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Trisomie 21
Down-Syndrom
Das Down-Syndrom wurde nach seinem Erstbeschreiber, dem britischen Arzt John Langdon Haydon Down (1828-1896) benannt. Es ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die durch eine Chromosomenaberration ausgelöst wird. Man unterscheidet vier Formen des Down-Syndroms: Freie Trisomie 21, Translokationstrisomie 21, Mosaik-Trisomie 21 und Partielle Trisomie 21.

Bilder

WIKIDATA, CC BY-SA 3.0
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Symptome

Die Chromosomenaberration, die dem Down-Syndrom zugrunde liegt, führt zu strukturellen und funktionellen Anomalien in praktisch allen Geweben und Organen. Aber obwohl das typische, mongolide Erscheinungsbild als charakteristisch für das Down-Syndrom angenommen wird, entwickeln sich Betroffene doch ganz individuell und unterscheiden sich auch bezüglich der Ausprägung der jener abnormen Gesichtszüge, die ihren Phänotyp prägen:

  • Konkret handelt es sich hierbei um einen anterior und posterior abgeflachten Schädel, weit auseinanderstehende, leicht schräge Augen und Epikanthus medialis, manchmal auch helle Flecken auf der Iris, die als Brushfield-Spots bezeichnet werden. Dazu fällt ein gesenkter Nasenrücken auf, der der kleinen Nase oft eine Sattelform verleiht, sowie dysplastische, niedrig angesetzte Ohren. Missbildungen im Mund- und Rachenraum umfassen einen hohen Gaumen, eine Makroglossie und verschiedene odontologische Anomalien.
  • Der Kopf sitzt einem kurzen, breiten Hals auf. Insgesamt sind Patienten mit Down-Syndrom eher von niedriger, gedrungener Statur. Neugeborene mit Down-Syndrom haben nicht nur recht kurze Gliedmaßen, sondern weisen auch einen verminderten Muskeltonus auf. Gleichzeitig kann manchmal eine Hypermobilität der Gelenke festgestellt werden. Diese Umstände erschweren die motorische Entwicklung des Betroffenen.
  • Ein weiteres wichtiges Merkmal dieser Erkrankung ist die geistige Retardierung; in jedem Fall kommt es im Zusammenhang mit dem Down-Syndrom zu einer kognitiven Beeinträchtigung. Diese Tatsache kann zumindestens teilweise durch eine Mikrozephalie erklärt werden.
  • Mehr als die Hälfte der Betroffenen leidet an Seh- oder Hörstörungen, die ihre Interaktion mit der Umwelt erschweren. In der ophthalmologischen Untersuchung fallen mitunter eine verminderte Sehschärfe durch Myopie, Katarakte und Infektionen okulärer Gewebe auf. Down-Syndrom-Patienten werden nicht selten mit rekurrenten Mittelohrentzündungen vorstellig.
  • Darüber hinaus ist unter Patienten mit Down-Syndrom die Inzidenz angeborener Herzfehler und anatomischer Varianten des Atmungstraktes erhöht. Letztere prädisponieren für Infektionen der Atemwege und dieser Zustand wird durch eine in der Regel ebenfalls bestehende Immunschwäche weiter verstärkt. Es wurde auch gezeigt, das Betroffene zur Entwicklung einer Leukämie im Kindesalter neigen [1].
  • Bei etwa jedem zehnten Patienten mit Down-Syndrom ist die Funktion der Schilddrüse gestört, meist im Sinne einer Hypothyreose. Zu den typischen Symptomen einer Hypothyreose zählen körperliche und geistige Lethargie, Gewichtszunahme, Bradykardie und Kälteintoleranz. Seltener wird eine Hyperthyreose diagnostiziert, die mit Unruhe, Gewichtsverlust, Arrythmien und Hitzeintoleranz einhergeht.

Phänotypische Auffälligkeiten können in der Regel schon im Rahmen der Pränataldiagnostik festgestellt werden.

Diagnostik

Das Down-Syndrom kann im Rahmen der Pränataldiagnostik diagnostiziert werden [2]:

  • Sonographisch können bereits im ersten Trimester der Schwangerschaft unspezifische, morphologische Anomalien dargestellt werden. Als wichtigster Anhaltspunkt für eine Trisomie 21 gilt in diesem Zusammenhang eine erhöhte Nackentransparenz. In der Umgangssprache ist diesbezüglich von einer verdickten Nackenfalte die Rede. Darüber hinaus sind im Ultraschall möglicherweise eine flache Nase, tief sitzende Ohren, einer abnorm große Zunge, tatzenartige Hände und eine Sandalenlücke zwischen der ersten und zweiten Zehe erkennbar.
  • Mit Hilfe des Triple-Tests werden serologische Auffälligkeiten identifiziert, die auf ein Down-Syndrom hinweisen. Im Blut einer Schwangeren, die ein Kind mit Trisomie 21 in sich trägt, sind erhöhte Konzentrationen an α-Fetoprotein und humanem Choriongonadotropin messbar, während der Spiegel an Östriol unter dem Referenzbereich liegt.
  • Sensitivität und Spezifität von Sonographie und Triple-Test sind jedoch nur mäßig. Es werden regelmäßig falsch negative und falsch positive Befunde erhoben, weshalb der Verdacht auf ein Down-Syndrom durch eine Chromosomenanalyse nach Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese bestätigt werden muss. Diese Eingriffe sind allerdings mit Abortrisiken behaftet, über die die werdende Mutter aufzuklären ist. Die Entscheidung für oder gegen ein solches Vorgehen fällt meist in Abhängigkeit von der Risikogruppe, der die Mutter zugeordnet ist.

Postnatal kann ebenfalls mittels einer Chromosomenanalyse die Form der Trisomie bestimmt werden.

Therapie

Die Therapie des Down-Syndroms erfolgt symptomatisch und ist abhängig von den betroffenen Organsystemen [8].

Prognose

In den letzten 50 Jahren hat sich die Prognose für Personen mit Down-Syndrom deutlich verbessert. Jedoch ist die Lebenserwartung noch immer im Vergleich verkürzt.

Medizinische Betreuung, frühe Interventionen, eine angepasste Umgebung und Ausbildung ermöglichen heutzutage ein realtiv langes und erfülltes Leben für Betroffene.

Ätiologie

Das Down-Syndrom wird durch vier verschiedene chromosomale Anomalien verursacht [4] [5] [6]:

  • Freie Trisomie 21: Die freie Trisomie ist die häufigste Form der Trisomie 21 und macht etwa 94 % der Fälle aus.
  • Translokations-Trisomie 21: Die Translokationstrisomie macht 3,3 % der Down-Syndrome aus.
  • Partielle Trisomie 21: Äußerst selten liegt eine partielle Trisomie vor.
  • Mosaik-Trisomie 21: Die Mosaik-Trisomie macht 2,4 % der Fälle aus.

Epidemiologie

Das Down-Syndrom ist die häufigste Chromosomenaberration. Die Prävalenz der Trisomie 21 liegt bei etwa 1:800. Das Auftreten ist stark abhängig von dem mütterlichen Alter [7] [8].

  • 15-29 Jahre - 1:1500 Lebendgeburten
  • 30-34 Jahre - 1:800 Lebendgeburten
  • 35-39 Jahre - 1:270 Lebendgeburten
  • 40-44 Jahre - 1:100 Lebendgeburten
  • Älter als 45 Jahre - 1:50 Lebendgeburten

Pathophysiologie

Die zusätzliche Chromosom 21 betrifft fast jedes Organsystem und resultiert in einem breiten Spektrum von phänotypischen Ausprägungen. Dazu gehören lebensbedrohlichen Komplikationen, klinisch signifikante Veränderung des Lebensverlaufes (zB. durch Intelligenzminderung) und dysmorphe Körpereigenschaften. Das Down-Syndrom erhöht die pränatale und postnatale Morbidität.

Es gibt zwei Hypothesen, um die Mechanismen zu erklären [5]:

  1. Es handelt sich um einen Gendosis-Effekt. Bestimmte Gene werden in Zellen und Geweben überextrimiert und dies hat ganz spezifische Folgen.
  2. Das Vorhandensein von zusätzlichem genetischem Material verändert das System als Ganzes.

Prävention

Es gibt keine Richtlinien für die Prävention von Down-Syndrom.

Zusammenfassung

Das Down-Syndrom, auch als Trisomie 21 bezeichnet, ist bei weitem die häufigste und bekannteste genetische Störung des Menschen und die häufigste Ursache für Intelligenzminderung. Die Erkrankung wird hauptsächlich durch Trisomie des Chromosoms 21 verursacht.

Menschen mit Down-Syndrom weisen in der Regel typische körperliche Merkmale auf, jedoch besteht eine große phänotypische Variation.

Patientenhinweise

Das Down-Syndrom ist das Ergebnis eines zusätzlichen Chromosoms 21, also drei Chromosomen anstelle der üblichen zwei, wodurch es zu einer Fehlentwicklung von Gewebe und Organen kommt.

Die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt zu bringen, wächst mit dem steigenden Alter der Mutter.

Weltweit werden jährlich mehr als 200.000 Kinder mit Down-Syndrom geboren. Das Syndrom kommt bei beiden Geschlechtern vor.

Das Down-Syndrom ist die häufigste Ursache einer angeborenen geistigen Behinderung und lässt sich meist an einem typischen Erscheinungsbild erkennen.

Durch die Pränataldiagnostik lässt sich schon vor der Geburt durch verschiedene Untersuchungen (zB. Ultraschall, Blutuntersuchungen, Fruchtwasserpunktion) feststellen, ob ein Kind das Down-Syndrom hat.

Quellen

  1. Kola I, Hertzog PJ. Animal models in the study of the biological function of genes on human chromosome 21 and their role in the pathophysiology of Down syndrome. Human Molecular Genetics 1997 Vol 6(10):1712-1727
  2. Khalil A, Pandya P. Screening for Down syndrome. J Obstet Gynecol India 2006 Vol 56(3): 205-211
  3. Bull MJ. Health supervision for children with Down syndrome. Pediatrics 2011 Vol 128(2): 393-406
  4. Korenberg JR, Chen XN, Schipper R, et al. Down Syndrome phenotypes: The consequences of chromosomal imbalance. Proc. Natl. Acad. Sci. 1994 Vol 91: 4997-5001.
  5. Antonarakis AE, Lyle R, Dermizakis ET, et al. Chromosome 21 and Down syndrome: From genomics to pathophysiology. Nature Reviews. 2004 Vol 5: 725-738
  6. Jyothy A, Kumar KSD, Naga G, et al. Parental age and the origin of extra chromosome 21 in Down syndrome. J Hum Genet. 2001 Vol 46: 347-350
  7. Sherman SL, Allen EG, Bean LH, Freeman SB. Epidemiology of Down syndrome. Mental Retardation and Developmental Disabilities 2007 Vol 13: 221-227
  8. Canfield MA, Honein MA, Yuskiv N. et al. National estimates and race/ethnic-specific variation of selected birth defects in the United States, 1999-2001. Birth Defects Res A Clin Mol Teratol. 2006 Vol 76(11): 747-56
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