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Staphylococcus-aureus-Infektion
Die Infektion mit Staphylococcus aureus umfasst ein breites Spektrum an Erkrankungen, die Haut, Weichteile, Knochen, Gelenke, Herz und andere Organe betreffen können. Jede Manifestation hat ihre eigenen Risikofaktoren, klinische Präentation und diagnostische Befunde.

Symptome

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus des Gesundheitswesens gerückt [1] und als Erreger von Infektionen der Haut, Weichgewebe, Gelenke, Knochen, des Endokards, der Lunge und weiterer Gewebe bekannt. Epidemiologischen Studien zufolge spielt dieses grampositive Bakterium insbesondere als Erreger ambulanter und Medizingeräte-assoziierter Infektionen eine Rolle [2]. S. aureus ist weit verbreitet und es wird geschätzt, dass S. aureus von etwa einem Drittel der Weltbevölkerung isoliert werden könnte [3]. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder kontaminierten Objekten bzw. als Tröpcheninfektion. Als allgemeine Risikofaktoren für eine SAI gelten sämtliche Konditionen, die mit einer systemischen oder lokalen Immunsuppression einhergehen, so zum Beispiel ein Diabetes mellitus, chronische Haut- und Lungenerkrankungen, Malignome, eine Infektion mit dem humanen Immunschwäche-Virus und die Applikation immunsuppressiver Pharmaka.

Aufgrund der Diversität der SAI können hier nur beispielhaft typische klinische Bilder beschrieben werden:

  • Infektionen der Haut und darunterliegenden Weichgewebe führen zu Impetigo, Follikulitis, Furunkulose, Karbunkeln und Zellulitis. Auch Abszesse können sich bilden.
  • Bezüglich des Skeletts sollen die septische Arthritis und die Osteomyelitis als schwere SAI genannt werden. Die septische Arthritis geht typischerweise mit Arthralgie, Schwellungen der betroffenen Gelenke und Fieber einher, während Patienten mit einer Osteomyelitis an Knochenschmerzen und Fieber leiden.
  • Die Pneumonie durch Staphylokokken bedingt konstitutive und respiratorische Symptome, vor allem Fieber, Dyspnoe und Zyanose, aber auch gastrointestinale Beschwerden. Sie wird häufig bei pädiatrischen Patienten diagnostiziert.
  • Systemische Beschwerden dominieren das klinische Bild bei einer Endokarditis durch S. aureus. Die Betroffenen leiden an allgemeinem Unwohlsein, Schüttelfrost und Fieber sowie übermäßigem Schwitzen. In der Auskultation sind möglicherweise Herzgeräusche zu vernehmen und es können zusätzliche Symptome wie Osler-Knötchen, Janeway-Läsionen, Roth-Flecken und subunguale Hämorrhagien auftreten.

S. aureus kann über den Blutstrom weitere Gewebe erreichen, weshalb die oben beschriebenen Symptome auch kombiniert auftreten können. Im Rahmen einer SAI kann sich zudem eine Septikämie entwickeln [4] [5] [6].

S. aureus-Stämme, die das entsprechende Toxin sezernieren, können ein lebensbedrohliches toxisches Schocksyndrom auslösen [7].

Diagnostik

Während anamnestische Angaben einschließlich der Information über Komorbiditäten und klinische Daten einen Verdacht auf eine SAI begründen können, so ist zur Bestätigung der Diagnose doch auf jeden Fall der Nachweis des Erregers erforderlich. Je nach infiziertem Gewebe sind unterschiedliche Proben zu entnehmen, um sie dann mikrobiologisch zu untersuchen: Bei Haut- und Weichgewebeinfektionen kann Wundsekret als Probenmaterial verwendet werden und zur Diagnose einer septischen Arthritis oder Osteomyelitis empfiehlt sich die Untersuchung von Synovia bzw. einer durch Biopsie zu gewinnenden Knochenprobe [8] [9]. Da die zuvor genannten Gewebe ebenso wie die inneren Organe oft im Rahmen einer systemischen Dissemination der Bakterien erreicht werden, empfiehlt sich grundsätzlich auch eine Blutkultur [9]. Die Anzucht der Bakterien ist der Diagnose nach Gramfärbung vorzuziehen, da sie nicht nur zuverlässigere Ergebnisse liefert, sondern auch Resistenztests ermöglicht. Im Hinblick auf zunehmende Resistenzen von S. aureus-Stämmen ist dies von besonderer Bedeutung.

Therapie

Die Behandlung hängt von der Schwere der Infektion ab:

  • Antibiotika: Häufig werden Penicilline oder Cephalosporine eingesetzt. Bei resistenten Stämmen, wie MRSA, sind spezielle Antibiotika erforderlich.
  • Chirurgische Eingriffe: Bei Abszessen oder schwerwiegenden Infektionen kann eine Drainage oder Entfernung des infizierten Gewebes notwendig sein.

Prognose

Die Prognose hängt von der Art und Schwere der Infektion ab. Hautinfektionen heilen oft gut mit Antibiotika, während schwerwiegendere Infektionen eine intensivere Behandlung erfordern und lebensbedrohlich sein können, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden.

Ätiologie

Staphylococcus aureus ist ein grampositives Bakterium, das durch direkten Kontakt oder kontaminierte Oberflächen übertragen wird. Risikofaktoren für Infektionen sind geschwächtes Immunsystem, chronische Krankheiten und invasive medizinische Eingriffe.

Epidemiologie

Staphylococcus-aureus-Infektionen sind weltweit verbreitet. Sie treten häufig in Krankenhäusern auf, wo sie als nosokomiale Infektionen bekannt sind. MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ist eine besondere Herausforderung aufgrund seiner Antibiotikaresistenz.

Pathophysiologie

Staphylococcus aureus kann verschiedene Toxine und Enzyme produzieren, die Gewebe schädigen und das Immunsystem umgehen. Diese Eigenschaften ermöglichen es dem Bakterium, Infektionen zu verursachen und sich im Körper auszubreiten.

Prävention

Präventive Maßnahmen umfassen:

  • Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen und Desinfektion von Oberflächen.
  • Wundpflege: Saubere und abgedeckte Wunden, um Infektionen zu vermeiden.
  • Antibiotika-Verwendung: Verantwortungsbewusster Einsatz von Antibiotika, um Resistenzen zu verhindern.

Zusammenfassung

Staphylococcus-aureus-Infektionen sind häufig und können von milden Hautinfektionen bis zu schweren systemischen Erkrankungen reichen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine gute Prognose. Präventive Maßnahmen sind wichtig, um die Ausbreitung zu verhindern.

Patientenhinweise

Wenn Sie Symptome einer Staphylococcus-aureus-Infektion bemerken, wie Hautrötungen oder Fieber, ist es wichtig, diese ernst zu nehmen. Achten Sie auf gute Hygiene und suchen Sie bei anhaltenden oder schweren Symptomen ärztlichen Rat. Eine frühzeitige Behandlung kann Komplikationen verhindern und die Heilung beschleunigen.

Quellen

  1. Marra F, Patrick DM, Chong M, et al. Population-based study of the increased incidence of skin and soft tissue infections and associated antimicrobial use. Antimicrob Agents Chemother. 2012; 56(12):6243-6249.
  2. Tong SY, Davis JS, Eichenberger E, et al. Staphylococcus aureus Infections: Epidemiology, Pathophysiology, Clinical Manifestations, and Management. Clin Microbiol Rev. 2015;28(3):603-61.
  3. Wertheim HF, Melles DC, Vos MC, et al. The role of nasal carriage in Staphylococcus aureus infections. Lancet Infect Dis. 2005;5(12):751–762.
  4. Spellberg B. Skin and soft-tissue infections: modern evolution of an ancient problem. Clin Infect Dis. 2010;51(8):904-6.
  5. Jaramillo D. Infection: musculoskeletal. Pediatr Radiol. 2011;41 (Suppl 1):S127-34.
  6. Lane JW, Tang J, Taggard D, Byun R. Successful use of daptomycin and linezolid, without surgical intervention, in the treatment of extensive epidural abscess and bacteremia due to methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA). Infect Dis Clin Pract. 2011;19(5):362-364.
  7. Centers for Disease Control and Prevention. Case definitions for infectious conditions under public health surveillance. MMWR Recommend Rep. 1997;46(RR-10):1–55.
  8. Patel Wylie F, Kaplan SL, Mason EO, Allen CH. Needle aspiration for the etiologic diagnosis of children with cellulitis in the era of community-acquired methicillin-resistant Staphylococcus aureus. Clin Pediatr (Phila). 2011;50(6):503-7.
  9. Mylona E, Samarkos M, Kakalou E, et al. Pyogenic vertebral osteomyelitis: a systematic review of clinical characteristics. Semin Arthritis Rheum. 2009;39(1):10–17.
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