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Rheumatische Chorea
Veitstanz infolge rheumatischen Fiebers Chorea infectiosa; Chorea minor Sydenham; Chorea rheumatica

Rheumatische Chorea, auch bekannt als Chorea minor oder Sydenham-Chorea, ist eine neurologische Erkrankung, die häufig bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Sie ist eine der Hauptmanifestationen des rheumatischen Fiebers, einer entzündlichen Erkrankung, die als Folge einer Streptokokkeninfektion der oberen Atemwege auftreten kann. Die Erkrankung ist durch unwillkürliche, unkontrollierte Bewegungen gekennzeichnet, die den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können.

Symptome

Die Symptome der rheumatischen Chorea sind vor allem durch unkontrollierte, ruckartige Bewegungen der Gliedmaßen und des Gesichts gekennzeichnet. Diese Bewegungen können in ihrer Intensität variieren und sind oft asymmetrisch. Weitere Symptome können emotionale Labilität, Muskelschwäche und Schwierigkeiten bei der Feinmotorik umfassen. In einigen Fällen können auch Verhaltensänderungen wie Reizbarkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten auftreten.

Diagnostik

Die Diagnose der rheumatischen Chorea basiert in der Regel auf der klinischen Beurteilung der Symptome und der Krankengeschichte des Patienten. Ein wichtiger diagnostischer Hinweis ist eine vorausgegangene Streptokokkeninfektion. Blutuntersuchungen können erhöhte Entzündungsmarker und Antikörper gegen Streptokokken nachweisen. Bildgebende Verfahren wie ein MRT des Gehirns werden selten benötigt, können aber helfen, andere neurologische Erkrankungen auszuschließen.

Therapie

Die Behandlung der rheumatischen Chorea zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die zugrunde liegende Streptokokkeninfektion zu behandeln. Antirheumatische Medikamente wie Kortikosteroide können Entzündungen reduzieren. In einigen Fällen werden auch Antikonvulsiva oder Neuroleptika eingesetzt, um die unkontrollierten Bewegungen zu kontrollieren. Eine langfristige Antibiotikaprophylaxe kann notwendig sein, um erneute Streptokokkeninfektionen zu verhindern.

Prognose

Die Prognose der rheumatischen Chorea ist in der Regel gut, insbesondere wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird. Die Symptome klingen oft innerhalb von Wochen bis Monaten ab, können jedoch in einigen Fällen länger anhalten. Langfristige neurologische Schäden sind selten, aber eine erneute Episode ist möglich, insbesondere bei unzureichender Behandlung der Streptokokkeninfektion.

Ätiologie

Die rheumatische Chorea wird durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst, die nach einer Infektion mit Streptokokken der Gruppe A auftritt. Der Körper bildet Antikörper gegen die Bakterien, die jedoch auch das eigene Gewebe angreifen können, insbesondere im Gehirn. Diese Fehlreaktion führt zu den charakteristischen Bewegungsstörungen der Erkrankung.

Epidemiologie

Rheumatische Chorea tritt weltweit auf, ist jedoch in Regionen mit schlechter Gesundheitsversorgung und unzureichender Behandlung von Streptokokkeninfektionen häufiger. Die Erkrankung betrifft vor allem Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren und ist bei Mädchen häufiger als bei Jungen.

Pathophysiologie

Die Pathophysiologie der rheumatischen Chorea beruht auf einer Fehlsteuerung des Immunsystems, die zu einer Entzündung bestimmter Gehirnregionen führt, insbesondere der Basalganglien. Diese Strukturen sind für die Kontrolle von Bewegungen verantwortlich, und ihre Beeinträchtigung führt zu den unwillkürlichen Bewegungen, die für die Erkrankung charakteristisch sind.

Prävention

Die wirksamste Prävention der rheumatischen Chorea besteht in der frühzeitigen und vollständigen Behandlung von Streptokokkeninfektionen mit Antibiotika. Eine langfristige Antibiotikaprophylaxe kann bei Patienten mit einer Vorgeschichte von rheumatischem Fieber oder Chorea notwendig sein, um erneute Infektionen zu verhindern.

Zusammenfassung

Rheumatische Chorea ist eine neurologische Erkrankung, die als Folge einer Streptokokkeninfektion auftreten kann. Sie ist durch unkontrollierte Bewegungen und emotionale Veränderungen gekennzeichnet. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine gute Prognose. Die Prävention von Streptokokkeninfektionen spielt eine wichtige Rolle bei der Verhinderung der Erkrankung.

Patientenhinweise

Wenn Sie oder Ihr Kind Symptome wie unkontrollierte Bewegungen oder Verhaltensänderungen nach einer Halsentzündung bemerken, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Halten Sie sich an die verschriebene Antibiotikatherapie, um das Risiko einer erneuten Infektion zu minimieren.

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