtzeitige Behandlung und engmaschige Überwachung sind die besten Möglichkeiten, um Komplikationen zu vermeiden.

Zusammenfassung

Polyarteriitis nodosa (PAN) ist eine Vaskulitis der mittelgroßen Arterien. Die Entzündung der Blutgefäße kann die Haut und viele andere Organe, einschließlich Niere, Darm und Nervensystem [1] beeinflussen. Diese Erkrankung, die zuerst von Kussumaul und Maier beschrieben wurde, kann sich in jeder Altersgruppe entwickeln. Ein Zusammenhang mit Infektionen wie Hepatitis B und Streptokokkeninfektionen [2] wurde festgestellt. Die Krankheit kann in manchen Fällen lebensbedrohlich sein und Immunsuppression erforderlich machen. Fälle, in denen die Entzündung auf die Haut beschränkt ist, sind mild und benötigen meist nur minimale Therapie. Polyarteriitis nodosa wird auch als klassische PAN (cPAN) bezeichnet, um sie von der mikroskopischen Polyangiitis zu unterscheiden [3]. PAN ist eine progressive Erkrankung und kann subakut, akut oder chronisch sein.

Patientenhinweise

Polyarteriitis nodosa (PAN) ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die durch eine Entzündung der kleinen und mittleren Arterien gekennzeichnet ist. Die Entzündung der Blutgefäße kann verschiedene Organe einschließlich Darm, Herz, Nieren und Nerven beeinflussen und in bestimmten Fällen lebensbedrohlich sein. Die Erkrankung kann in allen Altersgruppen auftreten und ist häufiger bei Männern als bei Frauen. Die eigentliche Ursache der Polyarteriitis nodosa ist noch nicht bekannt. Sie kann als ein Teil von vielen viralen und bakteriellen Infektionen, bösartigen Erkrankungen und einigen anderen Erkrankungen auftreten. Sie wird häufiger bei Menschen mit Hepatitis B-Infektion gesehen.

Da viele Organe betroffen sein können, kann eine Vielzahl von Symptomen auftreten. Einige der häufigsten unspezifische Symptome sind Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Hautwunden, Geschwüre und Knötchen werden beobachtet, wenn die Haut betroffen ist. Wenn die Krankheit den Magen-Darmtrakt betrifft, sind Bauchschmerzen und Blut im Stuhl häufige Symptome. Kurzatmigkeit und Schmerzen in der Brust ist üblich, wenn eine Entzündung des Herzen besteht. Entzündung der Arterien in den Nieren kann zu hohem Blutdruck führen. Wenn die Nerven betroffen sind, kann es zu Schlaganfall und Krampfanfällen kommen.

Eine vollständige medizinische Geschichte hilft bei der Überprüfung auf das Vorhandensein von Symptomen von Polyarteriitis nodosa. Die körperliche Untersuchung ist nötig, um die von der Krankheit betroffen Organen zu identifizieren, und auch um die Möglichkeit anderer Krankheiten auszuschließen. Blutproben werden verwendet, um das betroffene Organ oder Entzündungsstelle zu identifizieren. Bildgebende Verfahren wie CT und MRT sind nützlich bei der Identifizierung der Region der Gefäßschädigung. Eine definitive Diagnose kann mit Angiographie und Biopsie der betroffenen Gewebe durchgeführt werden.

Der Grundstein für die Behandlung von Polyarteriitis nodosa sind Kortikosteroide und Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Sobald die Symptome sich verbessern, kann die Dosierung von Kortikosteroiden schrittweise reduziert und dann vollständig gestoppt werden. Die Behandlungsdauer und die Dosierung variiert mit der Schwere der Erkrankung.

Quellen

Artikel

  1. Pettigrew HD, Teuber SS, Gershwin ME. Polyarteritis nodosa. Compr Ther. 2007; 33(3): 144-9.
  2. Duffy J, Lidsky MD, Sharp JT, et al. Polyarthritis, polyarteritis and hepatitis B. Medicine. 1976; 55: 19-37.
  3. Jennette JC, Falk RJ, Andrassy K, et al. Nomenclature of systemic vasculitides. Proposal of an international consensus. Arthritis Rheum. 1994; 37(2): 187-92.
  4. Trepo C, Guillevin L. Polyarteritis nodosa and extrahepatic manifestations of HBV infection: the case against autoimmune intervention in pathogenesis. J Autoimmun. 2001; 16(3): 269-74.
  5. Somer T, Finegold SM. Vasculitides associated with infections, immunization, and antimicrobial drugs. Clin Infect Dis. 1995; 20(4): 1010-36.
  6. Chochrad D, Langhendries JP, Stolear JC, Godin J. Isotretinoin-induced vasculitis imitating polyarteritis nodosa, with perinuclear antineutrophil cytoplasmic antibody in titres correlated with clinical symptoms. Revue Du Rhumatisme. 1997; 64: 129-31. 
  7. Ozen S, Saatci U, Balkanci F, Besbas N, Bakkaloglu A, Tacal T. Familial Mediterranean fever and polyarterits nodosa. Scandinavian J Rheu. 1992; 21: 312-13. 
  8. Mahr A, Guillevin L, Poissonnet M, Aymé S. Prevalences of polyarteritis nodosa, microscopic polyangiitis, Wegener's granulomatosis, and Churg-Strauss syndrome in a French urban multiethnic population in 2000: a capture-recapture estimate. Arthritis Rheum. 2004; 51(1): 92-9.
  9. Ozen S. Juvenile polyarteritis: is it a different disease? J Rheumatol. 2004 ;31(4): 831-2.
  10. Colmegna I, Maldonado-Cocco JA. Polyarteritis nodosa revisited. Curr Rheumatol Rep. 2005; 7(4): 288-96. 
  11. Guillevin L, Lhote F, Gayraud M, Cohen P, Jarrousse B, Lortholary O. Prognostic factors in polyarteritis nodosa and Churg-Strauss syndrome. A prospective study in 342 patients. Medicine (Baltimore). 1996; 75(1): 17-28.
  12. Hughes LB, Bridges SL Jr. Polyarteritis nodosa and microscopic polyangiitis: etiologic and diagnostic considerations. Curr Rheumatol Rep. 2002; 4(1): 75-82.
  13. Stone JH. Polyarteritis nodosa. JAMA. Oct 2 2002;288(13):1632-9.
  14. Kallenberg CG. The last classification of vasculitis. Clin Rev Allergy Immunol. 2008; 35(1-2): 5-10.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:40