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Wochenbettinfektion

Der Terminus Wochenbettinfektion (WBI) bezieht sich generell auf Infektionen, die bei einer Frau innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt auftreten. Dieser Zeitraum wird als Puerperium oder Wochenbett bezeichnet. WBI betreffen primär den Urogenitaltrakt der Patientin, aber zuweilen werden auch Erkrankungen wie eine Mastitis post partum, Pneumonie und Thromboembolie den WBI zugeordnet. Verschiedene Faktoren prädisponieren für eine WBI, die schließlich durch eine Reihe unterschiedlicher bakterieller Pathogene ausgelöst werden kann. Aufgrund der Gefahr einer Sepsis und eines septischen Schocks ist ein frühes Erkennen und Behandeln der WBI unerlässlich.


Symptome

Die Infektion kann bereits vor dem Einsetzen der Wehen, während der Geburt oder zu einem beliebigen Zeitpunkt im Puerperium stattfinden, wobei die ersten Stunden nach der Geburt der kritischste Zeitraum sind [1]. Weiterhin kann die Infektion vom Uterus, der Zervix, der Vagina oder dem Perineum ausgehen, dann aber im Genitaltrakt aufsteigen und/oder sich zu einer Sepsis entwickeln. Das Risiko einer Sepsis hängt vor allem von der Pathogenität und Virulenz der Erreger sowie von der Immunkompetenz der Mutter ab.

Eine WBI geht typischerweise mit konstitutiven Symptomen wie Schwäche, Fieber über 38 °C und Schüttelfrost einher [2] [3] [4]. Der Unterleib, insbesondere der Uterus, ist verstärkt schmerzempfindlich und häufig wird auch eine Subinvolution festgestellt. Der Fundusstand sinkt nur verzögert. Kommt es im Zusammenhang mit einer Sectio ceasarea zu einer WBI, konzentrieren sich die Schmerzen über der Wunde. Das gilt gleichermaßen für andere chirurgische Inzisionen. In vielen Fällen werden übelriechende Lochien beschreiben, blutiger Vaginalausfluss tritt dagegen seltener auf. Systemische Komplikationen zeigen sich in einer rapiden Verschlechterung des Allgemeinbefindens, einem weiteren Anstieg der Körpertemperatur, Bewusstseinsstörungen, Tachykardie und Tachypnoe sowie einem Abfall des Blutdruckes.

Verhaltensstörung
  • .: Osteomalazie im Wochenbett ( M83.0- ) Psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett ( F53.- ) Tetanus während der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes ( A34 ) O86.- Info: Soll der Infektionserreger angegeben werden, ist eine zusätzliche[icd-code.de]
Fieber
  • O86.4 Fieber unbekannten Ursprungs nach Entbindung Inkl.: Fieber o.n.A. im Wochenbett Infektion o.n.A. im Wochenbett Exkl.: Fieber unter der Geburt ( O75.2 ) Puerperalfieber ( O85 ) O86.8 Sonstige näher bezeichnete Wochenbettinfektionen[icd-code.de]
  • Hallo, ich hatte auch zwei Tage nach Entbindung Fieber bekommen und mir ging es super schlecht, Durchfall, Kopf unf Gleiderschmerzen ![eltern.de]
  • Trotzdem ist auch heute noch Fieber im Wochenbett als erstes Zeichen einer Infektion nicht so selten – etwa acht Prozent aller Wöchnerinnen haben eine Temperaturerhöhung in den ersten zehn Tagen nach der Geburt.[swissmom.ch]
  • : O86.0 Infektion der Wunde nach operativem geburtshilflichem Eingriff O86.1 Sonstige Infektion des Genitaltraktes nach Entbindung O86.2 Infektion des Harntraktes nach Entbindung O86.3 Sonstige Infektionen des Urogenitaltraktes nach Entbindung O86.4 Fieber[averbis.com]
  • Wenn eine Frau 24 Stunden nach der Entbindung bei zwei Messungen im Abstand von mindestens 6 Stunden Fieber von jeweils 38 C oder höher hatte, kann von einer Wochenbettinfektion ausgegangen werden.[msdmanuals.com]
Puerperalfieber
  • .: Fieber unter der Geburt ( O75.2 ) Puerperalfieber ( O85 ) O86.8 Sonstige näher bezeichnete Wochenbettinfektionen[icd-code.de]
  • Der Vorgang beginnt mit einem tiefen Atemzug, in dessen Verlauf der Mund weit geöffnet… … Deutsch Wikipedia Puerperalfieber — Klassifikation nach ICD 10 O85 Puerperalfieber Kindbettfieber O86 Sonstige Wochenbettinfektionen … Deutsch Wikipedia Puerperalsepsis[translate.academic.ru]
  • Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach: Kindbettfieber — Klassifikation nach ICD 10 O85 Puerperalfieber Kindbettfieber O86 Sonstige Wochenbettinfektionen … Deutsch Wikipedia Puerperalfieber — Klassifikation nach ICD 10 O85 Puerperalfieber Kindbettfieber[fremdworterbuchbung.deacademic.com]
  • Bearbeiten Synonyme: Wochenbettfieber, Kindbettfieber, Puerperalsepsis Englisch : childbed fever, puerperal sepsis 1 Definition Unter Puerperalfieber subsumiert man entzündliche Veränderungen des weiblichen Genitaltraktes im Wochenbett, verursacht durch[flexikon.doccheck.com]
  • Über diese kleinen Wunden können dann Bakterien einwandern und das Wochenbettfieber ( Puerperalfieber ) auslösen.[dr-gumpert.de]
Schüttelfrost
  • Eine WBI geht typischerweise mit konstitutiven Symptomen wie Schwäche, Fieber über 38 C und Schüttelfrost einher. Der Unterleib, insbesondere der Uterus, ist verstärkt schmerzempfindlich und häufig wird auch eine Subinvolution festgestellt.[symptoma.com]
  • 2 Tage nach AS Fieber und Schüttelfrost ..seit gestern geht es mir total dreckig. Ich habe Schüttelfrost, Hitzewallungen, leichtes Fieber und überall Gliederschmerzen.[wunschkinder.net]
  • "Ich glaube, ich muss sterben" Tags darauf hatte die Frau bereits Blutungen, Schüttelfrost und Krämpfe. Schließlich wurden die Schmerzen so unerträglich, dass die Frau ihrem Mann ein SMS schickte, mit den Worten: Ich glaube, ich muss sterben.[stmv1.orf.at]
  • Wenn sich ein Lochialstau ausbildet und die Entzündung über das Uteruskavum hinaus greift, treten folgende Symptome auf: Hohes, ggf. remittierendes Fieber mit Schüttelfrost Kopfschmerzen Tachykardie Tachypnoe Anämie mit Leukozytose und Linksverschiebung[flexikon.doccheck.com]
Hohes Fieber
  • Fieber und großer Druckschmerzhaftigkeit der Gebärmutter ist die Infektion bereits auf das Myometrium übergegangen - es entsteht eine Endomyometritis.[flexikon.doccheck.com]
  • Zusätzlich können die Lymphknoten in der Achselhöhle vergrößert sein und es kann hohes Fieber auftreten. Die Brustentzündung sollte antibiotisch behandelt werden, die Frau sollte währenddessen weiterhin stillen.[dr-gumpert.de]
Bauchschmerz
  • Ich hatte nach der Geburt eine Wochenbettinfektion und hatte überhaupt keine Bauchschmerzen.[wunschkinder.net]

Diagnostik

Zunächst ist eine gründliche allgemeine und gynäkologische Anamnese durchzuführen. Risikofaktoren für eine WBI sind ein präpartal bestehender, reduzierter Allgemein- und Ernährungszustand der Mutter, ein früher Blasensprung, häufige vaginale Untersuchungen, eine langwierige Geburt, Sectio caesarea, eine Plazentaretention und postpartale Blutungen. Auch mangelnde Hygiene während der Geburt erhöht das Risiko auf eine WBI [1] [2] [5].

Der Verdacht auf eine WBI beruht auf dem klinischen Bild. Wegen der Gefahr lebensbedrohlicher Komplikationen sollte umgehend eine Therapie mit Breitspektrumantibiotika (z.B. Ampicillin plus Gentamicin plus Metronidazol) eingeleitet werden, was den behandelnden Arzt jedoch nicht von der Pflicht entbindet, die ursächlichen Pathogene zu isolieren und zu identifizieren. Geeignete Proben sind Abstriche vom Perineum und dem oberen Teil der Vagina, aber auch Mittelstrahlurin. Blutproben sollten entnommen und Standarduntersuchungen angefordert werden; bei Verdacht auf eine Sepsis ist eine Blutkultur anzulegen. Eine Sepsis kann sich sehr schnell entwickeln, weshalb regelmäßige Verlaufsuntersuchungen unabdingbar sind. Die genannten Standarduntersuchungen offenbaren in der Regel unspezifische Anzeichen für eine Entzündung, beispielsweise eine Leukozytose und einen Anstieg der Serumkonzentrationen von akute-Phase-Proteinen wie dem C-reaktiven Protein.

Häufige Erreger von WBI sind grampositive Kokken - vor allem Streptokokken der Lancefield-Gruppe A [6] [7] [8], Escherichia coli und andere Enterobacteriaceae, Clostridium tetani und Clostridium welchii, Neisseria gonorrhoeae und Chlamydien [5]. Bezüglich einiger Pathogene haben molekularbiologische Verfahren die konventionelle bakteriologische Kultur verdrängt. Das gilt besonders für obligat intrazelluläre Erreger wie Chlamydia spp. Für Tests zur Sensibilität der Bakterien gegenüber bestimmten Antibiotika werden zumeist nach wie vor angezüchtete Kulturen verwendet, denn molekulare Resistenzmarker sind nicht in jedem Fall bekannt.

Therapie

  • Wegen der Gefahr lebensbedrohlicher Komplikationen sollte umgehend eine Therapie mit Breitspektrumantibiotika (z.B.[symptoma.com]
  • Welche Therapie hilft bei Kindbettfieber? Art und Schweregrad von Kindbettfieber bestimmen die Therapie. Gegen die Infektion wird für gewöhnlich ein Antibiotikum verabreicht. Je nach Befund können auch andere Medikamente zum Einsatz kommen.[9monate.de]
  • Therapie einer Entzündung des Gebärmutterkörpers Die Therapie der Entzündung des Gebärmutterkörpers richtet sich nach dem verursachenden Erreger und den Faktoren, die eine Infektion begünstigen.[9monate.de]
  • Ein klinischer Verdacht reicht aus, um mit der Therapie zu beginnen, zur Diagnosesicherung kann jedoch noch ein vaginaler Abstrich genommen werden.[dr-gumpert.de]

Prognose

  • Prognose Bei einem rechtzeitigen Beginn der Antibiotikatherapie sind die Prognosen gut, da das Wochenbettfieber ohne weitere Folgen abheilen kann.[dr-gumpert.de]

Epidemiologie

  • Durch Einführung der Händedesinfektion gelang es ihm, die hohe Inzidenz des Puerperalfiebers an seiner Klinik deutlich zu senken. 3 Epidemiologie Da Entbindungen in Deutschland überwiegend in Krankenhäusern durchgeführt werden, handelt es sich beim Puerperalfieber[flexikon.doccheck.com]
  • Für die Epidemiologie insgesamt betrachtet hatte dies allerdings nur marginale Bedeutung, da die weitaus meisten Frauen weiterhin außerhalb der Krankenhäuser entbanden.[biologie-seite.de]
  • Geschichte und Epidemiologie Die Häufigkeit des Auftretens eines Wochenbettfiebers ist seit der Entdeckung der Händedesinfektion durch den Gynäkologen Ignaz Semmelweis im 19. Jahrhundert stark gesunken.[dr-gumpert.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Maharaj D. Puerperal pyrexia: a review. Part I. Obstet Gynecol Surv. 2007;62(6):393-399.
  2. Tita ATN, Andrews WW. Diagnosis and Management of Clinical Chorioamnionitis. Clin Perinatol. 2010;37(2):339-354.
  3. Buddeberg BS, Aveling W. Puerperal sepsis in the 21st century: progress, new challenges and the situation worldwide. Postgrad Med J. 2015;91(1080):572-578.
  4. Dalton E, Castillo E. Post partum infections: A review for the non-OBGYN. Obstet Med. 2014;7(3):98-102.
  5. Zainur RZ, Loh KY. "Postpartum morbidity--what we can do". Med J Malaysia. 2006;61(5):651-656.
  6. Aronoff DM, Mulla ZD. Postpartum Invasive Group A Streptococcal Disease in the Modern Era. Infect Dis Obstet Gynecol. 2008;2008:796892.
  7. Mason KL, Aronoff DM. Postpartum Group A Streptococcus Sepsis and Maternal Immunology. Am J Reprod Immunol. 2012;67(2):91-100.
  8. Hamilton SM, Stevens DL, Bryant AE. Pregnancy-Related Group A Streptococcal Infections: Temporal Relationships Between Bacterial Acquisition, Infection Onset, Clinical Findings, and Outcome. Goldstein EJC, ed. Clin Infect Dis. 2013;57(6):870-876.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:42