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Rückenmarkstumor

Neubildung des Rückenmarks

Ein Rückenmarkstumor (RMT) kann entweder ein Tumor sein, der sich primär im Nervensystem entwickelt und dabei von den Gliazellen oder von Nicht-Gliazellen ausgeht, oder es handelt sich um eine Metastase, die von ganz unterschiedlichen Neoplasien herrühren kann. Die Symptome, die von einem RMT hervorgerufen werden, hängen von dessen Lokalisation entlang der Wirbelsäule und vom Grad der Kompression und Invasion des Rückenmarks ab. Häufig klagen Betroffene über lokale Schmerzen, sensorische und motorische Defizite sowie das Unvermögen, die Sphinkter zu kontrollieren. Die Diagnostik basiert im Wesentlichen auf der Magnetresonanztomographie und Histologie.


Symptome

Neubildungen im Bereich des Rückenmarks lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: primäre und sekundäre Tumore [1] [2].

  • Primäre RMT machen etwa 2-4% aller Malignome des zentralen Nervensystems aus [1]. Sie lassen sich weiter unterteilen in intradural-intramedulläre Neoplasien, die innerhalb der Rückenmarkshäute und innerhalb des Rückenmarkgewebes gelegen sind, und intradural-extramedulläre Tumore, die zwar innerhalb der Rückenmarkshäute, jedoch außerhalb des Rückenmarkgewebes lokalisiert sind. Bei den intradural-intramedullären Neubildungen handelt es sich in der Regel Gliome wie Ependymome und Astrozytome, oder auch um Hämangioblastome; intradural-extramedulläre Tumore gehen nicht von den Gliazellen aus [1] [2] [3].
  • Sekundäre RMT umfassen verschiedene Subtypen des Lymphoms und Metastasen unterschiedlichster Primärtumore [2] [4].

RMT komprimieren das Rückenmark und können es unter Umständen auch invadieren, was zu lokalen Symptomen und Funktionsstörungen distal der Läsion führt. Daher hängt das klinische Bild, das von Betroffenen präsentiert wird, von der Lokalisation des Tumors in Bezug auf die Wirbelsäule und innerhalb des Spinalkanals ab. Die meisten Patienten verspüren aber Schmerzen im Hals oder Rücken, die im Rahmen einer Radikulopathie in die unteren Gliedmaßen ausstrahlen können [3] [4]. Die Schmerzen werden ununterbrochen empfunden und nehmen gewöhnlich in ihrer Intensität zu, wenn sich der Patient hinlegt [3]. Darüber hinaus berichten viele Patienten über Schwäche oder Spasmen, Störungen der Motorik, aber auch der Sensorik. Ein hoher Leidensdruck entsteht auch durch eine mangelnde Sphinkterkontrolle und Inkontinenz [2] [3].

Die neurologischen Defizite, die im Zusammenhang mit einem RMT auftreten, betreffen typischerweise beide Körperseiten, nicht aber den Kopf und das Gesicht [3]. Allerdings kommt es bei 1-8% aller RMT-Patienten zu einer Störung des Liquorabflusses mit Rückstau in das Gehirn und Hydrozephalus [3] [5] [6]. Dann können sonst untypische Ausfälle beobachtet werden, die auf einer Beeinträchtigung der Hirnfunktion beruhen.

Sensibilitätsstörungen
  • Auch hier kommt es zu Lähmungen, Schmerzen und Sensibilitätsstörungen. Häufig sind dabei auch Blase und Mastdarm betroffen.[hiv-symptome.de]
Sprachstörungen
  • Seh-, Koordinationsstörungen oder Sprachstörungen können einen Hinweis auf die Lage des Tumors geben, da sie sich dann vermutlich in den entsprechenden Steuerungszentren des Gehirns befinden.[medizinfo.de]

Diagnostik

RMT können mit Hilfe der Magnetresonanztomographie lokalisiert und in ihrer Ausdehnung und Abgrenzung zu umgebendem Gewebe eingeschätzt werden [2] [3] [7]. Allerdings bedarf es eines konkreten Verdachts, bevor die bildgebende Diagnostik bemüht wird, und leider kommt es an dieser Stelle zu mitunter mehrjährigen Verzögerungen in der Diagnosestellung. Es ist unbedingt notwendig, eine detaillierte Anamnese zu realisieren, in der nach dem Einsetzen und der Entwicklung von klinischen Symptomen gefragt wird, und die Allgemeinuntersuchung ist um eine gründliche neurologische Untersuchung zu ergänzen.

Die bereits erwähnte Magnetresonanztomographie zeichnet sich durch ihre hohe Sensitivität und Spezifität bezüglich der Detektion von RMT aus und ist damit der Goldstandard zur Diagnose derselben [7]. Verschiedene Tumoren mögen sich in entsprechenden Aufnahmen unterschiedlich darstellen: Ependymome und Astrozytome beispielsweise zeigen sich in T1-gewichteten Aufnahmen hypo- oder isointens, aber hyperintens in T2-gewichteten Aufnahmen. Beide Neoplasien reichern Kontrastmittel an [3].

Dennoch ist es für eine präzise Charakterisierung des RMT ntowendig, eine Gewebeprobe zu entnehmen und histologisch, mitunter auch immunhistochemisch oder immunphänotypisch zu untersuchen. Um eine solche Gewebeprobe zu gewinnen, kann eine Biopsie durchgeführt werden. Alternativ wird ein diagnostisch-therapeutischer Ansatz mit Resektion und anschließender Untersuchung des entarteten Gewebes verfolgt [2] [3] [7].

Therapie

  • Regelmässige Nachkontrollen (MRI) sind unerlässlich, und weitere Therapien (Bestrahlung, Chemotherapie) können je nach Gewebediagnose der Operation folgen oder bei inoperablen Tumoren die Behandlung fortführen.[neurochirurgie.insel.ch]
  • Bei einem Rückenmarkstumor wird vorranging eine operative Therapie angewandt, wenn Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen aufgetreten sind.[medfuehrer.de]
  • Behandlung Die Therapie orientiert sich zunächst an den Beschwerden und den neurologischen Ausfällen sowie am Gesamtzustand des Patienten.[uk-essen.de]

Prognose

  • Die Prognosen waren nicht wirklich gut, dass sie sich wieder normal bewegen kann, da das Rückenmark völlig eingedrückt wurde. Wenige Stunden nach dieser schweren OP konnte sie den Arm wieder heben und laufen konnte sie auch.[krebs-kompass.org]

Quellen

Artikel

  1. Grimm S Chamberlain MC. Adult primary spinal cord tumors. Expert Rev Neurother. 2009;9(10):1487-1495.
  2. Koeller KK, Rosenblum RS, Morrison AL. Neoplasms of the spinal cord and filum terminale: radiologic-pathologic correlation. Radiographics. 2000;20(6):1721-1749.
  3. Samartzis D, Gillis CC, Shih P, et al. Intramedullary Spinal Cord Tumors: Part I—Epidemiology, Pathophysiology, and Diagnosis. Global Spine J. 2015;5(5):425-435.
  4. Vaillant B, Loghin M. Treatment of spinal cord tumors. Curr Treat Options Neurol. 2009;11(4):315-324.
  5. Mirone G, Cinalli G, Spennato P, Ruggiero C, Aliberti F. Hydrocephalus and spinal cord tumors: a review. Childs Nerv Syst. 2011;27(10):1741–1749.
  6. Cinalli G, Sainte-Rose C, Lellouch-Tubiana A, et al. Hydrocephalus associated with intramedullary low-grade glioma. Illustrative cases and review of the literature. J Neurosurg. 1995;83(3):480–485.
  7. Arima H, Hasegawa T, Togawa D. et al. Feasibility of a novel diagnostic chart of intramedullary spinal cord tumors in magnetic resonance imaging. Spinal Cord. 2014;52(10):769–773.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:57