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Tachyarrhythmie
Herzrhythmusstörung mit Herzfrequenzerhöhung (Tachyarrhythmie)
Die Tachyarrhythmie ist eine Form der Arrythmie, d.h. eines abnormen Herzrhythmus, die mit einer erhöhten Herzfrequenz einhergeht. Die Herzfrequenz der Patienten liegt über der Altersnorm und bei Patienten im Alter von mehr als zehn Jahren über 100-mal pro Minute; es schlägt zudem in unregelmäßiger Folge. Je nach Schweregrad der Rhythmusstörung sind Betroffene entweder asymptomatisch oder zeigen ein deutlich eingeschränktes Allgemeinbefinden. Diagnostische Methode der Wahl ist die 12-Kanal-Elektrokardiographie (EKG).

Bilder

WIKIDATA, CC BY-SA 3.0
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Symptome

Milde Formen der Tachyarrhythmie verursachen in der Regel keinerlei Beschwerden. Die beschleunigte Herzfrequenz mag aber dem Patienten daheim, z.B. im Rahmen der Herzfrequenzüberwachung vor und während des Sports, oder dem Arzt in der Allgemeinuntersuchung auffallen. Als Grenzwerte gelten >200/min beim Neonaten, >190/min beim Kleinkind im Alter von drei Monaten bis zu zwei Jahren, >140/min beim pädiatrischen Patienten, der noch keine zehn Jahre alt ist, und >100 bei allen älteren Patienten. Allerdings ist zu beachten, dass es sich bei der Tachyarrhythmie nicht notwendigerweise um einen permanenten Zustand handelt. Zum Beispiel tritt die paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie anfallsartig auf. Rhythmusstörungen sind in leichten Fällen klinisch nicht festzustellen.

Neben dem Schweregrad der Tachyarrhythmie nimmt auch der sonstige Gesundheitszustand des Patienten starken Einfluss auf das klinische Bild und vor allem weitere kardiale oder vaskuläre Pathologien können zu einer Verschlechterung beitragen und zusätzlich die Diagnose erschweren [1]. Komplikationen ergeben sich aus einer Tachyarrhythmie immer dann, wenn die Herzfunktion signifikant beeinträchtigt wird und die Peripherie nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden kann. Dann stellt sich eine Hypoxie ein. Der niedrige Sauerstoffpartialdruck stimuliert das Atemzentrum, es kommt zur Tachypnoe, aber die Patienten haben dennoch das Gefühl zu ersticken und verspüren häufig Schmerzen und eine Engegefühl in der Brust. Die Atemnot wird von Palpitationen begleitet und einige Patienten erleiden Panikattacken. Bei Kleinkindern wird nicht selten über Übelkeit und Erbrechen berichtet und generell sind sie während der tachyarrhythmischen Episode vermehrt unruhig, reizbar und schwitzen stärker. Schließlich können altersunabhängig aufgrund einer Minderversorgung des Gehirns Schwindel, Präsynkopen und Synkopen auftreten oder anderweitige, anhaltende Bewusstseinstrübungen. Es besteht grundsätzlich die Gefahr des plötzlichen Herztodes.

Diagnostik

Um eine Tachyarrhytmie zu erkennen und einem Subtyp zuzuordnen, ist ein 12-Kanal-Elektrokardiogramm anzufertigen, wenngleich in Notfallsituationen mitunter gehandelt werden muss, bevor eine solche Untersuchung stattfinden kann [2]. Das Elektrokardiogramm weist nicht nur die erhöhte Herzfrequenz aus - die ebenfalls in der Allgemeinuntersuchung erhoben werden kann -, sondern lässt auch Schlussfolgerungen dazu zu, ob es sich um eine Störung der Erregungsbildung oder Erregungsleitung handelt und ob die kausale Läsion supraventrikulär (im Erregungsleitungssystem proximal der His-Bündel) oder ventrikulär (distal der His-Bündel) liegt. Unter Umständen ist jedoch ein 24-Stunden-Holter-Monitoring erforderlich, um eine nicht permanent bestehende Tachyarrhytmie elektrokardiographisch zu erfassen [3].

Im Detail werden folgende Formen der Tachyarrhythmie unterschieden:

  • Supraventrikuläre Tachykardie oder paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie als AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, AV-Reentry-Tachykardie und atriale Tachykardie
  • Vorhofflattern, Vorhofflimmern
  • Ventrikuläre Tachykardie oder Kammerflattern
  • Kammerflimmern

Die Diagnose kann gestellt werden, wenn das elektrokardiographische Korrelat der einzelnen Tachyarrhytmien bekannt ist. Im Anschluss sind weitere Untersuchungen durchzuführen, um die Ursache der Herzrhythmusstörung abzuklären. Hierbei kommen neben angeborenen Missbildungen vor allem Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes, eine Hyperthyreose, Anämie, Fieber, Schmerzen, Thromboembolien, die Einnahme von herzwirksamen Arzneimitteln oder chirurgische Eingriffe am Herzen infrage [4] [5]. Entsprechend ist eine detaillierte Anamnese, die Anfertigung eines Blutbildes und die Analyse der Blutchemie sowie eine Abklärung der Schilddrüsenfunktion angezeigt.

Therapie

Die Behandlung von Tachyarrhythmien hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab. In einigen Fällen kann eine medikamentöse Therapie ausreichend sein, um den Herzrhythmus zu kontrollieren. Antiarrhythmika sind Medikamente, die helfen, den Herzrhythmus zu stabilisieren. In schwereren Fällen kann eine elektrische Kardioversion oder eine Katheterablation erforderlich sein, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Lebensstiländerungen, wie die Reduzierung von Koffein und Alkohol, können ebenfalls hilfreich sein.

Prognose

Die Prognose bei Tachyarrhythmien variiert je nach Ursache und Behandlung. Bei rechtzeitiger Diagnose und adäquater Therapie können viele Patienten ein normales Leben führen. Unbehandelt können jedoch schwerwiegende Komplikationen wie Herzinsuffizienz oder Schlaganfall auftreten. Eine regelmäßige Nachsorge ist entscheidend, um den Krankheitsverlauf zu überwachen und Anpassungen in der Therapie vorzunehmen.

Ätiologie

Tachyarrhythmien können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Häufige Ursachen sind koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Bluthochdruck und Herzmuskelentzündungen. Auch nicht-kardiale Faktoren wie Elektrolytstörungen, Schilddrüsenüberfunktion oder der Konsum von Stimulanzien können eine Rolle spielen. In einigen Fällen bleibt die genaue Ursache unbekannt.

Epidemiologie

Tachyarrhythmien sind weltweit verbreitet und betreffen Menschen aller Altersgruppen. Die Prävalenz steigt mit dem Alter, und Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Bestimmte Formen, wie das Vorhofflimmern, sind besonders häufig und betreffen Millionen von Menschen weltweit. Die genaue Häufigkeit variiert je nach Region und Bevölkerungsgruppe.

Pathophysiologie

Die Pathophysiologie der Tachyarrhythmie umfasst eine gestörte elektrische Aktivität im Herzen. Normalerweise wird der Herzschlag durch elektrische Impulse gesteuert, die in einem geordneten Muster durch das Herz geleitet werden. Bei Tachyarrhythmien ist dieser Prozess gestört, was zu einem schnellen und unregelmäßigen Herzschlag führt. Diese Störungen können in den Vorhöfen, den Ventrikeln oder im Reizleitungssystem des Herzens auftreten.

Prävention

Die Prävention von Tachyarrhythmien konzentriert sich auf die Kontrolle von Risikofaktoren und die Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen. Eine gesunde Lebensweise, einschließlich einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und dem Verzicht auf Rauchen, kann das Risiko verringern. Die regelmäßige Überwachung und Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ebenfalls wichtig.

Zusammenfassung

Tachyarrhythmie ist eine häufige Herzrhythmusstörung, die durch einen schnellen und unregelmäßigen Herzschlag gekennzeichnet ist. Die Erkrankung kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden und erfordert eine sorgfältige Diagnose und Behandlung. Mit der richtigen Therapie und Lebensstiländerungen können viele Patienten ein normales Leben führen. Eine regelmäßige medizinische Überwachung ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden.

Patientenhinweise

Wenn Sie Symptome wie Herzklopfen, Schwindel oder Kurzatmigkeit bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann helfen, schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Es ist wichtig, alle verschriebenen Medikamente regelmäßig einzunehmen und empfohlene Lebensstiländerungen zu befolgen. Bei Fragen oder Bedenken sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden, um weitere Informationen und Unterstützung zu erhalten.

Quellen

  1. Lewalter T. [Diagnostic approach in complex arrhythmias]. Herzschrittmacherther Elektrophysiol. 2009; 20(1):23-32.
  2. Neuberger HR, Buob A, Bohm M, Mewis C. [Emergencies due to arrhythmias]. Dtsch Med Wochenschr. 2008; 133(13):659-668; quiz 669-672.
  3. Tanner H. [Paroxysmal supraventricular tachycardia-mechanisms, diagnostic, and treatment]. Ther Umsch. 2014; 71(2):99-104.
  4. Bauriedel G, Skowasch D, Welz A, Luderitz B. [Postoperative arrhythmias]. Dtsch Med Wochenschr. 2005; 130(16):1015-1019.
  5. El-Sherif N, Turitto G. Electrolyte disorders and arrhythmogenesis. Cardiol J. 2011; 18(3):233-245.
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